Gladiators Trainer stellt sich vor

Pressekonferenz mit neuem Trainer Marco van den Berg

Gestern wurde die Meldung veröffentlicht, am Dienstagnachmittag folgte die Vorstellung des neuen Trainers der Trierer Gladiators. Redselig und sympathisch stellte sich der niederländische Übungsleiter den Fragen der Presse. Dabei merkt man ihm an, dass er viel vorhat und klare Grundprinzipien verfolgt, die die Basketballer mittelfristig wieder in die Erstklassigkeit führen soll.

Fotos: C. Maisenbacher

Fotos: C. Maisenbacher

Trier. „Hallo, Marco.“ Persönlich und mit Handschlag stellt sich van den Berg vor der Pressekonferenz allen Anwesenden vor. Ihm ist seine Vorfreude und Offenheit sichtlich anzumerken, als er die Loge betritt. Um 13 Uhr dann sitzt er vor den Pressevertretern, zwischen Manager Michael Lang und Arena-Chef Wolfgang Esser.

Wolfgang Esser erklärt, wie der Kontakt zum ehemaligen Bayreuther Headcoach zustande kam. Der ehemalige Basketball-Profi und Nationalspieler Ingo Wolf, der einst Manager in Weißenfels war, hat sich als Agent bei den Trierer Organisatoren James Marsh, Patrick Börder und eben bei Esser gemeldet, dass er einen Kandidaten für das Traineramt habe. Einziger Nachteil: „Er hat zwei Jahre nicht in Deutschland gearbeitet.“ Der Rest der Vita von Marco van den Berg passe ideal ins Anforderungsprofil des Zweitligisten.

Eine schnelle Einigung mit den Gladiators

So kam der Holländer Freitag nach Trier, wurde mit einem Vertrag über zwei Jahre ausgestattet und nun habe er viereckige Augen, weil er viel Zeit in den vergangenen Tagen mit dem Studium von Bewegtbild verbracht habe. Van den Berg empfindet die Aufgabe als perfekt, da er am liebsten Sachen vom Grunde auf aufbaut. „Trotz der reichen Tradition hier, fangen wir bei Null an“, erklärt der 50-Jährige die Situation. Deshalb auch die eckigen Augen. Für den „Obergladiator“ geht es darum, so schnell wie möglich eine Mannschaft zusammenzustellen.

Mangeln tut es nicht an Angeboten von Spieleragenten. In den kommenden drei Wochen soll die Mannschaft ein Gesicht bekommen. Dabei wird das Gerüst des Teams aus deutschen Spielern bestehen, die im Idealfall auch über Jahre das Aushängeschild des Basketballbundesligisten bilden. „Ich möchte eine deutsche Umkleidekabine“, formuliert van den Berg es kurz und bündig und ergänzt, dass grundsätzlich jeder Spieler eine Chance bei ihm habe. „Wir sind aber hier in Deutschland und deshalb sollte man dies dem Team auch anmerken“, sagt der Niederländer während der ersten Pressekonferenz für seinen neuen Verein.  Ein Gerüst aus jungen, deutschen Spielern, die gerne mehr Verantwortung übernehmen möchten auf der einen Seite, auf der anderen Seite ein riesiger Markt an ausländischen Spielern: „Da kann man auf das Gerüst reagieren, um das Team zu ergänzen. Es sollten zehn Profis und fünf Nachwuchskräfte sein“, erklärt der Coach.  In rund drei Wochen, am 10. August ist Trainingsbeginn, dann wird man sehen können, wie die Arbeit gefruchtet hat.  Das Pensum der Einheiten wird sich nicht zu einem Erstligisten unterscheiden.

Van den Berg ist die Nachwuchsförderung elementar wichtig. Er nennt Beispiele wie die jugoslawische Schule, die durch ihre Jugendarbeit hervorragende Spieler in alle Welt geschickt haben. Zuletzt war er in den Niederlanden in Groningen dafür zuständig, die dortigen Talente weiterzubringen und das Konzept der Talentförderung zu verbessern. Das müsse auch in Deutschland geschehen. „Die deutschen Spieler müssen viel mehr entwickelt und in Spitzenmannschaften eingebunden werden.“ Man müsse nicht perfekt sein, „aber die Einstellung muss stimmen“, sagt van den Berg selbstbewusst.

Entsprechend wurde nachgefragt, ob die Gladiators trotz der Abwesenheit in der ersten Liga eine NBBL-Mannschaft stellen darf. Hier wird noch auf eine Entscheidung gewartet, die am kommenden Mittwoch fallen könnte. Einen Co-Trainer gibt es noch nicht, aber der soll so schnell wie möglich gefunden werden. Da die Nachwuchsarbeit nicht mehr in Hauptamtlichkeit erledigt werden kann, steht die Idee im Raum, die beiden Aufgaben miteinander zu verbinden. Hier ist laut Esser das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Hohe Ansprüche, aber keine Zielvorgaben

Über die Ziele befragt, antwortet „Marco“ zweigleisig: „Ich bin Leistungssportler, ich will alles gewinnen.“ Aber quantitativ will er keine Vorgaben setzen, sprich, es gibt keine Vorgabe wie das Erreichen der Playoffs oder ähnliches. Qualitativ gibt es aber klare Ansprüche: „Die beste Defense und das beste Rebounding. Wenn das stimmt, kann man jeden schlagen.“ Den europäischen Stil möchte er fest verankern, die Leidenschaft muss stimmen, „wie bei den Gladiatoren“. Mittelfristig möchte er allerdings auf jeden Fall zurück in die BBL – dauerhaft. Das Potential dazu sieht er „ganz sicher“.

Die Anhänger des neuen Vereins interessiert natürlich, ob man ehemalige Gesichter wiedersehen wird. Dazu wird recht offen geantwortet. Van den Berg ist ein großer Fan von Jermaine Bucknor, nicht nur als Spieler, sondern auch als Person. Aber: „Das heißt nichts weiter.“ Esser ergänzt, dass man immer noch in Kontakt mit Laurynas Samenas und Marko Luković ist. Allerdings ist noch völlig offen, ob diese zurückkehren werden, zumal beispielsweise die Bürokratie einen Strich durch die Rechnung machen könnte, bezüglich einer Arbeitserlaubnis für den Serben. Nicht mehr wiedersehen wird man Mathis Mönninghoff, Dennis Kramer, Stefan Schmidt und Tony Canty.

Spannend wird dieser Juli werden, vor allem in personeller Hinsicht. Euphorisch wird der neue Trainer an die Sache rangehen, gerne auch mit Unterstützung von Henrik Rödl. „Er ist immer willkommen mitzuhelfen – nur darf er dann nicht woanders in der ProA anheuern.“ erzählt er grinsend. Allzu groß dürfte diese Gefahr nicht sein. Der Ex-Coach hat über Esser schon angeboten, dass van den Berg seine Kontaktdaten bekommen soll. Allerdings, dazu muss sich die Neuvorstellung erstmal ein neues Handy besorgen. Die letzten zwei Jahre lebte er gänzlich ohne, was er nur empfehlen kann…

Sein erstes Spiel in Deutschland hatte er in Trier. Er empfindet die Arena als perfekt für die BBL. Auch sonst spricht vieles für diesen Standort. „Man spürt überall die Leidenschaft für Basketball“, sagt Marco und lacht. Denn er ist nun ein Gladiator und die sollen ähnlich wie Leistungssportler ein Feuer entfachen, Menschen begeistern und inspirieren. In Trier ist er mit dieser Einstellung genau an der richtigen Adresse.

Mehr zu den Gladiators gibt es im Netz.

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Kommentare (1)

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  1. Paule sagt:

    Sehr schöner und informativer Bericht, besten Dunk dafür!
    Let’s go Gladiators – endlich wieder positive Meldungen und ein wenig Aufbruchstimmung!
    Wäre schön, wenn 5vier die ProA-Saison (und gerne auch schon die Offseason) intensiv begleiten und ausführlich berichten würde.

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