„Heil Hitler und Helau!“

Ein Vortrag von Jutta Albrecht zur 5. Jahreszeit in Trier

Sie, die 5. Jahreszeit wurde schon an-gefeiert und 5vier.de war auch dabei: Als Hauptsponsor des Trierer Prinzenpaares – wir warten sehnsüchtig auf die Inthronisation am 9. Januar 2016 – waren wir beim Trierer Oberbürgemeister am 5.11, feierten wir mit dem KC Roscheid am 6.11, ging es am 7.11. zum KV Waldrach und KC Kenn, gingen wir am 11.11. von der Porta zum Kornmarkt (!) und am 13.11. zu der KG Heuschreck und zum Igeler Carnevals-Verein bis nach dem 14.11 beim KV Blau-Weiß Ehrang und dem Schweicher Karneval Verein erst mal Pause war. – Am 22.11. schickten wir noch unsere Einladung für den 1. Trierer Büttenredner-Wettbewerb in die carnevalistische Runde.

Trier. „Heil Hitler und Helau!“ war ein vom Stadtmuseum Simeonstift Trier angesetzter Vortrag am Vortag des 11. November 2015. Ein mit viel Trierer Vergangenheit und Inhalten gespickter Vortrag, den 5vier.de mitgefilmt hat. – Damit Sie als Leser/in nicht einen schweren Block zum Abspielen präsentiert bekommen, haben wir den Vortrag in vier Einheiten unterteilt.

Der Publikations-Termin 29. Dezember 2015 hat hierbei keinen symbolischen Wert. Vielmehr hoffen wir, dass die Zeit zwischen den Jahren dazu beitragen wird, dass unsere Leser/innen etwas mehr Zeit für das Thema aufwenden können.

1939 sah Trier den besten Karnevalszug aller Zeiten

Hätten Sie gewusst, dass im Jahr 1968 notiert wird, dass „Rosenmontag 1939 sah Trier den größten und besten Karnevalszug aller Zeiten.“ – Kann man das so einfach im Raum stehen lassen? – Jutta Albrecht hat als Historikerin nachgeforscht und – im Film wird es sichtbar – kann sogar Dokumente dazu vorlegen: „Die Bilder, die vom Umzug existieren, zeugen davon, dass dieser Rosenmontagszug schlichtweg bombastisch war, gut inszeniert, seine Wirkung bestimmt nicht verfehlend. Große Aufmärsche zu organisieren, die eine große Wirkung hinterließen – das war das Metier der Nationalsozialisten.“

Der Text von Jutta Albrecht birgt viele Informationen die mit einem angenehmen erzählerischen Stil vorgetragen werden. Man wird neugierig in Bezug auf das, was kommen wird und ist verführt, weiter zuzuhören:

„Aus dem Trierer Rosenmontagszug des Jahres 1939 liegen viele Fotos fast aller Motivwagen vor, nur ein Photo nicht: von den „Auswandererfürsten“. Aufgrund ähnlich lautender Titel in Rosenmontagszügen anderer Städte lässt der Titel vermuten, dass es sich hier um einen Wagen mit antisemitischen Motiven handelt. Den einzigen Hinweis diese in Richtung jüdische Thematik gibt die Berichterstattung in der „Trierischen Landeszeitung“ vom Dienstag, 21. Februar 1939, also einen Tag nach dem Rosenmontagszug. Auf der ersten Seite erscheint ein großer Artikel, indem alle Motivwagen beschrieben werden.

Zum „Auswandererfürsten“ heißt es: „ Die Trierer Spediteure stellten den „Auswandererfürsten“, eine Darstellung, die sich auf die zur Zeit in Durchführung begriffene Auswanderung bezog.“
Schade, dass die Photographie sich nicht in der Sammlung des Stadtarchivs befindet. [Vielleicht hat der Leser / die Leserin hier weiterführende Informationen]

Der Mythos, dass der Karneval zwischen 1933 und 1939 ein „Hort des subversiven Widerstands“ gewesen sei, ist in das Reich der Fabel zu verbannen. Es ist aber wohltuend, aus der heutigen Kenntnis der Geschichte des Karnevals im Nationalsozialismus zu wissen, dass nicht alle sich anpassten, sondern dass es auch hier Lichtgestalten des deutschen Widerstands gegen das Hitler-Regime gab.

Wie in Köln den unbeugsamen Narr Karl Küpper. Küpper las als Büttenredner den Nazis die Leviten, verspottete sie sogar mit dem Hitlergruß. So hob er manchmal, wenn er auf dem Rand der Bütt saß, den rechten Arm hoch und fragte das Publikum „Is et am rähne?“Regnet es? Seine Popularität schützte ihn recht lange, doch 1939 überspannte er dann den Bogen und es wurde ihm ein lebenslanges Redeverbot auferlegt – das allerdings 1944 aufgehoben wurde.“

Zur Information: Das Jahr 1939 war das Jahr in dem vor Ausbruch des 2. Weltkrieges das letzte Mal Karneval gefeiert wurde.

Film-Sequenzen: C. Maisenbacher // Foto: Titel des Vortrags von Jutta Albrecht

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