Ich geHÖRE daZU – Der Tag des Hörens in Trier

Heute ist der Tag des Hörens. 5vier erklärt, was es damit auf sich hat und was Trier zum Tag des Hörens beizutragen hat.

Foto: Lars Eggers

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Der 14. Mai ist der offizielle Tag des Hörens. Der vom Bundesverband der Hörgeräteindustrie organisierte Aktionstag steht dieses Jahr unter dem Motto „Ich geHÖRE daZU!“ Der Verband ruft hier dazu auf, sich aktiv mit seinem Hörsinn auseinanderzusetzen. Zum nunmehr dritten Mal rücken über Hunderte von bundesweiten Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden die Problematik von Hörverlust und -schäden in das Sichtfeld der Öffentlichkeit. In diesem Jahr konzentrieren sich die Veranstalter auf den Bereich Karriere und Beruf.

Ein wichtiges Business Tool. Foto: Lars Eggers

Ein wichtiges Business Tool. Foto: Lars Eggers

„Egal in welchem Beruf Sie arbeiten, denken Sie doch einmal kurz darüber nach, wie häufig Sie auf Ihr Gehör angewiesen sind. Der Kunde am Telefon, die Kollegin, die Sie um etwas bittet, der Straßenverkehr, in dem Sie sich bewegen: All das erscheint Ihnen selbstverständlich, doch wenn Ihr Gehör nicht gut funktioniert stoßen Sie schnell an ihre Grenzen“, erklärt der Bundesverband die diesjährige Themenwahl.

Grund dafür ist eine Studie der European Hearing Instrument Manufacturers Association (EHIMA), die im letzten Jahr durchgeführt wurde und die zeigt, dass viele Menschen einen Nachteil im Beruf befürchten, wenn ihr Gehör nicht mehr richtig funktioniert.

Der „Tag des Hörens“ möchte aus diesem Grund das gesellschaftliche Bewusstsein für dieses verbreitete Leiden fördern und Lösungen, Therapien und technische Hilfsmittel vorstellen. Auch aus Trier kommt eine solche Lösung.

Volkskrankheit Tinnitus

Jeder vierte Deutsche kennt das störende Pfeifen, Zischen und Rauschen im Ohr, das man als Tinnitus bezeichnet. Nach Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga leiden mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland unter chronischem Tinnitus – und jedes Jahr kommen 270.000 Fälle dazu. Die Ursache für das lästige Ohrpfeifen ist übermäßige Lärmbelastung im Alltag. „Besonders Jugendliche sind sich der Lärmgefahren und ihrer Folgen selten bewusst“, erklärt der Dr. Friedmann Gerhard, Diplom-Psychologe an der Universität Trier. Live-Konzerte, laute Kopfhörer – dauerhafte Lärmbelastung von 95 Dezibel schaden dem Gehör. Nach den neusten Daten wird jeder dritte Jugendliche im Alter von 50 Jahren ein Hörgerät brauchen. Gerhard bestätigt diesen Trend. Der Tinnitus-Spezialist hat an der Universität Trier eine spezielle Therapie erdacht und behandelt immer häufiger junge Menschen.

Das Therapiekonzept aus Trier

Das „Ablenkungs- und Entspannungstraining“ (AET) wurde für Menschen entwickelt, die seit mehr als drei Monaten unter einem Tinnitus leiden und sich davon stark beeinträchtigt fühlen. Hierbei wird die Aufmerksamkeit des Patienten aktiv von dem Störgeräusch auf angenehme Sinnesempfindungen abgelenkt.

Das AET ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, keine komplexe Therapie, so Gerhard: „Bei der Behandlung wird oft davon ausgegangen, dass – da Tinnitus ein komplexes Problem darstellt – auch nur komplexe Therapieformen greifen. Wir sehen das anders und konnten in eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass bei der von uns gewählten Beschränkung und Konzentration auf wenige wichtige Behandlungselemente eine mindestens ebenso hohe Wirksamkeit erreicht wird.“

Mittels eines auditiven Entspannungsverfahrens, bei der visuelle Licht- und sensitive Wärmereize per Computer koordiniert und dem Patienten präsentiert werden, ist es möglich, die ablenkenden Ohrgeräusche aus dem Bewusstsein zu drängen und dringend benötigte Ruhe zu verschaffen. Die Resultate und zahlreiche Ergebnisstudien belegen, dass AET tatsächlich so erfolgreich ist wie die zahlreichen Tinnitus-Spezial-Kliniken in Deutschland – und das ohne die zeitliche und finanzielle Belastung einer Kur.

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Kommentare (1)

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  1. Bine sagt:

    Ich bin seit der Pubertät Tinnitus-Betroffene und ich habe sehr gute Erfahrungen mit AET gemacht.

    Besonders schlimm wird es bei mir in stressigen Zeiten.

    Auch Autogenes Training hat mir sehr gut geholfen. Wenn man die Disziplin aufbringt, die Übungen wirklich regelmäßig durchzuführen, kann man die Beschwerden zumindest auf ein erträgliches Maß zurückdrängen. Klappt nicht bei jedem, aber bei mir geht es ganz gut.

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