Oberliga: FSV läuft ins offene Messer

 Jetzt ist der FSV Salmrohr die Tabellenführung erstmal wieder los: Gegen den TuS Mechtersheim gab es am Samstag eine ganz bittere 2:3-Niederlage.

 

FSV Salmrohr: Nach der Aufholjagd ins offene Verderben gerannt

Fassungslosigkeit im Lager des FSV Salmrohr: Das Team von Trainer Patrick Klyk wurde am Samstag Nachmittag vom keinesfalls starken TuS Mechtersheim vom Thron der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gestoßen und bezog die erste Heimniederlage der laufenden Saison.

Nach dem Abpfiff musste sich FSV-Trainer Patrick Klyk erst einmal sammeln.

Da hatten sie den 0:2-Rückstand gerade wett gemacht, freuten sich über die gelungene Aufholjagd – und machten dann den großen Fehler, den Gästen aus der Vorderpfalz ins offene Messer zu laufen. In der Nachspielzeit düpierte Mechtersheims Angreifer Kevin Sigl die zu weit aufgerückte Hintermannschaft des FSV und traf zum 3:2 für seine Farben. Ein Stich ins Herz für die Salmrohrer, die minutenlang nach dem Abpfiff auf dem Boden oder der Ersatzbank kauerten und Zeit brauchten, sich wieder einigermaßen zu sammeln.

Die durch die Trennung von Dino Toppmöller entstandene Unruhe im Umfeld („Von unserer Seite ist alles dazu gesagt“, so Präsident Helmut Meeth) war gerade etwas abgeebbt und die Mannschaft schien den erfolgreichen Weg auch ohne ihren Topgoalgetter fortsetzen zu können (3:2 über Köllerbach, 0:0 im Hit von Zweibrücken), da wurde gegen Mechtersheim allzu deutlich, dass dem FSV eine Spielerpersönlichkeit wie Toppmöller im Aufstiegsrennen fehlt.

Auch Alex Adrian konnte dem FSV-Spiel diesmal nicht die entscheidenden Impulse verleihen.

Chancen hatte Salmrohr mit Talent Christian Schroeder im Sturm, es fehlte aber dem gesamten Auftritt der Gastgeber vor 235 Zuschauern an Entschlossenheit. Nicht umsonst forderte Coach Klyk seine Mannen bereits nach gut einer halben Stunde auf, endlich körperbetonter zu spielen. Dass nicht der FSV, sondern der TuS Mechtersheim in Front ging (Eric Biedenbach war zunächst aus zentraler Position an Keeper Sebastian Grub gescheitert, traf dann aber im Nachsetzen, 35.), ist auch auf Konstantin Stengel zurück zu führen. Nach einer sehenswerten Kombination über Robin Mertinitz und Gustav Schulz, der den Ball von der Torauslinie schön zurück passte, fand Daniel Schraps im glänzend reagierenden Gästetorwart seinen Meister (20.). Nerven zeigte Angreifer Schroeder, als er in der 43. Minute alleine auf Stengel zulief, dann aber neben das Tor schoss.

In der zweiten Hälfte versuchte Salmrohr noch einmal alles, war aber zunächst nur bei Ecken und Freistößen einigermaßen gefährlich. Auf der Gegenseite bediente Eric Kiefer den erst kurz zuvor eingewechselten Marvin Sprengling mustergültig – 0:2 nach 71 Minuten.

Es spricht für die Moral des FSV, dass er an einem Tag, an dem es auch spielerisch fast überhaupt nicht lief, doch noch einmal zurück kam. Aus dem Gewühl heraus traf Markus Bauer zum 1:2 (78.). Und nach einer Ecke von Sebastian Schäfer köpfte Johannes Kühne aus drei Metern zum zwischenzeitlichen Ausgleich ein (90.). Doch der Jubel währte nur kurz…

In der Pressekonferenz zeigte Patrick Klyk Größe und nahm einiges an Verantwortung auf sich: „Im Nachhinein war es ein Fehler, die Jungs anzutreiben, um noch das 3:2 zu schießen.“ Den angeschlagen mitwirkenden, blass wirkenden Gustav Schulz (hat mit einer Patellasehnenentzündung zu kämpfen) habe er überredet mitzuspielen, so Klyk weiter.

„Unser Zweikampfverhalten war phasenweise gleich Null. Hinzu kam, dass wir die hochkarätigen Chancen ausgelassen haben“, nannte der Salmrohrer Übungsleiter weitere Gründe für die Niederlage. Lob gab es zumindest von Gästetrainer Andreas Holdermann: „Wir haben hier bei einem richtig guten Team gewonnen. Der FSV steht nicht umsonst soweit oben.“

SV Mehring: Mangelnde Cleverness verhindert Erfolgserlebnis

Arg gerupft trat der SV Mehring am Samstag Abend die Heimreise aus Völklingen an: Die Moselaner hatten zuvor nicht nur mit 0:2 beim SV Röchling 06 verloren, sondern mussten mit Achmed Boussi (Pferdekuss) und Johannes Diederich (Gehirnerschütterung) während der Partie auch noch zwei weitere Ausfälle verkraften. Die Mittelfeldlenker Erwin Bradasch (Muskuläre Probleme) und Sebastian Ting (Schambeinentzündung) hatten genauso von vorneherein nicht mitwirken können, wie der studienbedingt fehlende Johannes Palm.

Trotz der personellen Malaisen war der SVM auch in Völklingen – genauso wie bei allen anderen Auswärtsspielen in dieser Saison zuvor – ein ebenbürtiger Gegner. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat hier super dagegen gehalten und taktisch sehr diszipliniert agiert“, befand denn auch Trainer Robert Jung.

Zu Platz eins reichte es zwar nicht, immerhin wurde Sebastian Ting bei der ARD-Wahl zum Tor des Monats September Zweiter hinter dem Dortmunder Nationalspieler Marco Reus.

Den Unterschied habe Sammer Mozain ausgemacht, so Jung weiter. In der 42. und 67. Minute war der Röchling-Angreifer zur Stelle und schraubte sein Konto in der laufenden Spielzeit auf zehn Treffer. „Wir haben nur ganz wenige Chancen zugelassen. Einen Mann wie Mozain kann man aber halt nie ganz ausschalten“, wusste der Mehringer Coach. Auf Seiten seiner Mannschaft scheiterten Boussi, Xavier Alsina-Fonts und Michael Fleck zum Teil mehrfach nur ganz knapp.

„Mein Völklinger Kollege Werner Weiß gab zu, dass die cleverere Mannschaft gewonnen hat. Das sagt eigentlich alles aus“, sagte Robert Jung außerdem in seiner Nachbetrachtung.

Tor des Monats: Ting guter Zweiter

Der Torschütze des Monats heißt unterdessen Marco Reus von Borussia Dortmund. Sein Tor im Bundesliga-Spiel gegen Mönchengladbach bekam fast 30Prozent  der Stimmen, Zweiter wurde Sebastian Ting. Der Mehringer vereinigte mit seinem 62-Meter-Kunstschuss am 22. September im Auswärtsspiel bei Borussia Neunkirchen  (1:2)  immerhin 24 Prozent auf seinem Stimmen-Konto

 

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