Job Rekord Trier und Region

Frühjahrsbelebung steigert Jobchancen

Während wir am heutigen Morgen noch über den schwachen Wirtschaftswachstum berichteten (Hier der Artikel), sieht es im auf dem Arbeitsmarkt der Region besser aus. Derzeit sind 12.102 Menschen in der Region Trier arbeitslos. Damit sinkt die Quote auf 4,3 Prozent. Auch bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sieht es gut aus. So bricht unsere Region zum ersten Mal die 170.000er Marke.

Trier/ Region. Der Frühling ist auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Die Arbeitslosigkeit in der Region Trier sinkt um 394 Personen auf 12.102 Jobsuchende. Die Quote fällt erneut um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hält sie sich damit auf einem stabilen Niveau.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist absolut saisonüblich“, beurteilt Heribert Wilhelmi, Leiter der Agentur für Arbeit Trier, die Lage. „Die Frühjahrsbelebung hat in diesem Jahr auf Grund des milden Winters bereits im Februar begonnen und setzt sich nun fort. Aber auch die insgesamt sehr gute regionale Wirtschaftssituation trägt dazu bei, dass Arbeitsuchende gute Jobchancen haben.“

Dass es um die Einstellungsbereitschaft der regionalen Firmen gut bestellt ist, zeigt auch ein Blick auf den Stellenmarkt. Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote bleibt weiterhin auf Rekordniveau. 4.497 freie Stellen befinden sich aktuell im Pool der Agentur für Arbeit. So viele wie noch nie zuvor. Alleine im März schrieben regionale Betriebe 1.489 Jobs neu aus. Das sind 309 Jobofferten mehr als im März des vergangenen Jahres. Viele Stellen wurden aus dem Öffentlichen Dienst (153 neue Stellenmeldungen), dem Gastgewerbe (ebenfalls 153), dem Handel (133) und der Zeitarbeitsbranche (533) gemeldet. „Firmen aus allen Wirtschaftszweigen sind auf Personalsuche“, weiß Heribert Wilhelmi. „Das bedeutet, dass Jobsuchenden ein breit gefächertes Angebot zur Verfügung steht. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass Unternehmen in einigen Branchen und Berufen Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen. Sie müssen immer innovativer und kreativer werden, um Mitarbeiter zu finden und zu halten.“

Wie die Personalsuche gelingen kann, zeigt der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Trier und der Jobcenter interessierten Arbeitgebern beim internationalen Employers Day am 6. April. Im Rahmen eines Arbeitgeberfrühstücks stellt er gemeinsam mit Unternehmern aus der Region Unterstützungsmöglichkeiten und Erfolgsbeispiele vor. Arbeitgeber können sich noch bis zum 1. April unter Trier.AGS-141@arbeitsagentur.de anmelden.

Die hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen spiegelt sich auch in den Beschäftigtenzahlen wider. Neben der Arbeitsmarktstatistik veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit im März ebenfalls eine aktuelle Hochrechnung zur Beschäftigungsentwicklung. Diese bezieht sich auf den Stichtag 30. September 2015. „Noch nie waren in der Region Trier so viele Menschen in Lohn und Brot wie im Herbst 2015“, freut sich Wilhelmi. „Zum ersten Mal wurde die 170.000er Marke geknackt. Der positive Trend beim Beschäftigungswachstum setzt sich also fort.“ In der Region Trier sind 170.934 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ein Jahr zuvor waren es 167.653 Männer und Frauen.

Nicht nur auf dem Arbeitsmarkt suchen Betriebe intensiv nach Fachkräften. Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist die Nachfrage nach Lehrlingen groß. Zum ersten Mal in diesem Berufsberatungsjahr, das von Oktober 2015 bis September 2016 läuft und einen Blick auf den Ausbildungsbeginn im Sommer 2016 wirft, liegen aktuelle Daten  vor. Der „Halbzeitstand“ ergibt folgendes Bild: 3.170 Ausbildungsstellen wurden seit dem letzten Oktober gemeldet – 119 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres. Dennoch übersteigt die Zahl der Lehrstellen weiterhin die der interessierten Bewerber. 2.683 Jugendliche haben sich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz an die Berufsberatung der Arbeitsagentur gewandt. Genauso viele wie im letzten Jahr. 1.458 von ihnen sind nach wie vor auf der Suche.  1.991 der insgesamt 3.170 Lehrstellen sind noch unbesetzt. „Der Blick auf den Ausbildungsmarkt ist eine Momentaufnahme“, so Heribert Wilhelmi. „Bis zum Sommer bewegt sich noch unheimlich viel. Ausbildungsbetriebe und Ausbildungssuchende sollten sich jedoch sputen und die Beratung und Vermittlung der Arbeitsagentur in Anspruch nehmen. Denn je näher der Ausbildungsbeginn rückt, desto schwieriger wird es, seinen Wunschbetrieb und seinen Wunschbewerber zu finden. Jetzt bietet ein Praktikum noch die Möglichkeit sich im Praxistest kennenzulernen“, rät Wilhelmi. Und dieser persönliche Eindruck sei häufig mehr wert als einzelne Noten auf dem Zeugnis.

Die Arbeitsmarktzahlen im Detail

In der Region Trier waren im März 12.102 Menschen arbeitslos gemeldet, 394 weniger als im Februar, aber 152 mehr als im Vorjahresmonat. Dieser leichte Anstieg im Vergleich zum Vorjahr schlägt sich jedoch nicht in der Arbeitslosenquote nieder. Diese bleibt mit 4,3 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

In den vergangenen vier Wochen mussten sich 2.950 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos melden. Im Vergleich zum Februar sind das 389 Personen weniger. 3.358 Frauen und Männer haben in den letzten vier Wochen einen Weg aus der Arbeitslosigkeit herausgefunden.

Bei den gemeldeten Stellenangeboten wurde, wie im vergangenen Monat, ein neues Allzeithoch erzielt. Aktuell stehen den Arbeitsuchenden der Region 4.497 Jobs zur Verfügung – 419 mehr als im Februar und sogar 860 mehr (das entspricht einer Steigung von knapp 24 Prozent) als im März 2015. Besonders gut sind die Chancen einen neuen Arbeitsplatz zu finden in der Zeitarbeit (1.131 gemeldete Stellen), im Gastgewerbe (512 Ausschreibungen), im verarbeitenden Gewerbe (483 Jobangebote), im Handel (410 Ausschreibungen), im Gesundheits- und Sozialwesen (385 Stellenangebote) und in der öffentlichen Verwaltung (330 Ausschreibungen).

Aktuell sind 6.769 Männer und 5.333 Frauen in der Region arbeitslos, darunter 1.336 Jüngere bis 24 Jahre, 4.249 Ältere der Generation 50plus und 1.943 Ausländer. Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit unter allen Personengruppen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr profitieren jedoch nur die Jüngeren von der positiven Arbeitsmarktentwicklung.

 

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier

Der Frühjahrsauschwung kommt auf dem Trierer Arbeitsmarkt an. 3.414 Männer und Frauen sind in der Römerstadt auf Jobsuche. Das sind 30 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent. Im vergangenen Monat haben sich insgesamt 931 Personen arbeitslos gemeldet. Mit 965 Triererinnen und Trierer konnten jedoch mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Dennoch gibt es auch Wolken am Trierer Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind 250 Personen mehr arbeitslos. Von diesem leichten Anstieg sind alle betroffen – also Männer, Frauen, Jüngere, Ältere, Ausländer und Langzeitarbeitslose. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit fällt mit einem Plus von 1,5 Prozent am geringsten aus, der der Ausländer mit einem Plus von 20,7 Prozent am höchsten. Insgesamt haben aktuell 17,6 Prozent aller Arbeitslosen in Trier keinen deutschen Pass.

 

Landkreis Bernkastel-Wittlich

Die positive Arbeitsmarktentwicklung im Landkreis Bernkastel-Wittlich setzt sich fort. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Februar und im Vergleich zum März 2015 gesunken und liegt nun bei 4,2 Prozent. 2.622 Männer und Frauen sind aktuell arbeitslos, 209 weniger als vor vier Wochen. Unter den 1.386 arbeitslosen Männern und 1.236 arbeitslosen Frauen befinden sich 282 Jüngere unter 25 Jahren, 1.004  Ältere über 50 Jahren und 460 Ausländer. Alle Personengruppen profitieren von der momentanen Frühjahrsbelebung.

Im vergangenen Monat haben sich 615 Menschen aus dem Landkreis bei Arbeitsagentur oder Jobcenter arbeitslos gemeldet. 824 haben im gleichen Zeitraum den Weg aus der Arbeitslosigkeit herausgefunden.

 

Eifelkreis Bitburg-Prüm

Die Arbeitslosenquote im Eifelkreis Bitburg-Prüm sinkt sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte und platziert sich bei 3,2 Prozent. Mit 1.660 arbeitslosen Menschen sind 134 Personen weniger als im Vormonat und 118 weniger als im Vorjahresmonat arbeitslos.

Besonders erfreulich: Im Eifelkreis profitieren nicht nur die Arbeitslosen, die von der Arbeitsagentur betreut werden und häufig erst seit kurzem arbeitslos sind, vom Frühjahrsaufschwung, sondern auch die sogenannten Hartz-IV-Empfänger, die beim Jobcenter gemeldet sind. Aktuell befinden sich 859 Frauen und Männer in Betreuung der Arbeitsagentur. Das sind 114 weniger als im Februar. 801 Bürger des Landkreises – immerhin 20 weniger als vor vier Wochen – werden vom Jobcenter beraten.

 

Kreis Vulkaneifel

In der Vulkaneifel hat sich in den letzten vier Wochen wenig auf dem Arbeitsmarkt getan. Die Arbeitslosenquote stagniert bei 4,8 Prozent auf dem Niveau des Vormonats und Vorjahrs. Mit 1.563 gemeldeten Arbeitslosen sind gerade mal sechs Menschen weniger auf Jobsuche als im Februar.  Aktuell befinden sich unter den 876 arbeitslosen Männern und 687 arbeitslosen Frauen 158 Jüngere unter 25 Jahren, 604 Ältere über 50 und 193 Ausländer.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die in der Vulkaneifel arbeitslos gemeldet sind – nämlich 835 Personen – leben mit ihren Familien von der Grundsicherung (Hartz IV) und werden vom Jobcenter betreut. Sie sind meistens deutlich länger als ein Jahr arbeitslos. Unter ihnen ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 47 Personen leicht gestiegen. Im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur ist die Arbeitslosigkeit hingegen leicht gefallen (um 53 Personen). Diese Entwicklung ist typisch für die Frühjahrsbelebung, weil derzeit viele Menschen wieder eingestellt werden, die über Winter lediglich witterungsbedingt, zum Beispiel auf dem Bau oder in der Gastronomie, entlassen wurden.

 

Landkreis Trier-Saarburg

Im Kreis Trier-Saarburg pendelt sich die Arbeitslosenquote wie bereits im Februar und im März 2015 bei 3,6 Prozent ein. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist um 15 Personen leicht zurückgegangen und liegt nun bei 2.843 Personen. Unter ihnen sind 1.600 Männer und 1.243 Frauen, 287 Jüngere bis 24 Jahre, 1.010 Ältere über 50 Jahre und 470 Ausländer.

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