Mit ungewisser Zukunft gegen Oldenburg

Trotz Insolvenz tritt die TBB gegen die Baskets an

Nach dem Insolvenzantrag tritt die TBB Trier am Samstagabend in Oldenburg an. – „Die Mannschaft hat ein starkes Zeichen gesetzt, alle wollen die Saison so gut es geht beenden“ – Tip Off ist um 20:30 Uhr. Am Freitag wurde Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt vorläufiger Verwalter bestellt. Lizenzligaausschuss bestraft die TBB mit acht Punkten Abzug, Rechtsmittel werden geprüft.

Trier. Der Insolvenzrichter hat Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt aus Trier als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt (wie bereits von uns berichtet). Prof. Schmidt verfügt über große Erfahrung auf diesem Gebiet, unter anderem hat er das vielbeachtete Insolvenzverfahren der Nürburgring GmbH geleitet.

Prof. Schmidt hat sich am Freitagmittag der Mannschaft und den Mitarbeitern der TBB vorgestellt und das weitere Vorgehen erläutert. Alle Spieler sowie das Trainerteam haben sich geschlossen bereiterklärt, die Saison mit dem Trierer Bundesligisten fortzusetzen. Damit erfüllt die TBB eine zentrale Forderung der Liga, TBB Headcoach Henrik Rödl: „Wir hatten heute einiges zu verarbeiten. Die Liga hat von uns verlangt, dass wir uns entscheiden, ob wir weitermachen; eine schwere Entscheidung, die jeder einzelne für sich treffen muss. Ich bin stolz darauf, dass die Mannschaft sich geschlossen dazu entschieden hat, weiterzumachen. Das ist ein sehr starkes Zeichen. Es ist großer Wille da, die Saison vernünftig zu beenden und den Trierer Basketball weiterhin würdig zu vertreten.“

Dass die TBB nicht weiß, was sie erwartet, gilt aber auch ganz besonders für das Auswärtsspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg, die in dieser Saison sowas wie die große Unkonstante der Beko BBL sind. Die Niedersachsen sorgen regelmäßig für Überraschungen, positive wie negative.

Am Anfang der Saison schien es, als würden die Baskets in dieser Spielzeit ganz oben mitspielen. Die Eingespieltheit des Kaders um Ricky Paulding kam dem Team zu Gute. So gelang unter anderem ein Heimsieg gegen die Brose Baskets aus Bamberg. Auswärts lief es nicht immer so gut, ganz besonders, als Oldenburg zu Gast in Trier war. Die TBB beraubte die Baskets perfekt ihrer Waffen, ließ nur 65 Punkte zu, obwohl Oldenburg sonst regelmäßig über 90 Zähler erzielt. 71 eigene Punkte reichten, um sich gegen den Halbfinalkandidaten durchzusetzen. Herausragender Trierer war Vitah Chikoko mit 19 Punkten und 9 Rebounds.

Anfang Februar verloren die Oldenburger erstmals zwei Spiele in Folge, Göttingen und Bamberg waren die siegreichen Kontrahenten. Seitdem kann man die Ergebnisse der Spiele mit Oldenburger Beteiligung kaum noch voraussagen. Erst folgte eine Niederlage gegen Ludwigsburg, dann ein Sieg in Berlin, schließlich eine Niederlage zuhause gegen Frankfurt. Am Samstag unterlagen die Baskets im Spiel bei den WALTER Tigers Tübingen, ein Team, das mitten im Abstiegskampf steckt.

Vor der Saison hatte es kaum Veränderungen im Kader der Oldenburger gegeben. Auf der Aufbauposition wurde allerdings eine wichtige Personalie geändert, die Baskets trennten sich von Ex-TBB-Spieler Dru Joyce und verpflichteten Tywain McKee. Der blieb aber nur wenige Spiele und wurde anschließend von Casper Ware ersetzt. Ware war kurz zuvor aus dem NBA-Kader der Philadelphia 76ers ausgeschieden und wurde in Oldenburg direkt Topscorer: 14.5 Punkte gehen auf sein Konto, dazu kommen 2.3 Assists. Einen ehemaligen Trierer haben die Oldenburger dennoch in ihren Reihen: Philipp Zwiener, ehemaliger Most Improved Player der Liga geht seit dieser Spielzeit für die EWE Baskets auf Korbjagd.

Bei der TBB fehlt weiterhin Tony Canty (Zerrung), außerdem ist Jermaine Anderson nicht mit von der Partie, er ist wegen eines Trauerfalls in der Familie momentan in Kanada.

Henrik Rödl über das Spiel mit ungewöhnlichen Vorzeichen: „Wir spielen gegen ein Team, das sich das Halbfinale vorgenommen hat. Sie spielen zwar in letzter Zeit nicht immer solide, sind aber zuhause eine Macht. Aber ehrlich gesagt ist der Gegner in der aktuellen Situation nicht besonders wichtig für uns. Wir haben im Moment einen schweren Rucksack zu tragen, besonders ohne Anderson und Canty. Aber wir werden zusammenhalten und alles versuchen. Die Mannschaft hat ein starkes Zeichen gesetzt, im Team ist großer Wille vorhanden.“

 

Mit Material der TBB

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