In Memoriam Trierer Miezen?

Wirkt die 2. Bundesliga demotivierend auf die Trierer Handballerinnen?

Es gibt drei Fragen, die sich die Trierer Miezen nach dem erneut verlogenen Spiel gegen die Meenzer Dynamites stellen müssten: Stimmt die Kommunikation zwischen Trainerin Daniela Filip mit den Spielerinnen? Wollen die Spielerinnen sich im Tabellenkeller fest einrichten? Oder muss auf der einen oder der anderen Seite eine andere Personalentscheidung getroffen werden? Das sind Fragen, die auch mitten in einer Spielsaison gestellt werden können ( vgl. Mainz ).

Trier / Mainz.
Die Trierer Bundesliga-Handballerinnen erleben am Samstagabend ein Déjà-vu, leider eines der bitteren Art: Gegen den direkten Tabellennachbarn Mainz 05/Budenheim müssen die Moselanerinnen erneut deutlich im Rückstand (16:21/38.) liegen, um mit einer grandiosen Aufholjagd ins Spiel zurückzukommen und letztlich erneut als Verlierer vom Platz zu gehen. Mit 27:28 verliert die Mannschaft von Daniela Filip und steckt weiter im Tabellenkeller fest. Der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt bereits vier Punkte.

Sie haben gekämpft, alles in die Waagschale geworfen, Leidenschaft und Willen gezeigt: Allerdings erst ab der 38. Minute und nach einem fast aussichtslosen 16:21-Rückstand. Zu spät, um im Abstiegskampf zu punkten, zu spät um den zweiten Saisonsieg einzufahren und doch hatten es die Trierer Bundesliga-Handballerinnen am Ende erneut selbst in der Hand eine Achterbahnfahrt gegen den direkten Konkurrenten Mainz 05/Budenheim erfolgreich zu gestalten.

„Aber immer dann, wenn wir in Führung gehen könnten, spielen wir zu ungeduldig oder verwerfen Tempogegenstöße“, gab Trainerin Daniela Filip später zu Protokoll und konnte sich auch einen Seitenhieb gegen das Schiedsrichtergespann Katharina Heinz/ Sonja Lenhardt nicht verkneifen: „In den wichtigen Spielphasen haben wir fast immer in Unterzahl agiert, oft sogar in doppelter.“ Das Verhältnis von drei Zeitstrafen für Mainz gegen sieben für die Miezen kann durchaus als kritisch gesehen werden, allerdings war es eben jene doppelte Unterzahl, die die Moselstädterinnen zurück in die Partie brachte.

Die Gastgeberinnen aus Mainz führten 23:20 (45.), als Andrea Czanik und Joline Müller nacheinander auf der Strafbank Platz nehmen mussten und sich das Blatt nun endgültig gegen die Miezen zu wenden schien. Mainz erhöhte gar auf 24:20, die Miezen aber trotzen den Widrigkeiten, verteidigten leidenschaftlich und verkürzten durch zwei Treffer von Spielführerin Judith Derbach auf 22:24 (48.), kamen in der 51. Minute zum viel umjubelten 24:24-Ausgleich.

Das Momentum lag, wie bereits eine Woche zuvor im Heimspiel gegen Zwickau, auf Seiten der Moselstädterinnen, die dies allerdings erneut nicht nutzen konnten. Fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor besiegelte letztlich die 27:28-Auswärtsniederlage, es war die neunte Pleite im zehnten Spiel, „total unnötig und überflüssig.“ Wieder haben die Miezen einen kollektiven Blackout, lassen den Gegner nach ausgeglichenen 18 Minuten (8:8) bis zur Pause auf 18:13 davon ziehen. Vor allem in der Defensive fehlte die nötige „Konsequenz und Aggressivität.“

Der Druck auf die Filip-Sieben ist nun vor dem kommenden Heimspiel am Samstag (20 Uhr) gegen Aufsteiger Nürtingen enorm. Mit vier Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, den Nürtingen derzeit innehat, sind die Miezen zum Siegen verdammt, dessen ist sich auch Filip bewusst: „Das müssen wir gewinnen, sonst sieht es richtig schlecht aus.“

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