Miezen hatten guten Start – verlieren gegen Neckarsulm

Die Handballerinnen der Sport-Union blieben 20 Minuten im Rückstand

War es die Arena, waren es die 346 Zuschauer, waren es die fünf Grad mehr auf dem Thermometer oder einfach Startschwierigkeiten? Jedenfalls brauchten die Tabellenersten aus Neckarsulm [ unser Artikel ] ganze zwanzig Minuten um einen 4-Tore-Rückstand in eine 2-Tore-Führung zu verwandeln. Zum Spielende trennten sich in der Arena die Trierer Miezen mit 22:34 von den Spielerinnen der Sport-Union Neckarsulm

Trier. Der Neckarsulmer Trainer Emir Hadzimuhamedovic meinte zum Spielende: „Am Anfang hatten wir ordentlich Schwierigkeiten in das Spiel zu kommen und bekamen einfach keinen Zugriff. Eventuell haben wir die Miezen zu Beginn etwas unterschätzt, das waren jedenfalls alles andere als 20 leichte Minute zu Beginn. Wir haben dann etwas umgestellt und konnten durch unseren Lauf ab der 20. Minute den 4-Tore-Rückstand in einen 2-Tore-Vorsprung ummünzen. Dadurch konnten wir mit einem wirklich positiven Gefühl in die Kabine gehen.“

Somit konnte auch die Pressesprecherin der Trierer Miezen, Franziska Garcia, notieren:

Die Trierer Bundesliga-Handballerinnen spielen gegen Neckarsulm eine gute erste Hälfte, brechen nach der Pause aber kollektiv ein und müssen sich dem Tabellenführer auch in der Höhe verdient 22:34 (12:14) geschlagen geben. Trainerin Cristina Cabeza ist vor allem mit der Einstellung ihrer Damen in Halbzeit zwei nicht zufrieden. Da auch Mainz 05 gegen Koblenz verlor, liegen die Miezen weiter siebe Zähler hinter einem Nichtabstiegsplatz.

Während die Gäste der Neckarsulmer SU nach Schlusspfiff feierten, schlichen die Trierer Bundesliga-Handballerinnen mit hängenden Köpfen Richtung Publikum. Eine Halbzeit richtig gut, nach der Pause ohne Gegenwehr und Emotionen. „Wir haben schlussendlich zu viele Fehler gemacht und haben es Neckarsulm einfach gemacht“, sagte Trainerin Cristina Cabeza auf der anschließenden Pressekonferenz.

Geärgert hat die Spanierin vor allem die schwache Offensive, „in der ohne die notwendige Geduld agiert wurde“, dazu reihte sich eine Vielzahl technischer Fehler, die die Gäste aus der Nähe von Heilbronn dankend annahmen und viele einfache Treffer im Gegenstoß erzielten. Dabei hatten die Miezen gut in die Partie gefunden, gingen durch Lucia Weibelova 1:0 in Führung und spielten auch in der Folge gegen den Tabellenführer stark auf. In der Defensive mit der notwendigen Aggressivität, hinten mit einer guten Torfrau Jessica Kockler, die sich vor allem auf die Würfe von Linkshänderin Alena Vojtiskova gut eingestellt hatte, und schnell nach vorne spielend.

„Immer wenn wir schnell gespielt haben, waren wir auch erfolgreich“, befand Spielführerin Judith Derbach im Anschluss an die Partie. So führte die Cabeza-Sieben gegen einen überraschten Tabellenführer nach einer Viertelstunde zurecht 9:5, musste durch drei schnelle Gegentreffer aber das 9:8 (20.) hinnehmen, beim 10:10 (23.) bat Cabeza ihre Mannschaft zur Auszeit, die durch einen 7-Meter-Treffer von Linsey Houben die erneute Führung brachte. Der bisher ungeschlagene Tabellenführer war nun aber in der Partie, fand immer wieder die Lücken in der Defensive und ging mit einer 14:12-Pausenführung in die Kabine.

In Halbzeit zwei ging dann vor 346 Zuschauern nicht mehr viel. Houben konnte nochmal zum 13:15 (31.) und 14:17 (35.) verkürzen, anschließend brachen bei den Miezen aber alle Dämme. Innerhalb von fünf Minuten setzten sich die Gäste bis auf 23:15 ab und mussten dafür nicht allzu viel tun. Im Angriff ohne die notwendige Geduld, von der Abwehrleistung aus Halbzeit eins war nicht mehr viel zu sehen, auch Kockler bekam nur noch wenig Bälle an die Hand. „Wenn du so undiszipliniert spielst, ist es für den Gegner einfach“, so Cabeza.

Beim 26:16 (43.) durch Vojtiskova führer Neckarsulm erstmals mit zehn Treffern, die Partie plätscherte nun vor sich hin. Trier „müde“ und ohne Gegenwehr, Neckarsulm mittlerweile mit vielen Wechseln. Am Ende gewannen die Gäste auch in der Höhe verdient 34:22 und bleiben ohne Niederlage Tabellenführer. Die Miezen liegen weiter sieben Zähler hinten dem rettenden zwölften Platz. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr) erwartet die Moselanerinnen mit dem TV Nellingen (aktuell Tabellenzweiter) das nächste Schwergewicht.

Trierer Miezen:
Kockler (12 Paraden / davon 1 Siebenmeter), Eckelt (2) – Thomas (2), Sattler, Mohr, Houben (4/1), Czanik, Derbach (3), Müller (5/1), Weibelova (6/2), Knoroz (1), Vallet, Welter (1)

Neckarsulmer Sport-Union:
Herrmann (18 Paraden / davon 2 Siebenmeter), Rüttinger (3) – Kalmbach (1), Hoffmann (2), Wolf, Breitinger (5/1), Gerber (5), Fischer (2), Kaufmann (3), Tissekker (3/1), Daniels (3/1), Ineichen (1), Vojtiskova (9)

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