Mit dem Seelsorger auf dem Motorrad

Motorrad-Wallfahrt

Mit geistlichen auf dem Motorrad unterwegs? Geht das? Das Polizeipräsidium Trier sagt „ja“ und leitet folgende Meldung an unsere Redaktion weiter.

Trier / Koblenz . Motorrad-Wallfahrt – was ist das und warum das?  Wenn wir auf unser Motorrad steigen, dann sind wir schon am Ziel. Unser Ziel ist das Fahren. Wir sind unterwegs, weil wir auf unseren Maschinen nach einer übermächtigen Menschensehnsucht greifen: nach der Freiheit.

Und das ist eigentlich auch ein starkes Symbol für unser menschliches Leben. Das Leben ist ein Weg und das Ziel dieses Weges ist eigentlich das Leben selbst. Wir alle versuchen ein geglücktes und erfülltes Leben zu führen. Und dazu gehört für einige das Motorradfahren.

Und darüber hat ein schlauer Verkehrspsychologe einmal geschrieben: „Der Sinn des Motorradfahrens liegt darin, der alltäglichen Routine zu entkommen, Verantwortlichkeiten abzustreifen sowie Ruhe und Erholung zu finden. Diese Flucht vor dem Alltag äußert sich beim Motorradfahren in einer Befreiung. Das Fahren dient der Selbstfindung, vermittelt allgemein eine gute Stimmung und kann bis zu einer intensiven Lustempfindung führen. Das Fahren steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Handlung und Bewusstsein verschmelzen, störende Außeneinflüsse werden gefiltert und das Selbst verliert an Bedeutung. Der Biker geht vollständig in der Tätigkeit auf und befindet sich jenseits von Angst und Langeweile.“

Warum aber dann eine Motorradwallfahrt der Polizeiseelsorge. Erst mal deshalb, weil auch ich als Polizeiseelsorger ein begeisterter Motorradfahrer bin. Vor allem aber, weil es sich lohnt, im Respekt vor dem Leben die Saison einfach einmal anders zu beginnen.

Gemeinsam fahren und innehalten. Nachdenken über das, was wir tun und den Respekt vor dem eigenen Leben und dem Leben der anderen ins Bewusstsein zu rücken. Gashahn und Verstand in Einklang zu bringen und die Botschaft der Nächstenliebe einzubeziehen.

Wir werden mit 13 Maschinen von der Hochschule der Polizei auf dem Hahn nach Neustadt an der Weinstraße ins dortige Herz-Jesu Kloster fahren. Nach der Ankunft werden wir gemeinsam Gottesdienst feiern und im Anschluss die Fahrer und ihre Maschinen segnen. Nicht, weil damit eine Knautschzone geschaffen wird, sondern um jedem noch einmal bewusst zu machen, dass er eine Verantwortung vor Gott, sich selbst und den Mitmenschen zu übernehmen hat.

Der Abend ist dann der Gemütlichkeit und dem „Bikerlatein bei Benzingesprächen“ gewidmet. Es gibt immer viel auszutauschen.

Am nächsten Morgen steht Kultur auf dem Programm. Das Hambacher Schloss und die dortige Ausstellung werden uns in einer Führung näher gebracht.

Die Wallfahrt endet mit einer Abschlussandacht auf der Rückfahrt.

Hubertus Kesselheim – Polizeiseelsorger

Bildquelle: Presseportal

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