Mehring: Meisterschaft oder Umweg über die Relegation?

Rheinlandliga: Restprogramm der Spitzenteams im Überblick

Drei Spieltage sind es noch in der Saison 2014/15 der Rheinlandliga. Doch nicht nur im Abstiegskampf stehen noch einige Entscheidungen aus. Auch an der Spitze ist es ein Kopf an Kopf Rennen zweier herausragender Teams. Der SV Mehring ist auf Kurs und hält nach 31. Spieltagen die Tabellenführung. Doch mit dem FC Karbach lauert ein gefährlichen Verfolger und droht bei einem Ausrutscher des SVM die Poleposition zu übernehmen. Lediglich ein Punkt trennt die beiden Spitzenclubs voneinander. Wer holt sich den Meistertitel und wer muss den Umweg über die Relegation gehen. 5vier wirft einen Blick auf das Restprogramm, Ausfälle und die Bilanz der beiden Teams in der Rückrunde und wagt eine Prognose. 

SV Mehring (31 Spiele, 69 Punkte, Platz 1)

In Mehring ist man zuversichtlich. Zuversichtlich am Ende der Runde den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga zu realisieren. Drei Spieltage sind es noch und mit Platz eins ist die Mannschaft auf Kurs. Trotz all der Euphorie weiß man um die drohende Gefahr, die vom Verfolger aus Karbach ausgeht, der nur ein Punkt hinter dem SVM liegt und spätestens seit dem Gewinn des direkten Duells der beiden wieder voll im Rennen ist.

Doch zu Beginn der Saison haperte es noch gewaltig beim Klub aus der Moselstadt, der bei der Frage nach dem Aufstiegsfavoriten fast obligatorisch von Trainern und Verantwortlichen der Liga genannt wurde. Zwar ist man nach dem ersten Spieltag noch Tabellenführer. Nach sechs Spieltagen allerdings musste man bereits drei Niederlagen wegstecken, verlor unter anderem am zweiten Spieltag mit 1:4 zuhause gegen die SG Mülheim-Kärlich. Unvorstellbar: Am dritten Spieltag unterlag man sogar beim aktuellen Schlusslicht aus Oberwinter mit 1:2. Frank Meeth zog seine Schlüsse und bachte die Mannschaft nach der dritten Niederlage gegen Malberg (1:2) am sechsten Spieltag zurück in die Erfolgsspur.

Es folgen sage und schreibe 23 Spieltag (!) an denen Mehring ungeschlagen blieb. Am 23. Spieltag gelingt es, die Tabellenführung von Karbach zu erobern. Seit neun Spieltagen gelingt es der Truppe von der Lay bereits, die Poleposition zu behaupten. Bestätigt man den Trend sollte der Meisterschaft nichts im Wege stehen. Allerdings muss man in der Endphase der Saison nach wie vor auf Abwehrchef Andreas Hesslein verzichten, dem bei der Partie in Morbach die Sicherungen durchbrannten. Sage und schreibe neun Tore erzielte der Defensivspezialist bis dato, machte auch dank seines Durchsetzungsvermögens vor dem gegnerischen Tor in der Schlussphase hin und wieder den Unterschied aus (u.a. beim 3:2-Hinspielsieg in Tarforst).

Für ihn sollen nun der aktuell torgefährlichste Kicker der Rheinlandliga – Marc Willems (20 Tore), Matija Jankulica (15) und Edeljoker Meliani Saim in die Bresche springen. Gerade Letzterer war in der bisherigen Spielzeit oft ein großer Faktor von der Bank und erzielte schon einen Hattrick und einen Viererpack.

Das Restprogramm:

  • 32. Spieltag: SG Kyllburg (H)
  • 33. Spieltag: TuS Koblenz II (A)
  • 34. Spieltag: TuS Mayen (H)

5vier-Prognose:

Es klingt abgedroschen, doch die Entscheidung um den Meistertitel bleibt extrem spannend. Denn, das vermeintlich einfachere Restprogramm hat die Konkurrenz aus Karbach. Mit der SG Kyllburg wartet bereits am 32. Spieltag eine Mannschaft auf den Spitzenreiter, die zuletzt vier Mal in Serie gewann und nach Erreichen des Klassenerhalts frei aufspielen kann. Mit Mayen erwartet der SVM am letzten Spieltag zuhause eine Mannschaft aus dem Mittelfeld der Tabelle (Platz acht), die zum aktuellen Zeitpunkt lediglich fünf Treffer mehr als die Mehringer erzielten.

Ironie des Schicksals vielleicht, dass gerade zum Saisonfinale die beiden Spitzenteams beim Tabellensiebten und -achten der Liga antreten. Obwohl es nur ein Punkt ist – gerade wegen der phänomenalen Aufholjagd des SV Mehring ab dem sechsten Spieltag, der Konstanz und Auftritten wie in Mendig (10:0) und den oberligaerfahrenen Spielern legt sich 5vier fest: Der SV Mehring wird als Meister der Rheinlandliga in die Oberliga zurückkehren.

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FC Karbach (31 Spiele, 68 Punkte, Platz 2)

Nach 17. Spieltagen sah es alles noch souveräner und fast nach spanischen Verhältnissen aus, wo das eine Spitzenteam aus Barcelona den ewigen Rivalen aus Madrid auf Abstand halten kann und wohl zur Meisterschaft marschieren wird. Doch noch vor Abschluss des Jahres 2014, entwickelte die Rheinlandliga ihre eigene Dramatik, ließ zunächst den Abstand zwischen Karbach und Mehring schrumpfen, ehe sich der Absteiger aus der Oberliga gar die bedeutungslose Herbstmeisterschaft unter den Nagel riss.

Was machte den Unterschied? Es sind die sechs Punkte Unterschied, die die beiden Teams in der Rückrunde voneinander trennen und Mehring als bestes Rückrundenteam in der Tabelle darstellen – während der FCK als Vierter „nur“ 27 Punkte aus 14 Partien holte. Wäre da nicht der wichtige 2:0-Sieg vor wenigen Wochen im direkten Duell für die Karbacher, wäre der Kampf um die Meisterschaft wohl schon längst entschieden.

Doch was ist das für ein Team, dem im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal ein Sprung gelang und das sich anschickt den großen Favoriten zu ärgern? Den FCK macht wohl vor allem eines aus: Zusammenhalt und Leidenschaft. Das spiegelt sich vor allem in der besten Defensive der Liga wieder (26 Gegentore). Ein Bollwerk nach dem uralten Motto: „Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Titel.“

Zwar zählt das Team neben Mehring und Koblenz wohl zu den spielstärksten Klubs der Liga und hat mit 66 Treffern immerhin den drittbesten Sturm der Liga. Es ist aber wohl vor allem die Heimstärke und der unbedingte Wille zum Sieg, der die Mannschaft antreibt. Zuhause gingen bisher ohnehin erst zehn potenzielle Punkte verloren (zweimal Remis, zwei Niederlagen), in Karbach schlug man aber auch Mehring und ließ aufkommende Zweifel bezüglich der Aufstiegstauglichkeit im Keim ersticken.

Das Restprogramm:

  • 32. Spieltag: TuS Oberwinter (A)
  • 33. Spieltag: SV Konz (H)
  • 34. Spieltag: FV Engers (A)

5vier-Prognose:

Drei Spiele Restprogramm, dabei geht es gleich zweimal gegen vermeintliche Absteiger. Hier könnte man meinen, hat Karbach die Nase leicht vorn, denn in Oberwinter und zuhause gegen Konz warten zwei Pflichtsiege auf den FCK. Ein möglicher Nachteil wird vielleicht sein, dass das Team noch zweimal auswärts antreten muss. So auch am letzten Spieltag gegen den Siebten der Tabelle. Engers ist so etwas wie das Überraschungsteam der gesamten Rückrunde. Fünf Punkte mehr als der Tabellenzweite holte der FV bislang. Stellte dabei die beste Abwehr und den zweitbesten Sturm – eine Mammutaufgabe!

Zudem gilt: Nur im Falle eines Ausrutschers des Tabellenführers könnte Karbach der Clou gelingen. Somit legen wir uns fest und tippen auf Karbach in der Religation um den Oberligaaufstieg. Letztlich bewies Mehring mehr Konstanz und spielte die bessere Rückrunde. Da hilft auch der Sieg im direkten Vergleich wenig.

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