Knappe Weinbestände bereiten Kopfzerbrechen

Die jüngsten Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier unter den Unternehmen der Weinwirtschaft an der Mosel weisen in der Summe auf eine positive Geschäftslage hin. Doch die dezimierten Lagerbestände in den Kellern der Winzer und Kellereien trüben den Blick ins erste Halbjahr 2014, so dass die Geschäftserwartungen deutlich bescheidener ausfallen.

„Die Nachfrage nach deutschen Weinen übertrifft erfreulicherweise die Erwartungen der Marktteilnehmer – umso ärgerlicher, wenn dann aufgrund von kleinen Weinernten wie an der Mosel Lieferengpässe auftreten“, erläutert IHK-Geschäftsführer Albrecht Ehses die aktuelle Marktsituation. „Das bereitet den Marktbeteiligten richtig Kopfzerbrechen, denn sowohl Weingüter als auch Weinkellereien suchen vorwiegend einfache Qualitätsweine.“ Dies treibe die Preise nach oben, und in der Folge drücke diese Entwicklung in wettbewerbsintensiven Märkten und im Lebensmittelhandel auf den Absatz.

Foto: Anna Jank
Foto: Anna Jank

Dabei sind die Berichte der Weinunternehmen mit Blick auf den deutschen Markt durchaus ermutigend. Der Weinkonsum hält sich recht stabil auf einem ziemlich hohen Niveau. Alle Betriebsgruppen berichten von einem guten Absatz an Fachhandel und Endverbraucher. Im Lebensmittelhandel haben die Kellereien mit ausländischen Weinen zwar stärker punkten können, aber Preissteigerungen wurden auch bei deutschen Weinen erreicht. Lediglich die Vermarktung an die Gastronomie zeigt in der Befragung leichte Verluste.

Die Weinvermarktung ins Ausland lässt wegen der kleinen Ernten weiter Federn. Die befragten Weingüter sind offensichtlich in der Lage, weitere Absatzwege aufzutun, aber die Kellereiseite meldet in einzelnen Auslandsmärkten erhebliche Marktanteilsverluste. „Der im vergangenen Jahr bereits begonnene Austausch in den Regalen schreitet weiter voran“, analysiert Weinfachmann Ehses die Umfrageergebnisse. Die Exportstatistik zeige, dass der Anteil deutscher Weine weiter sinke zu Gunsten der Mitbewerber aus anderen Weinbauländern. „2013 wurden 3,5 Millionen Hektoliter Wein aus Deutschland ins Ausland geliefert, Tendenz steigend. Davon waren aber nur noch 1,3 Millionen Hektoliter Deutscher Wein, Tendenz fallend. Das heißt, der Reexportanteil wächst von Jahr zu Jahr.“

Wichtigster Markt für deutsche und zugleich für Moselweine ist mit einem Volumen von etwa 24 Millionen Liter die USA. Dort weist die Exportstatistik Durchschnittspreise von 3,64 Euro pro Liter aus – und für Moselweine 3,98 Euro pro Liter. Den größten Teil deutscher Weinexporte in die USA wickeln Kellereien, Weingüter und Genossenschaften aus dem Bezirk der IHK Trier ab: 2013 waren es 19,9 Millionen Liter und damit über 80 Prozent. Der Anteil der Moselweine ging zwar um 1,6 Millionen Liter zurück, lag aber noch bei 11,9 Millionen Liter. Damit wird fast die Hälfte aller Moselweinexporte in die USA geliefert. Weitere wichtige Exportländer für Wein aus deutschen Anbaugebieten sind die Niederlande (22,3 Millionen Liter), Großbritannien (17,5 Millionen Liter) und Schweden (10,5 Millionen Liter).

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