Heimkino-Tipp: Ostzone – Deutscher Low-Budget Horror mit cooler Location

In der ehemaligen DDR spukt es in einer verlassenen Heilanstalt

Deutscher Horror ist nach wie vor eher eine Seltenheit in den Kinos. Wer statt verlassener Herrenhäuser in Louisiana oder dem Massaker im Sommercamp gerne Grusel vor heimischem Hintergrund sehen möchte, greift zur DVD. Dort tummeln sich immer wieder mal kleine Indie-Produktionen, wie der Micro-Budget-Slasher Ostzone.

In Ostzone kauft ein junges Sozialpädagogen-Pärchen eine verlassene Heilanstalt in der ehemaligen DDR. Doch bereits die Maklerin wirkt wenig vertrauenswürdig. Schnell stellt sich heraus, dass das verlassene Gebäude eine dunkle Vergangenheit hat, deren Nachwirkungen dem Paar und ihrer mitgereisten Freundin zum Verhängnis werden könnten.

Wenn man über Ostzone spricht, muss man den Begriff Micro-Budget immer im Hinterkopf behalten. Regisseur René Rausch hat den kleinen Horrorfilm für wenige Tausend Euro gedreht und dafür den Film tatsächlich richtig vollgepackt. Der Star ist ganz klar die ehemalige Lungenheilstätte, die der Regisseur für den Film ergattern konnte. Das verlassene Gebäude ist auch ohne komplizierte Sets imposant. Eine coole Location für einen Horrorfilm.
Leider verlässt der Film sich etwas zu sehr auf seine Hauptattraktion. Die meiste Zeit der nur 70 Minuten Lauflänge spielen am Tag und das überwachsene Gebäude hat fast schon etwas Romantisches in diesen Aufnahmen.

Das Drehbuch selbst handelt auch eher die üblichen Horror-Klischees ab und verirrt sich nicht selten in schrecklich geschriebenen, unrealistischen Dialogen, die von den zum Teil leichenhaften Darstellern oft unfreiwillig komisch vorgetragen werden.
Wer sich auf solch eine kleine Produktion einlässt weiß aber auch, dass das alles dazu gehört. Und während in Amerika der Horrormarkt mit tausenden solcher Produktionen überschwemmt wird, muss man bei uns immer noch danach suchen. Da freut man sich bereits, wenn man dem Film ansieht, dass alle scheinbar bei den Dreharbeiten Spaß hatten.

Für wen sich das alles nicht überzeugend anhört, der sollte sich von Ostzone am besten fern halten. Der Horrorstreifen ist größtenteils unspektakulär. Das Blut gefrieren wird hier niemandem. Nur Fans von Indie-Horror, die der DDR-Hintergrund des Films und die deutsche Location interessiert, könnten durchaus Freude an dem Film haben. Im schlimmsten Fall hat man wenigstens den deutschen Indie-Horror ein wenig unterstützt.

 

Ostzone ist am 19.5. auf Blu-Ray und DVD erschienen.

Maxdome und Google Play bieten den Film für 2.99€/3.99€ auch im Stream an.

 

 

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