Kino: „Super 8“ – Das Grauen kommt per Zug

Wenn Regisseur J.J. Abrams und Produzent Steven Spielberg zusammen einen Film über Kinder machen, die in ein spannendes Abenteuer verwickelt werden, kommt dann eine Mischung aus „Lost“ und „Die Goonies“ dabei heraus? 5Vier.de-Redakteurin Silke Meyer hat sich den Film angesehen.

Das kleine Städtchen Lillian, 1979: Vier Monate liegt der Tod von Joes Mutter zurück. Ihre Kette trägt er immer bei sich. Auch, wenn er mit seinen Freunden unterwegs ist, um an ihrem Super 8 – Film weiter zu drehen. Sein bester Freund, der pummelige Charles, ist der Kopf des Projekts. Ein Zombiefilm soll es werden, blutig und spannend. Doch was noch fehlt sind die ganz großen Emotionen und so lädt Charles seine Mitschülerin Alice ein, bei ihrem Film mitzumachen. Von einer Frau, so die Idee, kann der Film nur profitieren.

Die nächste Szene soll bei den Bahngleisen gedreht werden. Als ein Zug kommt, geht es los. Doch dann geschieht das unfassbare. Ein Pickup fährt auf die Gleise und kollidiert mit dem Zug. All hell breaks loose, wie man im Englischen sagt. Die Waggons werden durch die Gegend geschleudert, einige explodieren sogar, überall brennt es. Doch wie durch ein Wunder bleiben die Freunde unversehrt. Und auch der Mann im Pickup, der sich als einer ihrer Lehrer herausstellt, hat, wenn auch schwer verletzt, überlebt.

Gefährliche Fracht

Zeit zum Verschnaufen bleibt jedoch nicht, denn er warnt die Kinder. Sie sollen fliehen, denn sonst würde man sie und ihre Familien töten. Als uniformierte Männer anrücken und ihr Lehrer eine Waffe zieht, nehmen sie Reißaus. Sie versprechen einander, niemandem von dem zu erzählen, was sie gesehen haben. Zu groß ist ihre Angst, ihnen oder ihren Eltern könnte etwas zustoßen. Doch die Gefahr scheint dennoch nicht gebannt. Die Air Force rückt an und zeigt sich nicht willens mit der örtlichen Polizei, darunter auch Joes Vater, Deputy Lamb, zu kooperieren.

Ein spannendes Abenteuer erwartet euch… Foto: Silke Meyer

Was hat die Air Force bei einem Zugunglück nahe einer Kleinstadt zu suchen? Und warum verschwinden in den nächsten Tagen immer wieder Menschen? Wieso laufen alle Hunde weg? Und warum kommt es immer wieder zu Stromausfällen? Es scheint als ranke sich um den Zug und seine Fracht ein großes Geheimnis. Ein Geheimnis, das die ganze Stadt Lillian bedroht und dabei auch das Leben von Joe und seinen Freunden gehörig durcheinander bringt.

Abenteuer mit Retro-Flair

„Super 8“ ist der neuste Film von Regisseur J.J.Abrams („Lost“). Kino-Größe Steven Spielberg fungierte als Produzent. Zusammen haben die beiden einen perfekten Sommer-Blockbuster geschaffen, der sowohl spannend als auch humorvoll und emotional ist. Die Schauspieler sind durch die Bank großartig. Insbesondere gebührt Kyle Chandler („King Kong“), Elle Fanning („Babel“) und Joel Courtney (gibt mit „Super 8“ sein Spielfilm-Debut) großes Lob. Ihr schauspielerisches Talent gibt dem Film die emotionale Tiefe, die ihn von so manch anderem Blockbuster abhebt.

„Super 8“ hat diesen angenehmen Retro-Flair, der einen an die Abenteuerfilme der 80er erinnert. Das liegt aber nicht nur daran, dass der Film in den späten 70ern spielt, sondern vielmehr an der gesamten Stimmung, die er vermittelt. Was man hier serviert bekommt, ist ein ganz großes Abenteuer, das nicht vor Emotionen zurückschreckt und den Coming-Of-Age Spirit alter Filme wiederauferstehen lässt. Man sieht diesen Kindern beim Erwachsenwerden zu; nicht über eine lange Zeitspanne hinweg, sondern in einigen Tagen, die alles verändern. Die erste Liebe, erste Konflikte und mutige Entscheidungen, prägende Einschnitte im Leben der Kids.

Spannend bis zur letzten Minute

Hinzu kommt eine gehörige Portion Spannung. „Super 8“ ist fesselnd bis zur letzten Minute. Lange Zeit sieht man ohnehin nicht genau, was da vor sich geht. Werden Menschen entführt, so lässt sich meist nur erahnen, wie es dazu gekommen ist. Dadurch schafft es „Super 8“ eigentlich, mehr Grusel zu erzeugen, als diverse Horrorfilme, bei denen man von der ersten Minute an mit entstellten Monstern zu tun hat. „Super 8“ beinhaltet aber auch einige recht brutale Szenen, die fast schon zu hart für die FSK 12 Freigabe scheinen. Wer den Film mit seinen Kindern schauen will, sei hiermit vorgewarnt.

Fazit: Ganz große Kino-Unterhaltung im Stil alter Abenteuerfilme. Hier haben Abrams und Spielberg alles richtig gemacht!

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Kommentare (2)

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  1. Silke Meyer sagt:

    Vielen Dank für den Hinweis. Das ist ein sehr interessanter Link! 🙂

  2. Mit Super 8 kann man übrigens auch heute filmen. Über 30 Filmsorten sind noch im Angebot. Wo man Kameras bekommt und wie das alles funktioniert, verrät eine Homepage, die die Zeitschrift schmalfilm extra zum Filmstart von SUPER 8 online gestellt hat: http://www.super8film.tv

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