Haarscharfer Auftakt: Eintracht Trier rettet einen Punkt

Dramatische Schlussphase in Koblenz

Eintracht Trier und die TuS Rot-Weiss Koblenz trennen sich am ersten Spieltag der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nach einer dramatischen Schlussphase mit 3:3. Noch drei Minuten vor dem Ende sahen die Gastgeber beim Stande von 3:1 wie der sichere Sieger aus, ehe Athanasios Noutsos und Tim Garnier dem SVE mit ihren späten Treffern zumindest noch den Punktgewinn bescherten. Spielerisch hatte das Team von Trainer Daniel Paulus aber trotz des Unentschiedens noch viel Luft nach oben.

Trier. Beim Blick auf die Startelf, die Trainer Daniel Paulus ins erste Pflichtspiel der Saison 2017/18 schickte, fehlten die ganz großen Überraschungen. An der Seite von Kapitän Simon Maurer verteidigte im Abwehrzentrum Lutz Radojewski und im defensiven Mittelfeld sollte Youngster Felix Fischer an der Seite des robusten Godmer Mabouba für spielerische Akzente sorgen. Ganz vorne ackerte Tim Garnier und versuchte, gegen die großgewachsenen Verteidiger der Koblenzer zu bestehen. Die Eintracht erwischte zunächst aber keinen guten Start und musste mit ansehen, wie die Rot-Weiss-Angreifer Derrick Miles und Armin Jusufi die Hintermannschaft der Moselstädter ordentlich durcheinanderwirbelten. Bereits nach acht Minuten gingen die Hausherren folgerichtig in Führung. Godmer Mabouba brachte TuS-Mittelfeldspieler Marvin Sauerborn im Zweikampf im Sechzehner zu Fall und Schiedsrichter Timo Klein zeigte auf den Punkt. Die Chance ließ sich der starke Jusufi nicht entgehen und verwandelte sicher zur Führung (8.).

Nachdem der SVE die Anfangsviertelstunde ohne weitere Rückschläge überstand, begannen die in weiß gekleideten Trierer besser in die Partie zu finden. Nach einem schönen Solo von Kevin Heinz gelangte das Leder vor das Koblenzer Tor, wo TuS-Verteidiger Marvin Weber den eigenen Keeper Tobias Oost überwand und so unfreiwillig für den Ausgleich sorgte (25.). Auch wenn sich den Gästen aus der ältesten Stadt Deutschlands nun mehr Räume boten, gelang es der Paulus-Elf nicht, vor der Pause noch einen Treffer nachzulegen – das sollte sich rächen, wie bereits nach wenigen Minuten im zweiten Durchgang deutlich wurde. Nach einem Einwurf der Rot-Weissen verlängerte Abwehr-Riese Jan Henrich das Leder und im Zentrum musste Angreifer Andzanga Loulouga nur noch einschieben (50.). Die Hintermannschaft des SVE befand sich zu diesem Zeitpunkt im kollektiven Tiefschlaf. Danach passierte zunächst nicht viel, ehe Armin Jusufi kurz vor dem Ende die rasante und dramatische Schlussphase einleiten sollte.

Drei Minuten standen in der regulären Spielzeit noch auf der Uhr, als Jusufi nach einem Konter der Gastgeber die vermeintliche Entscheidung zum 3:1 erzielte (87.) – wieder stimmten Zuordnung und Zweikampfverhalten bei Eintracht Trier in dieser Szene nicht. Doch dass im Fußball eben alles möglich ist, bewahrheitete sich nur Augenblicke später. Zunächst gelang Routinier Saky Noutsos per Elfmeter der Anschlusstreffer (88.), ehe Tim Garnier sogar noch den Last-Minute-Treffer zum 3:3-Endstand nachlegte und seiner Mannschaft so einen wichtigen Auftakt-Punktgewinn bescherte. Trotzdem zeigte sich SVE-Coach Daniel Paulus nach Spielende wenig zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Mit der zweiten Hälfte kann ich nicht zufrieden sein, da haben wir einen ganz glücklichen Punkt mitgenommen. Wenn ich unsere Gegentore sehe und wie wir uns da verhalten, dann ärgert mich das maßlos. Jetzt müssen wir uns daran gewöhnen, wie in der Oberliga Fußball gespielt wird: Mit Aggressivität, Härte und Laufbereitschaft. Da müssen wir einfach noch rustikaler werden. Ich erwarte jetzt, dass die älteren Spieler vorangehen und die jungen mitziehen – dann können wir auch erfolgreich sein.“ Für den in Scharen mitgereisten Anhang hatte der Coach unterdessen nur lobende Worte parat: „Hut ab vor den Fans. Selbst nach dem 3:1 haben sie uns nochmal gepusht und ich glaube, dass das durchaus den Ausschlag gegeben hat. Großes Kompliment!“

Bereits am kommenden Samstag hat das junge Team des SVE die Chance es besser zu machen und dem eigenen Anhang den erster „Dreier“ zu bescheren. Dann erwarten die Blau-Schwarz-Weißen Aufsteiger FV Dudenhofen im heimischen Moselstadion. Anstoß der Partie ist um 15:30 Uhr.

Statistik:

Tore: 1:0 Jusufi (8./FE), 1:1 Weber (25./ET), 2:1 Loulouga (48.), 3:1 Jusufi (87.), 3:2 Noutsos (88./FE), 3:3 Garnier (90.)

Eintracht Trier: Popescu – Engeldinger, Maurer, Radojewski, Heinz – Fischer (60. Kinscher), Mabouba – Brandscheid (60. Sasso-Sant), Noutsos, Lyras (67. Diefenbach) – Garnier

Rot-Weiss Koblenz: Oost – Masala, Henrich, Weber, Meinert – Hillen (63. Engel), Hannappel, Sauerborn, Miles (80. Altin) – Loulouga (73. Koc), Jusufi

Zuschauer: 670 (davon mindestens 250 aus Trier)

Schiedsrichter: Timo Klein

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