Oberliga: Dimo Wache trotzt Widerständen im eigenen Hause

Seinen ersten Einsatz vor dem Mehringer Publikum hatte sich Dimo Wache sicher anders vorgestellt: Relativ früh (9. Minute) und sehr spät (88.) musste er am Freitag Abend hinter sich greifen. Am Ende stand eine 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken II.

Voll konzentriert ging Dimo Wache auch das Duell mit Saarbrücken II an: "Ich bin vor jedem Spiel nervös. Egal ob in der Bundesliga oder in der Oberliga."

„In der ersten Hälfte war es sicher nicht das, was die Jungs können. In der zweiten Halbzeit waren wir am Drücker. Umso bitterer war da das Gegentor kurz vor Schluss“, bilanzierte der 38-Jährige, der solide hielt und an den Toren absolut schuldlos war.

Aus „alter Freundschaft zu Horst Cordier“, bestätigte Wache in der kleinen Presserunde nach dem Saarbrücken-II-Spiel, habe er das Engagement in Mehring angenommen. Der Geschäftsführer von SVM-Trikotsponsor CTR-Fahrzeugtechnik war wenige Tage vor dem Saisonstart bei den Sportfreunden Köllerbach (3:1) auf den 406-fachen Erst- und Zweitligatorwart des 1. FSV Mainz 05 zugegangen und hatte ihn gefragt, ob er sich ein Engagement beim Oberliga-Aufsteiger vorstellen könne – solange die etatmäßige Nummer eins Thomas Hank noch braucht, um nach erfolgter Ellenbogenoperation wieder fit zu werden, also voraussichtlich bis Mitte Oktober.

„Die Anfrage kam mir nicht ungelegen“, lässt Wache, der im Sommer 2010 noch ein Abschiedsspiel gab und seitdem Ehrenspielführer der Nullfünfer ist, durchblicken. Nach einem Trauerfall in der Familie wollte er auf andere Gedanken kommen. „Meine Frau hat mit zwar den Vogel gezeigt und mich gefragt, ob ich sie noch alle habe. Doch als Fußballer ist es auch schwer, so ganz los zu lassen.“ Mit Einheiten in der eigenen „Mucki-Bude“ und Einsätzen in der Lotto-Prominenten-Elf hielt sich der frühere Juniorennationalspieler fit. Ob und wann er auch am Training des SV Mehring teilnimmt, will er Woche für Woche mit Trainer Michael Schmitt abstimmen. „Fünf, sechs Kilo habe ich schon zugelegt. Wenn man aber nicht mehr jeden Tag trainiert, ist das fast unvermeidlich“, bekennt die Mainzer Torwart-Legende. Geschäftlich sei er derzeit nach dem Verkauf seines Sportgeschäfts dabei, sich umzuorientieren („Noch ist aber nichts spruchreif.“).

Das Umfeld des SV Mehring habe es ihm sehr einfach gemacht, sich hier zurechtzufinden, betont Wache ausdrücklich: „Die Leute sind hier alle extrem in Ordnung. Ich bin sehr, sehr freundlich aufgenommen worden.“

Und auch die Mitspieler wissen die Dienste des prominenten Schlussmanns zu schätzen, so auch Innenverteidiger Tobias Lorig: „Dimo strahlt einfach eine unglaubliche Ruhe und Souveränität aus. Das hilft uns auf jeden Fall weiter. Er hat in Windeseile unsere Namen gelernt und versucht auch während der Spiele viel mit uns zu kommunizieren.“

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