Freizeit: Kino – „Rango“ – Ein Held ist geboren

Im Kinofilm „Rango“ bekommt ein kleines Chamäleon die Chance, sich als Held zu beweisen. 5vier.de-Redakteurin Silke Meyer hat sich den Film angeschaut.

Er ist klein und grün, trägt ein buntes Hemd und wäre am liebsten Schauspieler geworden. Sein Name ist… Tja, da liegt das Problem. Das aufgeweckte Chamäleon, einziger Bewohner eines gemütlichen kleinen Terrariums (wenn man mal von seinen leblosen Freunden, einer halben Barbie-Puppe, einem toten Käfer und einem Plastikfisch, absieht), hat ein großes Problem: Er weiß nicht wer er ist. Er denkt sich zwar gerne die wildesten Geschichten aus, hat aber eigentlich nicht die geringste Ahnung wo sein Platz im Leben ist. An einem schiksalshaften Tag jedoch nimmt sein Leben eine Wende.

Das Gürteltier war schuld. Weil es die viel befahrene Straße überqueren wollte, hatten die Besitzer unseres kleinen grünen Freundes versucht, ihm mit dem Auto auszuweichen und bei diesem schwierigen Manöver wurde die Echse unfreiwillig in die Freiheit „entlassen“. Aber was zunächst nach der größten Katastrophe seines Lebens aussieht, scheint schnell zu einer großen Chance zu werden. Angestachelt vom weisen Gürteltier macht der in der Wüste gestrandete Grünling sich auf die Suche nach seiner eigenen Identität. Dabei trifft er zunächst auf Bohne, eine entzückende Echsendame, die in stressigen Situationen in eine Art Angst-Starre verfällt, die sie kurze Zeit außer Gefecht setzt.

Bohne nimmt ihn mit zur nächsten Stadt, die den zweifelhaften namen „Dreck“ trägt (Im Original: Dirt). Und siehe da, das kleine Örtchen in mitten der Wüste entpuppt sich als Wild West – Verschnitt mit allem, was dazu gehört: einem Saloon, einem Sheriff und einer Horde Bewohner, die ein großes Problem haben und einen Helden suchen, der ihnen hilft. Die perfekte Gelegenheit für den kleinen Kerl, eine neue Identität zu kreieren. Aus der namenlose Echse wird der Westernheld und Hilfssherrif Rango. Doch ob ein Aufschneider wie er das Wasser-Problem, das die Stadt in Atem hält, lösen kann?

„Rango“ ist ein computeranimierter Film über sprechende Tiere, was natürlich zunächst nahe legt, dass es sich um einen reinen Kinderfilm handelt. Tatsächlich aber sind die pointierten Dialoge auch etwas für Erwachsene. Auch der Gebrauch diverser relativ „komplizierter“ Formulierungen legt den Schluss nahe, dass gerade kleinere Kinder Schwierigkeiten haben könnten, alles zu verstehen. Andererseits ist noch für genügend Slapstick gesorgt worden, um auch den jüngeren Kinobesuchern den Film zu versüßen. Somit ist die Mischung durchaus gelungen und weiß jung und alt zu begeistern.

Technisch gesehen ist der Film auf jeden Fall sehr beeindruckend. Die Szenen strotzen nur so vor Details, das Spiel von Licht und Farbe ist genauso beeindruckend wie die Genauigkeit, die bei den verschiedensten Oberflächen besonders deutlich wird. Die Charakterdesigns sind zudem eine Wucht. Fantasievollere tierische Gestalten habe ich selten gesehen. Ein besonderes Schmankerl für Fans alter Western ist das Design der Stadt „Dreck“, das perfekte Abziehbild der typischen Wild-West-Stadt. Überhaupt bedient sich der Film auf amüsante Weise an allerlei Western-Klichees. Daher könnten auch versierte Film-Fans bei „Rango“ häufig ins Schmunzeln geraten.

Im Original wird Rango übrigens von Johnny Depp synchronisiert. Außerdem waren noch Stars wie Alfred Molina, Abigail Breslin, Isla Fisher und Bill Nighy mit von der Partie. Trick-Figuren von bekannten Stars sprechen zu lassen ist im Filmgeschäft inzwischen Gang und Gäbe. Doch auch die deutsche Version, in der Johnnys Synchronsprecher David Nathan den Helden spricht, ist sehr gelungen. Dass man sich mit dieser Synchronisation sehr viel Mühe gemacht hat, ist deutlich zu hören.

Mein Fazit: Wunderbarer Animationsfilm mit spaßigen Dialogen, der vielleicht in erster Linie für Kinder gedacht war, aber sicher auch erwachsene Zuschauer begeistern wird.

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Kommentare (1)

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  1. Roter Löwe sagt:

    Ich hab mir nach der Lektüre dieses Artikels den Film heute mal angesehen und war wirklich begeistert. Wirklich atemberaubend animiert und liebevoll ausgestaltet. Allerdings würde ich eher sagen, dass der Film aufgrund der zahlreichen Filmzitate und eines manchmal echt fiesen Humors eher was für Erwachsene ist. Durch die lustigen Charaktere ist er aber trotzdem auch für Kinder geeignet, zart besaitet sollten die aber nicht sein… Und keine Angst vor Schlangen haben 🙂

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