Music Monday – Awesome Mix Vol. 2

Wenn die verstorbene Mutter die Soundtrack-Welt rettet...

Der „Guardians of the Galaxy“-Charakter Groot tanzt seit Freitag für unser Gewinnspiel mit Wacky Toys zu „I want you back“ von den Jackson 5 durch Trier. Eine ungewöhnliche Musikwahl für einen Science-Fiction-Blockbuster. Der Soundtrack erscheint passend dazu unter dem Namen „Awesome Mix Vol. 2“. Ein Blick auf etwas andere Film-Soundtracks…

Trier. Wer an Musik in Science-Fiction-Filmen denkt, dem schleicht sich ohne langes Überlegen der Orchester-Bombast von John Williams ins Ohr, der die „Star Wars“-Saga nicht nur visuell, sondern auch akustisch unsterblich gemacht hat. Die epischen Melodien wurden oft kopiert, aber nie erreicht. Dennoch gehört die Herangehensweise zum Ein-Mal-Eins eines jeden Blockbuster-Komponisten.

„Guardians of the Galaxy“-Regisseur James Gunn schwebte für seine Comic-Adaption von Anfang an eine gänzlich andere Marschrichtung vor, die bei den verantwortlichen Marvel Studios nicht nur auf Gegenliebe stieß: „Nobody is going to want to hear this music“ – „Niemand wird diese Musik hören wollen!“, so erinnert sich Gunn in einem Interview mit dem RollingStone. Aber Gunn wollte Chris Pratt’s Charakter Star-Lord mit einem in der Science-Fiction-Welt fast antik wirkenden Walkman inszenieren, in welchem der „Awesome Mix Vol. 1“ steckte, den seine verstorbene Mutter ihm gegeben hatte.

Die enge Verzahnung mit dem vorlauten Hauptcharakter sorgte dafür, dass der funkige 70s-Mix ausgezeichnet funktionierte und nicht nur bloßes Begleitwerk war. Dementsprechend erfolgreich war der tatsächliche Soundtrack dann auch in den CD-Regalen und Download-Portalen. „Ich begann mit den Arbeiten an „Guardians of the Galaxy“ um ein großes Hit-Movie zu machen. Ich bin nicht mit der Intention rangegangen, einen Hit-Soundtrack zu kreieren. Das ist einfach passiert. Ich hätte nie gedacht, dass es passieren würde bei dieser Auswahl. Ich fand, dass der Soundtrack extrem gut im Film funktionierte und das war alles worüber ich nachgedacht hatte. Das war auch das worum es beim zweiten Film ging – einfach den Fokus darauf zu legen, wie ich die Geschichte mit den Songs erzählen kann und nicht weiter über den Soundtrack-Aspekt nachzudenken. Denn das ist einfach nicht meine Baustelle“, so Gunn in einem Entertainment Weekly-Interview.

Beim zweiten Film hatte der Mann hinter der Space-Opera ein deutlich höheres Budget als noch beim ersten Teil, wodurch er deutlich bekanntere Namen in den neuen Mix integrieren konnte. Von George Harrison’s „My Sweet Lord“, über Fleetwood Mac’s „The Chain“ bis hin zu ELO’s „Mr. Blue Sky“…die illustre Auswahl beim „Awesome Mix Vol.2“ beinhaltet viele bekannte Namen, kippt aber zu keinem Zeitpunkt Richtung Mainstream. Aktuelle Chart-Stürmer bleiben der Scheibe also auch weiterhin konsequent fern und das ist gut so! „Eine der spannendsten Dinge am Zusammenstellen des Soundtracks war zweifellos zu wissen, dass Bands, die schon vergessen worden sind, wieder zum Gesprächsthema werden können.“

Star-Lords / Peter Quills Mutter hilft mit ihren sympathisch-chaotischen Mixtapes also nicht nur ihrem Sohn, sondern auch der Musikwelt wieder Qualitäten zu entdecken, die lang vergessen schienen. „Sie ist ein „Music Lover“, aber sie ist alles andere als elitär unterwegs“, beschreibt Gunn die Dame hinter den Mixtapes. „Wenn es etwas ist, was als albern und poppig rüberkommt, mag sie es. Wenn es cool oder funky ist, mag sie es. Sie mag Ohrwürmer und Melodien.“

Mit dieser Song-Auswahl bewegt sich James Gunn und die fiktive Mutter von Star-Lord relativ allein auf weiter Hollywood-Flur. Ein Name in der amerikanischen Traumfabrik kann es aber definitiv mit der Musik-Auswahl des engagierten Sci-Fi-Filmers Gunn aufnehmen und das ist niemand geringeres als Quentin Tarantino. Ähnlich zu James Gunns Herangehensweise beschäftigt auch er sich schon früh mit der Soundtrack-Zusammenstellung, wie er im Booklet der „The Tarantino Collection“ erklärt: „Eines der Dinge die ich mache, wenn ich eine Idee für einen Film habe, ist es in meiner Plattensammlung zu stöbern und einfach ein paar Songs abzuspielen, um die Persönlichkeit bzw. die Seele des Films zu finden.“ Die Seele seiner Sci-Fi-Chaos-Knaller hat auch Gunn zweifellos mit seiner illustren Auswahl gefunden!

Wer sich davon selbst ein Bild machen will, kann dies auch diese Woche noch in zahlreichen Vorstellungen in den Kinos der Region tun. Ob der Film uns überzeugt hat, lest ihr in unserer Review: Filmkritik: Guardians of the Galaxy Vol. 2!

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