Nachrichten: Arbeitsmarkt – Der Arbeitsmarkt ist eingefroren

Arbeitslosenzahl im Februar nur geringfügig angestiegen, Quote bleibt bei 4,4 Prozent. Die Steigerung der Beschäftigtenzahlen wird überwiegend durch Teilzeitarbeit bewirkt.

Bei Meldungen über Arbeitsmarkt als ARTIKELBILD verwendenDie Situation auf dem Arbeitsmarkt in der Region Trier ist so ruhig wie schon lange nicht mehr. Seit über 20 Jahren lag die Zahl der Arbeitslosen in einem Februar erstmals unter 12.000 Personen.

Die Agentur für Arbeit rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen in den nächsten Monaten wieder sinken wird, da ab März in vielen Betrieben des Baugewerbes und der Gastronomie wieder regulär gearbeitet wird.

Bei einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent wird es in einigen Branchen schwierig werden, geeignete Fachkräfte zu gewinnen. Die Arbeitgeber werden daher in Zukunft verstärkt Arbeitsstellen auch für Personen öffnen müssen, die bisher nicht so intensiv im Fokus der Personalrekrutierung standen.

Seit einigen Jahren bekommt in diesem Zusammenhang die Teilzeitarbeit immer größere Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt. Zwischen Juni 2006 und Juni 2011 ist die Zahl der Beschäftigten in der Region Trier insgesamt um acht Prozent gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten in Vollzeit ist dabei lediglich um 4,5 Prozent gewachsen, während bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Teilzeitkräften eine Steigerung um fast 24 Prozent zu verzeichnen war. Von den rund 11.660 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, die in den vergangenen fünf Jahren zusätzlich in der Region entstanden sind, wurden über 6.100 in Teilzeit und 5.400 mit Vollzeitkräften besetzt. Aktuell ist schon jede fünfte der rund 155.000 Arbeitsstellen in der Region eine Teilzeitstelle und liegt damit voll im Bundestrend.

Teilzeitarbeit bleibt aber eine Frauendomäne. Von den circa 31.800 sozialversicherungspflichtigen Teilzeitkräften, die im Juni 2011 in der Region gezählt wurden, waren 27.600 Frauen.

Für Claudia Manger, die Beauftrage für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit dies, ist aber durchaus verständlich: „Teilzeitarbeit wird überwiegend in Dienstleistungsbranchen angeboten und gerade in diesen Berufen arbeitet der größte Teil der Frauen. Für viele Frauen ist eine Beschäftigung in Teilzeit die Variante, bei der sie den Wunsch nach einem eigenen Einkommen mit den Aufgaben in der Familie unter einen Hut bringen können.“ Wichtig ist für Manger darüber hinaus, dass Frauen so einen eigenen Rentenanspruch erwerben können. „Und natürlich ist der Wiedereinstieg in eine Vollzeitbeschäftigung nach einer Familienphase erheblich leichter, wenn man aktuelle berufliche Kenntnisse besitzt“, erläutert Manger weiter.

Und die Männer? Auch hier sieht Manger eine positive Entwicklung: „Immer mehr Männer möchten sich stärker in die Familie einbringen. Die Arbeitsorganisation in vielen klassischen „Männerberufen“ erschwert derzeit aber noch die Erfüllung dieses Wunsches.“ Aktuell arbeiten in der Region Trier nur 4.200 von insgesamt über 83.000 männlichen Arbeitnehmern in Teilzeit.

Die Chancengleichheitsbeauftrage der Arbeitsagentur berät Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Betriebe wenn es um diese Fragen geht und hat dabei ihre eigenen Erfahrungen gemacht: „Die Umsetzung von Teilzeitarbeit, sowohl für Männer als auch für Frauen, erfordert vom Unternehmen und von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität. Ich habe selten Unternehmen erlebt, die sich dem berechtigten Wunsch nach Teilzeitarbeit generell verschließen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen aber natürlich auch Verständnis für betriebliche Belange aufbringen. Den gesetzlichen Teilzeitanspruch mit der Brechstange umzusetzen führt nur selten zu einer dauerhaften Lösung, wenn aber beide Seiten offen miteinander sprechen, findet sich meist ein gangbarer Weg.

Die Flexibilität der Betriebe zeigt sich auch in der Entwicklung bei den Stellenangeboten der Agentur für Arbeit. Seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Stellen die ausschließlich in Vollzeit oder Teilzeit zu besetzen sind. Immer häufiger werden Arbeitsstellen mit der Option auf beide Varianten ausgeschrieben.

Die Daten  im Einzelnen

  • Bestand an Arbeitslosen: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier sind 11.796 Männer und Frauen arbeitslos, das sind 123 mehr als noch im Januar, aber 872 weniger als im Februar 2011.
  • Arbeitslosenquote: Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 4,4 Prozent, vor einem Jahr lag sie mit 4,7 Prozent noch um einen halben Prozentpunkt höher.
  •  Stellenangebote: Im Februar wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der vier Jobcenter 1.276 neue Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet, 55 mehr als noch vor einem Jahr.
  •  Aktuell stehen den Arbeitsuchenden damit 2.905 Stellenangebote zur Verfügung, im Vergleich zum Februar 2011 sind dies 210 mehr.
  •  Jugendliche Arbeitslose (bis einschließlich 24 Jahre): Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist um 61 Personen auf nunmehr 1.466 junge Frauen und Männer gestiegen.
  •  Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen liegt mit 3,9 Prozent aber weiterhin erheblich unter der Quote aller Arbeitnehmer.
  •  Ältere arbeitslose Personen: Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50+ ist um 31 Männer und Frauen auf 3.641 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe liegt nun bei 4,8 Prozent (Januar noch 4,9 Prozent).
  •  Männer und Frauen: 44 Prozent aller Arbeitslosen sind weiblich, 56 Prozent männlich.

Regionale Situation

Stadt Trier

In der Stadt Trier hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Januar mit einem Rückgang um drei Personen faktisch nicht verändert. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 6,2 Prozent. Vor einem Jahr waren in der Stadt hingegen fast 300 Personen mehr arbeitslos, die Quote lag damals noch bei 6,9 Prozent.

Landkreis Trier-Saarburg

Im Landkreis Trier-Saarburg ist die Arbeitslosenzahl im Februar lediglich um sieben Personen gestiegen. Aktuell sind 2.700 Personen in Trier-Saarburg arbeitslos. Vor einem Jahr waren es noch 2.693 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 3,5 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 3,9 Prozent.

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