Harakiri im Salmtal: Dörbach kassiert Ausgleich in Nachspielzeit – Fotos

Am Samstagnachmittag hat der SV Dörbach sein Heimspiel gegen den FC Karbach nicht gewinnen können. Vor 100 Zuschauern trennte man sich in einem spannenden und temporeichen Spiel 3:3 (2:1). Weirich (2) und Goepel hatten die Treffer für die Gastgeber erzielt, Karbach konnte jedoch in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch ausgleichen.

Foto: Kampf war Trumpf im Salmtal – Dörbach verschenkt Punkte gegen Karbach

Solchen Spielen wie diesem in Dörbach verdankt der Fussball seine Attraktivität. Sechs Tore, Kampf, spielerische Klasse, eine kuriose gelb-rote Karte und ein Ausgleich in der Nachspielzeit – das waren die Zutaten zu einem denkwürdigen Match im Stadion am Waldrand.

Doch der Reihe nach. Das Spiel brauchte erst einmal eine gute Viertelstunde um Fahrt aufzunehmen. Dörbach war feldüberlegen, Karbach stand sicher in der Abwehr – bis zur 15. Minute: SVD-Kapitän Blang war durchgebrochen und konnte nur durch ein Foul gebremst werden. Den fälligen Strafstoss versenkte Weirich sicher zum 1:0 für den Gastgeber. Und damit nicht genug: Karbach war geschockt und die Unordnung in der Defensive der Hunsrücker nutzte Goepel nur drei Minuten später zum 2:0 für Dörbach (18.). Damit waren die Verhältnisse erst einmal geklärt. Doch der SVD setzte weiter nach und hatte einige Möglichkeiten, um die Führung weiter auszubauen. Die beste vergab Blang alleine vor dem Tor der Gäste: FCK-Keeper Bauer rettete glänzend (26.).

Bekanntlich ist es so, dass man oft für das Auslassen von Torchancen bestraft wird und so geschah es auch in Dörbach. Als sich der SVD wohl schon in der Pause wähnte, fiel der Anschlusstreffer für Karbach. Hatte Feilberg kurz vorher schon eine dicke Einschussmöglichkeit versiebt, flankte er diesmal quer auf Rahic und der hatte keine Mühe aus fünf Metern zum 1:2 zu verkürzen (43.). Danach pfiff Schiedsrichter Nicolay zur Pause.

In der zweiten Halbzeit ging es dann richtig rund. Karbach hatte Morgenluft gewittert und wollte den Ausgleich. Nachdem Biller in der 47. Minute per Kopf die Riesechance zum Ausgleich vergeben hatte, kam Hektik in die Partie. FCK-Torhüter Bauer hatte Blang an der Grenze des Fairplays mit angezogenen Knien im eigenen Fünfer niedergestreckt und fiel danach mit einer schlechten Schauspieleinlage auf, als er in einem Gerangel mit Goepel den sterbenden Schwan markierte, ohne jedoch wirklich getroffen worden zu sein. Jetzt war Gift in der Partie und beide Mannschaften beharkten sich mit allen Mitteln. Und es gab Chancen im Minutentakt. Rahic traf für Karbach nur den Pfosten, der Kopfball von Feilberg ging über das Tor. Auf der Gegenseite scheitert Schmoeller: er vertändelt den Ball im Fünfmeter-Raum.

Besser machte es dann in der 67. Minute sein Mannschaftskollege Florian Weirich: Nach einem schönen Solo zimmerte er den Ball aus 13 Metern in die kurze Ecke des Karbacher Tores zum 3:1. Torwart Bauer sah hier nicht gut aus. Wer jetzt aber gedacht hatte, die Partie wäre gelaufen, der sah sich getäuscht. Der FCK steckte nicht auf und wurde in der 72. Minute belohnt. Per Kopf erzielt Biller das 2:3. Jetzt schwamm die SVD-Abwehr und der Gast spielte Einbahnstrassenfussball in Richtung Dörbacher Tor. Doch ein Treffer wollte nicht gelingen. In der 86.Minute dann plötzlich Aufregung an der Aussenlinie. Der eben ins Spiel gekommene Jan Wächter erhielt auf Intervention des Linienrichters die gelb-rote Karte. Was war passiert? Schiedsrichter Nicolay erklärte nach dem Spiel auf Anfrage von 5vier.de: “ Der Spieler Wächter ist von mir mit einer gelben Karte verwarnt worden, als er beim Aufwärmen ausserhalb des Spielfeldes sich unsportlich mir gegenüber verhalten hat. Er war an einer Rudelbildung beteiligt. Seine Einwechslung wurde dann weder bei mir, noch bei meinem Assistenten angezeigt, er betrat den Platz ohne Spielerlaubnis. Daher resultierte die zweite gelbe Karte und der damit verbundene Platzverweis.“ Unglaublich aber wahr: ohne auch nur eine Sekunde gespielt zu haben, musste der Karbacher durch eigenes Unvermögen und das seiner Betreuer und Trainer wieder vom Feld.

Aber das war noch nicht der Schlussakkord in diesem denkwürdigen Spiel. In der zweiten Minute der Nachspielzeit bekommt Karbach noch einmal einen Freistoss zugesprochen. Dieser segelt 30 Meter in den Dörbacher Strafraum, Biller kommt an den Ball, kein SVDler stört ihn und er köpft ein – 3:3! Danach war dann endgültig Schluss und Dörbach kassiert in einem bereits gewonnen geglaubtem Spiel gegen einen in Unterzahl spielenden Gegner in der Nachspielzeit den Ausgleich. Alles in Allem war es jedoch eine gerechte Punkteteilung, beide Mannschaften hatten viele Torchancen und über die Partie verteilt gleiche Spielanteile.

Trotzdem war SVD-Trainer Harry Koch natürlich nach dem Schlusspfiff bedient: „Das darf einfach nicht passieren, wenn man zu Hause drei Tore schiesst, muss man einfach gewinnen. Das Spiel haben wir vollkommen unnötig hergeschenkt. Statt zur Halbzeit mit 3:0 zu führen, lassen wir Karbach wieder rankommen. Und was dann in der Nachspielzeit abgelaufen ist, geht gar nicht: der Ball ist eine halbe Ewigkeit unterwegs, da muss ich die Pille weghauen. Ich bin heute wirklich enttäuscht.“

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(red), Fotos: Anna Lena Bauer

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