SG Trassem feiert den ersten Saisonsieg

Von Oliver Maywurm

Aufgrund einer Erkrankung unseres Kameramanns, wird es zu diesem TOP-Spiel kein VIDEO geben. Wir bitten dies vielmals zu entschuldigen, leider konnten wir aufgrund der Kurzfristigkeit auch keinen Ersatz besorgen.

Das Kreisliga TOP-Spiel führte uns an diesem Wochenende in die C-Liga Saar zu einem echten Kellerduell. Die SG Trassem, abgeschlagenes Tabellenschlusslicht und bis dato noch ohne Saisonsieg, empfing in Kirf den punktemäßig nahezu genau so aussichtslos hinterher hechelnden Vorletzten, die SG Trier-Zewen II. Die 90 Minuten bei bestem Fußballwetter am Sonntagnachmittag endeten mit einer Premiere: Im 21. Saisonspiel konnten die Gastgeber mit dem verdienten 3:1 (2:1)-Erfolg ihren ersten Dreier in dieser Spielzeit einfahren.

Zu spät aufgewacht – und das zu Beginn beider Spielabschnitte. Diesen Vorwurf mussten sich die Zewener nach der Partie gefallen lassen.

Ein Paukenschlag eröffnet die Partie

So begann das Spiel mit einem Trassemer Paukenschlag, der so gar nicht in das Bild eines verunsicherten und demoralisierten Inhabers der roten Laterne passte. Nicht einmal 120 Sekunden waren absolviert, da luchste Johannes Hoffmann den noch im Tiefschlaf befindlichen Gäste-Abwehrspielern den Ball ab, ging noch ein paar Meter und feuerte von der Strafraumgrenze eine Rakete ab, die unhaltbar von der Unterkante der Latte zur Führung für Trassem hinter die Torlinie sprang.

Auch ansonsten waren die Hausherren in der Anfangsphase weitaus agiler und bissiger. Zewen dagegen wirkte lasch und beinahe lustlos. Diese Einstellung wurde alsbald erneut bestraft. In der elften Minute bekamen die Gäste das Leder nach einem Freistoß einfach nicht aus der Gefahrenzone. Dem starken Trassemer Linksaußen Lukas Wagner fiel der Ball vor die Füße und er bediente gedankenschnell Stoßstürmer Dirk Wingenbach, der mutterseelenallein im Sechzehner stand und eiskalt zum 2:0 vollendete.

Damian Schmitt (am Ball) versuchte als einer der wenigen auf Zewener Seite, Struktur ins eigene Spiel zu bringen. Foto: Oliver Maywurm

Ein Start nach Maß also für den Tabellenletzten. Zewen kam nun allerdings nach und nach etwas besser in die Partie und nach gut 20 Minuten zum Ausgleichstreffer: Angreifer Max Zachris behauptete den Ball nach einem Einwurf geschickt und legte ab auf Thomas Schmidt, der völlig unbedrängt an der Strafraumgrenze stand und die Kugel überlegt ins linke untere Eck schob (21.).

Riesengelegenheit zum Ausgleich

Die Gäste aus dem Trierer Stadtteil konnten in der Folge überzeugen und erarbeiteten sich einige gute Chancen. Die Größte davon vergab Matthias Konrath (32.): Spielmacher Damian Schmitt schickte ihn auf die Reise, Konrath schüttelte seinen Gegenspieler Philipp Steinmetz ab und lief völlig blank auf das Tor – doch Bruns im Gehäuse der Hausherren wusste seinen Abschluss mit einem guten Reflex zu entschärfen.

Aber auch Trassem blieb in dieser Steigerungsphase des Tabellenvorletzten mit Nadelstichen stets brandgefährlich. Dirk Wingenbach hatte so gleich zweimal (39./44.) das 3:1 auf dem Fuß.

Wagners Solo bringt die Vorentscheidung

Nach der Pause waren es dann erneut die Jungs vom Tabellenletzten, die deutlich aufgeweckter die Startlöcher verließen. Es dauerte nur bis zur 49. Minute, da wurde Zewen wiederholt eiskalt erwischt und es stand 3:1. Der enorm auffällige Lukas Wagner setzte sich über die linke Seite schön durch, umspielte gekonnt den herausstürzenden Torwart und netzte mühelos ein.

Der starke Lukas Wagner spielt den Ball rechts raus auf Marius Steinmetz. Foto: Oliver Maywurm

Die Gäste fielen nach diesem schnellen Rückschlag in eine Art Schockstarre, Trassem hatte in der Folgezeit ein ums andere Mal die Chance, auf 4:1 zu erhöhen. Auch die Maßnahme des Gästetrainers, nach gut einer Stunde Libero Philipp Horsch als dritten Stürmer vorne ins Zentrum zu stellen fruchtete nur schwerlich. Erst etwa 20 Minuten vor dem Ende begann Zewen, etwas Druck aufzubauen. In den Schlussminuten mussten sie diese Entwicklung allerdings in Unterzahl weiter forcieren, denn der gerade erst nach vorne beorderte Horsch sah nach einem völlig unnötigen Foul in der gegnerischen Hälfte zurecht die Gelb-Rote Karte (78.) und erwies seinem Team damit einen Bärendienst.

Mit einem Mann weniger fehlten den Zewenern nun schlicht die Mittel, um gegen die vorblidlich fightenden Gastgeber eine Schlussoffensive einzuläuten.

Zewen verpasst den späten Anschluss per Elfer

Bereits in der Nachspielzeit keimte zumindest noch einmal Hoffnung auf, denn Damian Schmitt wurde im Strafraum aus Sicht des Unperteiischen Christian Backes elfmeterreif gelegt. Allem Aberglaube zum Trotz schnappte sich der Gefoulte selbst die Kugel – und wurde bestraft. Er scheiterte mit seinem zu unplatzierten Versuch am stark parierenden Steffen Bruns.

Der unrühmliche Schlusspunkt für Zewen, die Initialzündung für den aufgrund der stärkeren kämpferischen Leistung hochverdienten Premierenjubel auf Trassemer Seite.

Direkt nach dem Abpfiff versammelte Trainer Dirk Sieren seine Jungs am Mittelkreis, um ihnen zum lange ersehnten ersten dreifachen Punktgewinn der Saison zu gratulieren. Ob der Sieg ihnen sportlich im Kampf gegen den Absteig weiter hilft, ist angesichts von nun sechs Punkten auf der Habenseite und 15 Zählern Rückstand zum rettenden Ufer stark zu bezweifeln. Es bleibt wohl lediglich ein Erfolg für die Moral in der Mannschaft.

Die SG Trier-Zewen stagniert nach der Niederlage bei acht Punkten und darf sich wohl auch keinerlei Illusionen mehr hingeben, den direkten Klassenerhalt zu schaffen.

Foto: Oliver Maywurm

Statistik

SG Trassem: Bruns – Philipp Steinmetz (80. Holz), Huber, Kees – Marius Steinmetz, Kießling, Baumann, Hoffmann – Groß (37. Funk), Wagner – Wingenbach (57. Schmitt)

SG Trier-Zewen: Lang – Schmidt, Horsch, Herrmann – Bukovsky, Schmitt, Maes (46. Grötzner), Heck (46. Fricke), Huber (77. Grundhöfer) – Konrath, Zachris

Tore:
1:0 Hoffmann (2.), 2:0 Wingenbach (11.), 2:1 Schmidt (21.), 3:1 Wagner (49.)

Bes. Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Philipp Horsch (SG Trier-Zewen, 78.)
Damian Schmitt (SG Trier-Zewen) verschießt Foulelfmeter (90.+1)

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