Kennst du schon: Den „Premium Meat Snack“?

Metzgerei Klassen in Temmels revolutioniert "Flaschenfleisch"

In Zeiten großer Discounter und Tiefpreisgarantien trifft es eine Gruppe besonders hart: Die guten alten Handwerks-Betriebe. Hierzu gehören nicht nur Tischler oder Elektriker, sondern auch Floristen, Bäcker- und Metzgereien. Der Trend zwingt viele kleinere Betriebe dazu Maßnahmen zu ergreifen, um das Überleben in einer schnelllebigen Zeit langfristig zu sichern. Und auch ganz in der Nähe von Trier sind innovative Ideen keine Zukunftsmusik. Unsere Reporterin Sarah besuchte Peter Klassen in seiner Fleischerei in Temmels, um mit ihm über die in Deutschland einzigartige Idee der Trinkfleischproduktion zu sprechen.

„Pete & Phil’s Premium Meat Snack“ heißt die Essenz, die der Metzger seit Dezember 2017 unter die Leute bringt. Ein solch völlig neuartiges Produkt führte natürlich zu einem regelrechten Medienhype. Der Metzgermeister erzählt mit strahlenden Augen von zahlreichen Besuchen in seinem Betrieb. Sogar bei Galileo hätte man Interesse an einem Beitrag bekundet. Doch worum genau handelt es sich bei den 3 Bierflaschen ähnlichen Produkten eigentlich? Gekochtes Fleisch, das so konserviert wurde, dass es sich möglichst lange hält. Dabei bleiben viele Nährstoffe, wie Proteine, in der flüssigen Masse erhalten. Es ist also eine fleischhaltige Mahlzeit in trinkbarer Form, die mit Hilfe eines Fleischwolfs und einer langen Kochzeit die natürliche Kraft von Fleisch (und Gemüse) vereint und dabei keine großen Verdauungsprozesse verlangt, um ihren Effekt zu zeigen. Man nimmt also nahrhaftes und hochwertiges Fleisch zu sich, ohne es kauen zu müssen. Besonders wichtig ist diese Art der Nahrungsaufnahme für kranke und alte Menschen, denen es nicht mehr möglich ist, richtige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Aber auch Menschen, die von der hohen Geschwindigkeit des heutigen Alltags geprägt sind, können das „Trinkfleisch“ für sich nutzen. Zum Beispiel der LKW-Fahrer, welcher während der Fahrt Hunger bekommt und Lust auf etwas Power für zwischendurch hat. Auch Sportler proftieren vom hohen Proteingehalt der Flüssigmahlzeit. Außerdem reizt die Natürlichkeit des Proteinanteils im Vergleich zu herkömmlichen Fitness- und Diätdrinks.

Der „Premium Meat Snack“ bietet nicht nur eine gute Qualität im Mitnehm-Format, sondern präsentiert sich auch in den 3 Varianten: „Poulet Royal“, „Butcher‘s Beef“ und „Beef Bombay“. Somit ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ein Pluspunkt für die Ökologie

Metzger Klassen stellt mit seinem Team täglich bis zu 3000 Flaschen des Hit-Produktes her. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Herstellung die Verwertung von Nebenprodukten der Nutztiere ermöglicht. Sein Fleisch bezieht der Metzgermeister übrigens aus regionalen Betrieben. „Rückschritt ist Fortschritt“ heißt es hier, denn für ihn ist es in unserer heutigen „Wegwerfgesellschaft“ wichtig, sich wieder bewusst zu werden, dass nicht alles Unkonventionelle in die Tonne gehört. Das „Flüssigfleisch“ ist also nicht nur innovativ, sondern bietet auch einen ökologischen Vorteil.

Die Entwicklung des Produkts – aus den Kinderschuhen ans Meer

Bereits im vergangenen Dezember wurde das Produkt ein Jahr alt und konnte seine ersten Schritte in Richtung Verbraucher gehen. Zunächst nur regional, im herkömmlichen Umkreis der Metzgerei von ca. 10-15km. Schrittweise weitete sich der Verkauf aus, wurde überregional und ging bis in den Norden Deutschlands. So verkauften Handelsketten wie Familla in Hamburg das „Trinkfleisch“.  Auch auf internationaler Ebene vermarktete Herr Klassen seinen „Premium Meat Snack“, in Kanada warben Interessenten um eine Lizenz für sein Produkt.

Durch seine ökologische Effizienz wäre es ein Traum des Herstellers, etwas Gutes auf der Welt vollbringen zu können. Nicht nur alten und kranken Menschen in unserem Land könnte geholfen werden, mit dem Verkauf von Lizenzen könnte das „Trinkfleisch“ aus außerhalb der EU hergestellt werden, um so möglicherweise Menschen zu helfen, die sich kein nahrhaftes Essen leisten können. Das Produkt wäre somit, zumindest in der Theorie, eine Methode zur Krisenentschärfung in Entwicklungsländern. Ebenso profitabel wäre eine Anwendung in Krankenhäusern.

Unser Eindruck: „Trinkfleisch“ ist unkonventionell und klingt zunächst merkwürdig, doch je besser man dieses Produkt kennenlernt, desto interessanter wirkt es. Es ist nicht nur zum reinen Verzehr geeignet, sondern kann auch ideal zum Kochen genutzt werden . Saucen zu allerlei Fleisch- oder auch Nudelgerichten lassen sich mit der Idee auch Temmels aufpeppen. Dass diese Erst-Idee dazu auch noch aus unserer Region stammt, macht sie für uns zum Highlight der Woche.

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