Worms verpasst die Sensation im DFB-Pokal

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Am 15. Spieltag der Regionalliga Südwest wechselte der Staffelstab an der Tabellenspitze. 1899 Hoffenheim II schob sich an der der SV Elversberg auf Platz eins vor. Einen Rekord gab es in Sachen Zuschauer: Waldhof Mannheim verbuchte beim 3:2-Sieg gegen den FSV Frankfurt II 8.500 Besucher im Stadion. 5vier blickt auf die Ereignisse vom Wochenende zurück.

Ronny Borchers scheiterte mit Worms im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln unglücklich im Elfmeterschießen.

120 Minuten lang rang Wormatia Worms dem 1. FC Köln alles ab in der zweiten Runde des DFB-Pokals, 0:0 hieß es nach der Verlängerung. Am Ende setzte sich der favorisierte Zweitligist im Elfmeterschießen aber mit 4:3 durch, weil Abele und Wittke vom Punkt scheiterten. 7203 Zuschauer sahen sich den Cup-Krimi im ausverkauften Stadion an. Die Wormatia, die zuvor mit Hertha BSC Berlin immerhin einen Bundesliga-Absteiger aus dem Wettbewerb gekegelt hatte, kann sich nun auf die Regionalliga Südwest konzentrieren. Dort rückt die Spitzengruppe immer dichter zusammen.

Ein gestürzter Tabellenführer

Es war auf den ersten Blick ein Wochenende nach Maß für die SV Elversberg. Allerdings nur, wenn man auf dem SWR-Videotext die falsche Seite erwischte und irrtümlich in der Oberliga Südwest landete. Mit 5:2 siegten die Saarländer da ganz problemlos und führten zur Halbzeit mit 3:0. Ein komfortables Ergebnis, bei dem sich vorstellen lässt, wie zufrieden und glücklich die Spieler nach dem Abpfiff die Arme in Richtung Himmel rissen. Aber, wie gesagt, das Erfolgserlebnis betraf nur die Elversberger Reserve, die den hilflosen Sportfreunden Köllerbach keine Chance ließ.

Ganz umgekehrt lief es bei der Regionalliga-Mannschaft, die gegen Mainz II einen Tag später mit 2:5 unterlag und zur Halbzeit einem 0:3-Rückstand hinterher lief. Ein klares Ergebnis, bei dem sich vorstellen lässt, wie bitter enttäuscht die Spieler nach dem Abpfiff in die Kabine gingen. Das Debakel war in mehrfacher Hinsicht ärgerlich für Elversberg. Es war die erste Heimpleite in einer bislang nahezu makellosen Saison und nach zuvor vier Siegen in Folge der plötzliche Sturz von der Tabellenspitze.

Die erklomm die 1899 Hoffenheim durch einen 2:1-Erfolg beim SSV Ulm – mit Mühe, Not und Moral. Die Kraichgauer, bei denen zuletzt Linksverteidiger Vincenzo Grifo (19) und Mittelfeldspieler Denis Streker (22) für ihre guten Leistungen mit Einsätzen in der Bundesliga belohnt wurden, drehten einen Rückstand um. Der Ex-Trierer Max Bachl-Staudinger bestätigte seine Form pünktlich vor dem Wiedersehen mit seinem früheren Verein, als er zur Führung traf (20.). Das Zeichen alleine reichte nicht aus, da Michael Gregoritsch (65., 67.) per Doppelpack antwortete.

Eintracht Frankfurt II: Neun Spiele – ein Punkt

Für Chhunly Pagenburg war es bei der 1:2-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt II kein leichtes Durchkommen.

Ganz anders als in Hoffenheim stellt sich die Gefühlslage von Eintracht Frankfurt II dar. Die junge Mannschaft aus der Börsenstadt erlebt seit Wochen reihenweise schwarze Samstage, der Kurs rutscht immer weiter in den Keller. Mit 0:2 unterlag das Team um Trainer Alexander Schur bei der TuS Koblenz. Noch schlimmer ist die mittelfristige Entwicklung: Nur ein Unentschieden hat Frankfurt II in den vergangenen neun Spielen eingefahren – also einen von 27 möglichen Punkten. Die Statistik ermutigte TuS-Trainer Peter Neustädter offensichtlich dazu, es mal mit einem neuen System und zwei Stürmern zu versuchen, was sich als gelungener Schachzug herausstellte. Denn ausgerechnet die beiden Angreifer Jerome Assauer (18.) und Dimitrios Ferfelis (27.) stellten vor 1.751 Zuschauern sicher, dass sich sportliche Wertpapiere von der TuS Koblenz derzeit gewiss besser verkaufen lassen würden als die von Eintracht Frankfurt II.

8500 Fans in Mannheim

Nicht besser erging es dem Stadtrivalen vom FSV Frankfurt II, der nach dem 2:3 bei Waldhof Mannheim mit der Aussicht leben muss, bis zum Ende der Saison ein Mittel gegen das Abstiegsgespenst zu finden. Dennoch erlebten die Talente vom Bornheimer Hang ein historisches Spiel, denn durch eine Zuschaueraktion verbuchte Mannheimer 8.500 Besucher im Carl-Benz-Stadion, was nach dem 15. Spieltag ein neuer Rekord ist. Waldhof ist beflügelt, mit dem 3:1-Sieg gegen Trier schrillte ein Wecker den Traditionsverein wach, der seitdem sieben Spiele lang unbesiegt ist und sich in den Kreis der Aufstiegsanwärter einreiht.

Beinahe wäre die Bestmarke in Sachen Fans aber das einzige gewesen, worüber sich die Fans des langjährigen Bundesligisten hätten freuen dürfen. Nach der Führung durch Vllaznim Dautaj (2.) drehten Kevin Wölk (57.) und Moses Lamidi (63.) das Spiel zunächst um. Kurios dabei: Die beiden Torschützen hatten sich im Sommer auch jeweils im Probetraining bei Eintracht Trier vorgestellt, wollten aber nicht an die Mosel wechseln. Das Duo alleine konnte es für den FSV jedoch nicht richten, der eingewechselte David Lauretta (68.) und Dennis Franzin (73.) bescherten Waldhof den nächsten Triumph.

Kassel atmet auf, Idar-Oberstein bleibt auswärts eine Macht

Dem SC Idar-Oberstein bereitet das Packen der Lunchpakete vor Auswärtsfahrten in dieser Saison besondere Freude. Nach dem 1:0-Sieg beim bislang schwächsten Aufsteiger 1. FC Eschborn durch ein Tor von Ferhat Gündüz stellt der Underdog nach Trier das zweitbeste Auswärtsteam. In acht Spielen kassierten die Edelsteinstädter nur vier Gegentreffer.

Hessen Kassel gewann dagegen nach sechs sieglosen Partien in Folge sein Heimspiel gegen den FC Homburg 2:0. Bayern Alzenau bleibt auch nach der 1:3-Heimniederlage gegen die Zweitvertretung des SC Freiburg auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die U 23 des 1. FC Kaiserslautern kam gegen den SC Pfullendorf nicht über ein 1:1 hinaus.

+++Eintracht in Kürze+++

Prellung bei Pagenburg verheilt – Chhunly Pagenburg ist nach einem Zusammenprall bei der SG Sonnenhof Großaspach wieder auf dem Weg der Besserung. Der Torjäger von Eintracht Trier musste zur Pause ausgewechselt werden, weil sich eine Beule über der Augenbraue gebildet hatte. „Mittlerweile ist das wieder gut verheilt, auch wenn ich am Dienstag nur Lauftraining absolvieren konnte“, so der Deutsch-Kambodschaner. Mit dem 1:1 im Schwabenland konnte Pagenburg gut leben. „Es war ein glücklicher Punkt, aber das gehört auch mal dazu.“ Mario Klinger ist nach einem Bänderriss im Sprunggelenk wieder zurück im regulären Mannschaftstraining.

+++Gewinnspiel+++

5vier verlost zum Regionalliga-Heimspiel von Eintracht Trier gegen den SSV Ulm (Sonntag, 4. November, 14 Uhr) wieder VIP-, Sitzplatz- und Stehplatzkarten. Hier geht es zum Gewinnspiel.

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