„Cowboy Poetry“ – Trier als Startrampe für Europa

Von Stephen Weber

Wie in allen Bereichen der Populärkultur gibt es vor allem in der Musik eine lebendige Szene abseits des Mainstreams – sogenannte Nischenmusik. Philipp Dunkel, Student aus Trier, ist ein solcher Nischen-Musiker. Unter dem Künstlernamen Cowboy Poetry tritt der Punk-Songwriter am Dienstagabend (20 Uhr) gemeinsam mit Emma Hallows aus dem englischen Manchester im Kokolores Trier auf. 5vier.de stellt den Künstler aus der Region vor.

Philipp Dunkel (25) fällt ins Auge, wenn er durch die Universität in Trier läuft. Mit tätowierten Oberarmen und subversivem Kleidungsstil widerspricht er dem Stereotyp des Akademikers der Jetztzeit. Aber auch in anderen Bereichen hat der gebürtige Saarländer ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber der breiten Masse des universitären Nachwuchses – Philipp Dunkel schreibt und perfomt seine eigene Punk-Musik und tourt mit dieser durch Europa.

Vor rund elf Jahren entdeckte der Student der Kultur- und Mediensoziologie seine große Leidenschaft zum Musizieren – eine Obsession, die sich seitdem unwiderstehlich steigerte. Ob Gitarre, Heimorgel, Gesang oder Songwriting, das Leben von Philipp Dunkel oszilliert um die Kunst der Töne.

„Durch Skateboard fahren bin ich zum ersten Mal mit Punk-Rock in Berührung gekommen und alle diese 90er-Skatepunk-Bands haben mich dazu gebracht, selbst Musik zu machen. Für mein Soloprojekt hat mich wahrscheinlich Frank Turner maßgeblich beeinflusst“, beschreibt der Künstler den Ansporn seiner ersten musikalischen Fingerübungen.

Aber festlegen auf eine bestimmte Richtung möchte er sich nicht. Viel wichtiger sei es für ihn, die ganze Szene nicht mit Scheuklappen zu betrachten: „Manchmal mache ich auch einfach das Radio an und versuche mich durch Popsongs inspirieren zu lassen. Es muss ja schließlich einen Grund geben, warum sich so viele Leute das anhören.“

„Es ist im Grunde nur Punk-Rock“

Den Musiker, der sich Cowboy Poetry nennt, zog es schon immer ins Scheinwerferlicht. Doch von der Garage auf die Bühne ist es ein großer Sprung, weiß auch der Songwriter, der sich schmunzelnd an seine Live-Premiere zurückerinnert: „Den ersten Auftritt hatte ich mit meiner ersten Punk-Band in der Aula meiner Schule. Ich war gerade mal 14 und so aufgeregt, dass ich vor Zittern meine Hände kaum kontrollieren konnte. Wir waren nicht besonders gut, aber Vergleiche mit den Sex Pistols haben mich damals doch mit Stolz erfüllt.“

Solo ging es erst im Jahr 2009 für Dunkel los: „Im dem Jahr war ich mit Turn Away aus Stuttgart auf Tour durch Polen. Es war total verrückt zu sehen, wie 250 Kids in Ostrowiec in Ostpolen total zu punkbeeinflusster Songwriter-Musik durchgedreht sind. Es gab Stage Dives, Circle Pits und ein paar Metalkids waren am Headbangen. Die haben verstanden, dass es im Grunde auch nur Punk-Rock ist.“

Paris-Trier-Stuttgart-Nancy-Middelburg

Vor allem das Touren hat es dem Sänger angetan: „Das Tollste am Musik machen ist, dass man Städte und Länder besucht, in denen man vorher nicht war und all das nur, um seine Songs vor einer handvoll Leuten zu spielen. Unterwegs lernt man eine Menge super Menschen kennen und wenn man dann irgendwann wieder zurückkehrt, fühlt man sich direkt wie zu Hause.“ So plant er nach seinem Auftritt in Trier gemeinsam mit der Musikerin Emma Hallows aus Manchester eine Kurz-Tournee durch Europa zu starten: Paris-Trier-Stuttgart-Nancy-Middelburg stehen dabei auf seiner To-Do-Liste. „Ich spiele auch noch in zwei anderen Bands, mit denen ich nächstes Jahr auf Reisen gehen werden“, verriet er im Interview.

Bereits am Dienstag (27. November 2012, 20 Uhr) kann man den Trierer mit seinem Gast von der Insel live vor Ort erleben. Über seine Tour-Partnerin berichtet er: „Emma Hallows ist eine junge und talentierte Songwriterin. Wir haben uns über das Internet kennengelernt, weil sie mir bei einer geplanten UK-Tour mit Kontakte und Konzerten behilflich war. Die Tour mussten wir am Ende doch absagen, aber der Kontakt blieb bestehen und wir haben uns dazu entschlossen, gemeinsam durch Europa zu spielen.“

Wer jetzt Interesse hat, kann am Dienstagabend bei schönem Ambiente im Kokolores (Trier) Cowboy Poetry gemeinsam mit Emma Hallows erleben. Einlass ist ab 20 Uhr, Konzertbeginn 21 Uhr.

Und hier bekommt ihr noch eine Hörprobe beider Musiker:

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln