Höllenfeuer und mehr im Circus Flic Flac

Überraschung und Staunen dominiert humorlose Einlagen

Große Show und große Emotionen verspricht das neue Programm des Circus Flic Flac. In Trier feiert der Circus Premiere des Programms: Höchststrafe – 25 Jahre Flic Flac. Noch bis Sonntag gastiert der Circus mit diesem Programm im Messepark.

Foto: C. Maisenbacher

Foto: C. Maisenbacher

Trier. Der Freitag läutet die letzten drei Tage Circus Flic Flac in Trier ein. Wer jetzt noch nicht dort war, sollte schnell sein Ticket reservieren. Denn lohnenswert ist die Show auf jeden Fall. Und so schnell wird in Trier ein solches Programm mit dieser Dichte von Extremleistungen nicht mehr zu sehen sein. Artisten, die nicht nur ihre Körper beherrschen, anscheinend weder Schwerkraft noch Belastungsgrenzen kennen. Das ist es, was im Circus Flic Flac tatsächlich Staunen auslöst, und die Zeit wie im Fluge vergehen lässt: Keine Maschine, kein Programm, sondern ein Mensch, der mit Training, Phantasie und Höchstleistungen zu begeistern versteht und so vor die Zuschauer tritt. Auf der Circus-Bühne präsentiert der Artist das Ergebnis. Und nicht wenige Zuschauern bleibt nichts anderes übrig, als mit offenem Mund das Unglaubliche zu verfolgen. – Der Applaus im Circus Flic Flac ist IMMER echt.

Da sind die „Umbau-Füller“ mit ihrem sehr einfachen und mitunter schon beleidigenden Humor geradezu störend im Programm-Ablauf. 5vier.de erlaubt sich die Frage, ob diese Art von Unterbrechung für ein Jubiläumsprogramm passend ist. Das Lachen des Publikums erschien offenkundig als eine Reaktion auf den Witz und nicht als Lacher über den Witz. Im Gegensatz zu dem, was Artisten Zuschauern präsentierten und damit überraschten, waren die „Pausen-Füller“ das genaue Gegenteil. Sie überraschten nicht und ernteten statt Staunen nur müde Mitleidslacher und traurigen Applaus.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Flamme aus dem Flammenwerfer vom „Master of Hellfire“. Dies war zu heiß am schon über 35 Grad warmen Premierentermin. Selbst von unserem Foto-und-Film-Punkt konnten wir noch die Hitze spüren… – Ein „Iceman“ wäre da sinnvoller gewesen. Das vermeintliche oder tatsächliche integrieren des Publikums in die Show ist ein alter Hut und war müde anzuschauen. Auch sollte der „Komiker“ Steve nicht über sich selbst lachen. Das macht sich gut im kleinen Kreise. Sorry, Steve, but you might be better in a Pub. (Und deinen „Hey“ = „Hai“ in Form eines Mini-Hai-Fisches konnte man nur schwer sehen). Auch schleift die Wiederholung eines Nicht-Witzes genau diesen beim zweiten Mal auf einen Nullpunkt ab.

Da lässt sich die Inszenierung – gemeint ist die Gefängnis-Aura, in welcher die Show stattfindet – viel eher begrüßen. Denn sie mag sonderbar am Anfang erscheinen, doch sie wird konsequent in Szene gesetzt. Der Käfig-Bogen mit der Circus-Band (da passt der Begriff „Orchester“ nicht mehr) wirkt, putscht auf und reißt mit. Optik und Akustik reißen den Zuschauer in eine Welt der Extreme.

25 Jahre ist Lebenslänglich. 25 Jahre Circus Flic Flac steigert sich bis zum Finale: Was sich vorher als eine Performance auf Leben und Tod In einem Käfig-Globus oder einer Motorradkugel darstellte, wird gesteigert: Zum Finale überspringen die acht „Mad Flying Bikers“ mit ihren Motorrädern die Kugel in einer Form, dass Fahrer und Gefährt getrennt voneinander den Sprung ausführen.

Und genau das ist es, was wir am Ende mit nach Hause nehmen: Das Staunen über das Unmögliche, was der Circus Flic Flac möglich macht!

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