In Motion: Die nächste Generation Trierer Modeschöpfer

Von tragbar bis ausgefallen war bei der Abschlussmodenschau der Hochschule Trier alles dabei

Der strömende Regen vor Halle 6 des Bobinet-Quartiers hat am Samstagabend niemanden interessiert, als drinnen die Studierenden der Fachrichtung Modedesign der Hochschule Trier ihre Arbeiten vorführten. 21 Bachelor- und Master-Absolventen zeigten bei der Modenschau ihre individuellen Abschlussprojekte, die ersten sechs Semester zeigten gemeinsam erarbeite Kollektionen.

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Anastasia Liebe mit zwei Models, die Stücke aus ihrer Kollektion ANTAGONISTA tragen.

Die Plätze entlang des Laufstegs waren voll besetzt. Gespanntes Murmeln, bevor die Musik einsetzte und das erste Semester sein Semesterbild „Tribal Now – The Ribbon Project“ vorstellte. An schlichten, schwarzen T-Shirts hatten sie sogenannte „Flächenbindungstechniken“ eingesetzt, die die Shirts in aufwendige Webereien verwandelten. Anschließend zeigten die Bachelor-Absolventen ihre Arbeiten, die von schlicht bin aufwendig und bunt reichten und klassische sowie ausgefallene und moderne Silhouetten zeigten.

Katarina Podlich - MASCULINE
Katarina Podlich – MASCULINE

Katarina Podlich zum Beispiel versuchte in ihrer Bachelor-Kollektion, Bodybuilding und High-Fashion einander anzunähern. „MASCULINE“ heißt ihr Projekt, das sich darauf konzentriert, ausgefallene Designs und Schnitte auch für Männer tragbar zu machen, die sonst eher in Sportkleidung zu sehen sind.

Mode mit einem Augenzwinkern

Paulina Fuhrmann dagegen hat sich auf ihre Wurzeln besonnen. Sie hat sich für „Vintage & Rags“ von der polnischen Tradition inspirieren lassen und diese modern neu interpretiert. „Es soll locker sein und Spaß machen“, erzählt sie, außerdem habe sie nah am Zeitgeist und aktuellen Trends bleiben wollen. Dazu setzte sie unter anderem auf Festival-Chic und Blumenmuster, das Ganze mit einem Augenzwinkern. „I VOTE FOR VODKA“ stand auf einem ihrer Oberteile.

Paulina Furmann - "Vintage & Rags"
Paulina Furmann – „Vintage & Rags“

Von September bis Januar habe sie daran gearbeitet und nebenbei noch ein Praktikum gemacht. „Ziemlich hardcore“ war diese Zeit, erinnerte sie sich, „keine Freunde, kein Sozialleben“. Was sie im Anschluss an ihren Bachelor machen möchte, weiß sie noch nicht genau, sie kann sich ein Masterstudium vorstellen, aber auch ins Ausland zu gehen oder als Stylistin zu arbeiten.

Mehr Haute Couture als Prêt-à-porter

Nach der Pause zeigten die neun Master-Absolventen ihre Kollektionen, die sogar noch ein Stück anspruchsvoller, aufwendiger und beeindruckender wirkten. Nicht wenige sind eher „Haute Couture“ als „Prêt-à-porter“. Das Publikum war durchweg fasziniert. „Ich bin beeindruckt, was die jungen Leute auf die Beine gestellt haben“, erzählte eine Besucherin.

Besonders elaboriert und detailreich wirkte Anastasia Liebes Kollektion „ANTAGONISTA“. Die aufwendig verzierten Roben erinnerten gleichzeitig an Rüstungen und Roben der Vergangenheit, aber auch an Kostüme, die aus einem Science-Fiction Film stammen könnten.

Science-Fiction findet sich auch in den Arbeiten von Dany Gold (Silke Hecker), die zu ihrer Kollektion einen Comic entworfen hat, der in New York im Jahr 2050 spielt. Eine Untergrundorganisation organisiert darin Kämpfe zwischen jungen Männern, nach dem Vorbild der Hundekämpfe des 18. Jahrhunderts.

Auszeichnung für Innovation und Tragbarkeit

Im Anschluss an die Präsentation der Arbeiten wurde dieses Jahr der Trierer Modepreis vergeben. Die Jury entschied sich für innovative Arbeiten, die neue Materialien und Silhouetten verwendeten, legte aber auch Wert auf Tragbarkeit und Umsetzbarkeit.

Der dritte Platz ging an Josiane Biwer, die ausgehend von der Idee der plastischen Chirurgie damit spielte, Kleidung zu ungewöhnlichen Formen im wahrsten Sinne des Wortes „aufzublasen“. Die knallbunten Arbeiten sollen auch die absurden Körperbilder unserer Zeit infrage stellen.

Zweite wurde Elena Bosche, die ebenfalls mit Material und Silhouetten spielte, sich aber vor allem auf Mode im urbanen Lebensraum konzentrierte.

Den ersten Preis ergatterte Laura Schmidt, deren Entwürfe von der Jury als innovativ aber auch tragbar gelobt wurden. Sie hat vor allem mit den Farben weiß und blau gearbeitet und Jeanskleidung entwickelt, die ungewöhnlich chic, aber trotzdem lässig wirkte.

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