Erster Einsatz der GEMINUS-Datenbank

Neues Verfahren zur Identifizierung von Bankräubern

Die Polizei in Trier setzt erstmals ein neues, vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz entwickeltes, Verfahren zur Täteridentifizierung ein.

Trier. Erstmals in Deutschland wendet die Polizei in Trier im Fall eines Banküberfalls ein neues dreidimensionales(3-D)-Verfahren an, um Bankräuber zu identifizieren. Die Polizei erhofft sich dadurch neue Zeugenhinweise zum Banküberfall in Oberkail vom 1. Februar 2017. Zeitgleich stellt sie das neue Verfahren vor, das der Phantombildzeichner des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz, Uwe Kinn, entwickelt hat. Dieses neue Verfahren, die GEMINUS-Datenbank, ist nicht nur weltweit einzigartig. Sie bietet den Ermittlern auch bisher nicht gekannte Möglichkeiten, Täter und später Tathandlungen in 3-D darzustellen und auf diese Art weitere Zeugen zu Straftaten zu finden. Darum stößt die GEMINUS-Datenbank bei vielen anderen Behörden im In- und Ausland auf reges Interesse.

Der Fall

Mit dem Banküberfall in Oberkail wird diese neue Technologie erstmals eingesetzt. Zwei Männer hatten Angestellte der Bank in Oberkail am Mittwoch, 1. Februar, gegen 9.23 Uhr mit Pistolen bedroht und waren mit einem fünfstelligen Bargeldbetrag geflüchtet. Verletzt wurde niemand. Mögliche Fluchtrichtung könnte die Autobahn A60 wegen der Grenznähe sein. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter die Bank vor dem Überfall ausgespäht haben.

Nachdem die Kripo Spuren gesichert, Zeugen befragt hat und weiteren Hinweisen nachgegangen ist, setzt sie nun auf die GEMINUS-Datenbank. In dem dargestellten Video können Zeugen nun einen der beiden Täter aus allen möglichen Perspektiven sehen.

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat sowie zu Täterermittlungen führen, haben die Staatsanwaltschaft Trier und die Kreissparkasse Bitburg-Prüm eine Belohnung in Höhe von jeweils 2.000 Euro ausgesetzt. Über die Zuerkennung und ggf. Verteilung der Belohnung an Berechtigte wird unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamtinnen und Beamte bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung von Straftaten gehört. Ebenfalls ausgeschlossen sind unmittelbar durch die Tat geschädigte Personen. Die Belohnung kann ebenfalls unter Wahrung der Vertraulichkeit, z.B. über einen Mittelsmann, ausgezahlt werden.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kripo in Trier zu melden – Telefon: 0651/9779-2480 oder per E-Mail: kdtrier.hinweisaufnahme@polizei.trier.de.

Das Video der GEMINUS-Datenbank können Sie unter folgendem Link aufrufen:

http://s.rlp.de/8Ar

Doch was ist die Errungenschaft dieser intelligenten Datenbank des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz?

Bisher gab es für Ermittlungsbehörden bei Personenfahndungen lediglich die Möglichkeit, eine einzige Perspektive darzustellen. Mit der GEMINUS-Datenbank können Personen aus allen Richtungen dargestellt werden, was eine dreidimensionale Ansicht möglich macht. So kann sich jeder Zeuge die dargestellte Person aus jeder Perspektive ansehen und das Video derart einstellen, dass es dem Blickwinkel des Zeugen entspricht.

Wie ist das möglich?

In einem ersten Schritt erstellen spezielle Ermittler des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz dazu aus Fotos und Videos des Tatortes oder Zeugenbeschreibungen zunächst ein zweidimensionales Konzept. Die GEMINUS-Datenbank setzt dieses Konzept anschließend in eine dreidimensionale Rekonstruktion um.

Zeugen können sich in der Darstellung genau die Perspektive zeigen lassen, die für sie wichtig ist.

Geplant ist zudem, dass – aufbauend auf diese neue Technologie – auch eine Animation des Täters in einem Ganzkörpermodell in einer Tatort-Attrappe dargestellt werden kann. Auf diese Weise können sich Zeugen zukünftig auch eine Rekonstruktion der Tathandlung in dreidimensionaler Ausführung ansehen.

 

Fotos der Bankräuber:

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