Hemmungslos Schmökern – „StadtLesen“ am Trierer Kornmarkt

"StadtLesen" dieses Wochenende zu Besuch auf dem Kornmarkt in Trier

Gerade wird auf dem Kornmarkt fleißig aufgebaut und eingeräumt, denn am Wochenende kann man es sich hier nach Herzenslust in der Sonne gemütlich machen und ein gutes Buch lesen. Das Projekt „StadtLesen“ der „Innovationswerkstatt Salzburg“ ist zu Gast in Trier und hat neben 3.000 Büchern noch eine Live-Lesung mitgebracht.

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Die „Readers-Corner“

Mit 3.000 Büchern, fast 100 Sitzsäcken, einer Handvoll Hängematten und einem Autoren sind Projektleiterin Isabel Jaskolski und ihre Praktikantinnen aus Neu-Ulm angerückt, um auf dem Kornmarkt alles für die Aktion „StadtLesen 2014“ vorzubereiten. Von Donnerstag bis Sonntag können sich Passanten und Interessierte, Leseratten und Bücherwürmer von 9 Uhr morgens bis Dämmerungseinbruch nach Herzenslust durch alle Genres lesen.

Projektleiterin Isabel Jaskolski

Projektleiterin Isabel Jaskolski

„Wir haben Kooperationen mit über 60 Verlägen“, so Jaskolski. Von Kinderbüchern bis Thriller ist alles dabei, was aus Buchstaben besteht und sich zwischen zwei Buchdeckel pressen lässt. Ins Leben gerufen wurde die Idee in Salzburg vom Geschäftsführer der „Innovationswerkstatt Salzburg“ Sebastian Mettler. Er selbst gibt sich den Spitznamen „Innovator“ und brachte die „StadtLesen“-Idee von Salzburg aus nach ganz Deutschland, Österreich sowie die Schweiz und sogar bis nach Südtirol/Italien. Auf der Homepage StadtLesen.com kann man sein Voting für verschiedenen Städte abgeben. Trier als älteste Stadt Deutschlands war ganz vorne mit dabei. In Zusammenarbeit mit Herrn Rudolf Hahn von der VHS Trier kam es dann zu der Veranstaltung am Wochenende.

Mit Sitzsäcken, Hängematten und einer „Readers-Corner“ soll die Idee umgesetzt werden „Bücher zu den Menschen zu bringen und Lesen in einem offenen Raum möglich zu machen.“ Verläge senden ihre Bestseller und Neuerscheinungen zu und Jaskolski und ihre Kollegen touren damit durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Praktikanten, wie die 18-jährige Bernadette aus Österreich helfen da, wo sie können. Bauen Büchertürme mit auf und Befüllen sie dann mit den Bestsellern und Neuerscheinungen. Im Oktober will Bernadette dann anfangen zu studieren: Lehramt für Germanistik und Anglistik.

Bibliophile Highlights

Praktikantin Bernadette beim Einräumen der Bücher

Praktikantin Bernadette beim Einräumen der Bücher

„Das „bibliophile Highlight“ bildet dann die Hauptlesung pro Stadt“, so Jaskolski. In Trier wird dies am Donnerstag um 19 Uhr Wladimir Kaminer sein, der mit seinem Werk „Diesseits von Eden“ bereits zum „Shootingstar unter den Autoren“ aufgestiegen ist. Trier hatte sich ihn in den Votings gewünscht, umso schöner, dass er die Lesung zusagen konnte. „Es ist immer abenteuerlich unter freiem Himmel zu lesen, in einem Raum kann man die Lesung etwas mehr „vorhersehen“. Open Air ist es spannender.“ Bei Regen liest Wladimir Kaminer im Vortragssaal der VHS Trier, Domfreihof 1b.

Das Lesen der Bücher ist kostenfrei und baut auf eine „Vertrauensbasis“ auf. „Es kommt selten etwas weg und ohne Vertrauen funktioniert das Konzept auch nicht“, erklärt Jaskolski. Gerade Kinder stürzen sich auf die Bücher, aber auch die „Problemgruppe“ der Jugendlichen nimmt die Aktion meist sehr gut an. „Wir haben noch nie festgestellt, dass Jugendliche sich nicht dafür interessieren.“ Wer kann einem gemütlichen Tag mit einem guten Buch schon widerstehen? Eines sollte man allerdings beachten: „Die Hängematten sind heiß begehrt und schnell besetzt“, scherzt Isabel Jaskolski.

Die Aktion „Stadtlesen“ wird von Donnerstag, 3. Juli, bis Sonntag, 6. Juli, auf dem Kornmarkt sein und mit zwei Büchertürmen, Hängematten und Sitzsäcken sowie einer Lesung zum Verweilen und Schmökern einladen. 

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Kommentare (2)

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  1. Mandana sagt:

    Hey Frau Braun, kann man dort auch sein eigenes Buch „ablegen“? 😉
    Liebe Grüße,
    Mandana

    Anm.d.Red.: Hallo Mandana, das wissen wir leider nicht. Eventuell könntest du einfach vor Ort mal nachfragen. Ansonsten dir viel Spaß beim Lesen! 🙂

  2. Bine sagt:

    Mensch, hab ich hier lange nix mehr geschrieben…

    Kleiner Tipp an Frau Braun: „schmökern“ schreibt man ohne „c“ 😉
    http://www.duden.de/suchen/dudenonline/schm%C3%B6kern

    Bei solchen schönen Ideen denk ich mir immer nur eins: Schade – ich verpasse in meiner alten Heimat ja richtig viele nette Aktionen.

    So, auf zur Redax.

    Anm.d.Red.: Liebe Bine, danke für die Anmerkung! Wir haben das natürlich sofort korrigiert. Liebe Grüße von der 5vier.de-Redaktion. (sb)

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