Aktuelles: Mahnen nach Zahlen – Die Verkehrsunfall-Statistik 2010

Das Polizeipräsidium Trier veröffentlichte letzten Mittwoch die Verkehrsunfall-Statistik für das vergangene Jahr. In der Region nahmen Unfälle im Straßenverkehr, auch unter Alkohol und Drogeneinfluss, leicht zu.  Auch die Zahl der Verkehrstoten stieg an.

Sei kein Dummy, gib kein‘ Gummi. Foto: Sebastian Minas

Insgesamt unterhalb des Landes-Trends

Laut Statistik gab es im Wirkungsberich der Polizei Trier 2010  „insgesamt 20.976 Verkehrsunfälle […]. Dies entspricht einem leichten Anstieg um 339 Unfälle, oder 1,6 %“, so das Präsidium. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der aufgenommenen Unfälle um 4,8%. Man liege diesbezüglich jedoch unter dem landesweiten Trend, der im Durchschnitt um 5,8 Prozentpunkte zugenommen hat.

Weniger Verunglückte, dafür mehr Tote im Straßenverkehr

Trotz sinkender Verletztenzahlen (673 Personen, d.h. -16,2 % ), registrierte man 2010 ganze 50 Verkehrstote, was allerdings – betrachtet man die vergangenen fünf Jahre – keinen deutlichen Aufwärtstrend rechtfertigt:

  • 2006: 58 Tote
  • 2007: 49 Tote
  • 2008: 49 Tote
  • 2009: 39 Tote
  • 2010: 50 Tote

Ebenso gelte für diesen Zeitraum, so die vor einer Woche veröffentlichte Statistik, dass die Zahl der insgesamt verunglückten Menschen konsequent zurückgegangen sei.

  • 2006: 3.554 Verunglückte
  • 2007: 3.489 Verunglückte
  • 2008: 3.430 Verunglückte
  • 2009: 3.323 Verunglückte
  • 2010: 2.994 Verunglückte

23 Tote allein wegen überhöhter Geschwindigkeit

Laut Präsidium liegen die Unfallursachen vor allem in der Missachtung von Vorfahrten, oder „Park- und Rangierfehler“ (insgesamt rund 4.400 Unfälle), Nichteinhaltung von Abständen (ca. 3.500 Unfälle), zu hohe Geschwindigkeiten (2.700 mit 23 Verkehrstoten, in rund 30% aller Fälle auch Ursache für Leicht-, bis Schwerverletzte).

Tendenz steigend: Alkohol und Drogen am Steuer.

2010 war das Jahr der Zäsur bei den Unfällen im Kontext von  Alkohol- und Drogeneinfluss. Registrierte man in den Jahren zuvor noch einen leichten Rückwärtstrend, so ergab die Statistik für das vergangene Jahr einen Anstieg von 5, 1% auf 451 Unfällen dieser Art.

  • Unfälle unter Alkoholeinfluss: 2,2%
  • Unfälle unter Alkoholeinfluss mit Personenschaden: 9,6%
  • Tödliche Unfälle unter Alkoholeinfluss: 3 (Vorjahr 6)

Insgesamt sind 2,2 % aller Unfälle auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Rechnet man dies allerdings auf die Zahl aller Unfälle unter Alkoholeinfluss, bei denen Personen leicht- bis schwer verletzt wurden, um, so ergibt sich mit 9,6% ein deutlich höherer Prozentsatz. Die Zahl der Verkehrstoten in dieser Sparte ist jedoch mit drei Personen um 50% im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Folgendes Bild ergibt sich bei Unfällen, bei denen Drogen im Spiel waren.

  • Unfälle unter Drogeneinfluss: 40 (Vorjahr 43)
  • Unfälle unter Alkoholeinfluss mit Personenschaden: 18 (Vorjahr 23)
  • Tödliche Unfälle unter Drogeneinfluss: 1

Positive Präventionsarbeit an Schulen und Kindergärten führt zu weniger Unfällen mit Kindbeteiligung

Die Polizei freut sich besonders über die rückläufigen Zahlen im Kontext der Unfälle mit Kinder, die als Fußgänger, oder Fahrradfahrer unterwegs waren. Sie führt dies auf die postivie und intensivierte Präventionsarbeit an den jeweiligen Schulen und Kindergärten, sowie der eigens dafür geschaffenen Polizei-Puppenbühne Trier zurück.

Polizei-Puppenbühne RLP. Foto: www.polizei-rlp.de

Dennoch: Bei Unfällen kommen häufig auch Kinder schwer zu Schaden. Die Statistik belegt zwar einen generellen Rückgang der Unfälle, doch es verünglücken immer mehr Kinder als Mitfahrer (mit 21,8 % auf 123). Dies sei insofern unerfreulich, da es der Polizei nicht gelungen sei, trotz intensivierter Maßnahmen im Bereich Anschnallkontrolle und Kindersicherung ein positiveres Ergebnis zu erzielen.

Im Ergebnis verunglückten auf den Straßen des Polizeibezirks Trier etwa 190 Kinder. Dies seien knapp 9% weniger als noch im Jahre 2009.

Verkehrsprävention als Schwerpunkt polizeilicher Verkehrssicherheitsarbeit

Maßnahmen zur Vorsorge  im Straßenverkehr gehören natürlich zu den Schwerpunkten der Polizeiarbeit. Zum Einsatz kommen neben den erwähnten Maßnahmen an Kindergärten und Schulhöfen auch virtuelle Verkehrssimulatoren, die man häufig auf öffentlichen Veranstaltungen, wie etwa dem 4. Trierer Autosalon, finden kann. Besonders Fahranfänger werden so speziell auf mögliche Gefahren im Straßenverkehr hingewiesen und mit den „Folgen des Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie die Folgen überhöhter Geschwindigkeit in fiktiven Unfallsituationen“ konfrontiert.

Verkehrsprävention der polizei Trier auf dem 4. Trierer Autosalon. Foto: Sebastian Minas

Zudem gelang es dem Polizeipräsidium Trier, mit Hilfe der einmaligen „BOB- nüchtern ist cool“- Initiative immer mehr Gastronomie Betriebe – aktuell die Bitburger Braugruppe – im Kampf gegen den Alkohol am Steuer zu gewinnen. Für alle interessierten Teilnehmer bietet die Polizei die Möglichkeit, sich einen kostenlosen „Bob“-Schlüsselanhänger zu besorgen, mit dem Träger in teilnehmenden Gastronomie-Betrieben kostenlose alkoholfreie Getränke erhalten und einen reduzierten Eintrittspreis zahlen.

Das Walderdorff’s ist Partner von BOB. Foto: Sebastian Minas

Auch für die kommenden alkoholreichen närrischen Tage, sollte man ein paar TIPPS beherzigen, um die Feiertage unfallfrei und mit Führerschein zu überstehen.

Für weitere Informationen zur Unfall-Statistik und zu polizeilichen Präventionsmaßnahmen, empfiehlt sich die  Website des Polizeipräsidiums Trier/RLP. Hier kann man den ausführlichen Bericht einsehen. Zudem wurde eigens zur BOB-Initiative eine Homepage eingerichtet.

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