„Ich will den Siegeswillen in den Augen sehen“

Von Florian Schlecht

Mit einem Spitzenspiel gegen die SG Betzdorf steigt der FSV Salmrohr wieder in den Oberliga-Alltag ein. Der SV Mehring muss beim 1. FC Saarbrücken II die Lehren aus der jüngsten Niederlage ziehen.

FSV Salmrohr – SG Betzdorf (Samstag, 14.30 Uhr)

Patrick Klyk: „Irgendwann haben wir die Warterei satt.“ Foto: Sebastian Schwarz

Tabellenführer SVN Zweibrücken hat schon vorlegt und sich vom FSV Salmrohr um fünf Punkte abgesetzt. Das jüngste 4:0 des Spitzenreiters gegen Wirges mindert die Ambitionen von Trainer Patrick Klyk jedoch nicht. „Das ist kein Grund, um nervös zu werden. Es gibt noch so viele Spiele“, sagt der FSV-Übungsleiter, der mit den Hufen scharrt, endlich wieder den Oberliga-Alltag starten zu können. „Irgendwann haben wir die Warterei auch mal satt.“ Das Heimspiel gegen die SG Betzdorf (Samstag, 14.30 Uhr) auf dem Kunstrasen ist gleich eine knifflige Aufgabe für Salmrohr, das sich mit den Ansprüchen auf die Regionalliga keinen Ausrutscher erlauben sollte.

Der 4:2-Sieg im Hinspiel verleitet Klyk so nicht dazu, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir waren bis jetzt die einzige Mannschaft, die in Betzdorf gewonnen hat. Ich habe damals schon gesagt, dass sie noch sehr weit kommen werden.“ Die Stärken des Rivalen, der fünf Zähler hinter Salmrohr liegt, sieht Klyk in der Geschlossenheit. „Sie haben einige richtig gute Fußballer in ihren Reihen, leben aber besonders von ihrer Kameradschaft. Viele Spieler stammen dort aus der eigenen Jugend.“ Abzuwarten bleibt, wie Betzdorf den Verlust seines 15-Tore-Mannes verkraften wird. Daniel Hammel ist in der Winterpause zur Reserve des 1. FC Kaiserslautern gewechselt.

Die Konzentration von Klyk gilt aber zunächst nur dem Auftreten seiner Mannschaft. Im Testspiel gegen den Regionalligisten FC Homburg gab es zuletzt ein 1:1. Torschütze war Robin Mertinitz. „Wir haben sie unter Druck setzen können, in der Abwehr gut gearbeitet und wenig Chancen zugelassen“, war er zufrieden. Der Coach macht aber klar, dass das Ergebnis für die Liga nicht zähle und er gegen Betzdorf ein Geduldsspiel erwarte. Mit Kreativität und der nötigen Entschlossenheit vor dem Tor soll sein Team die Punkte einfahren. Dafür wird in den Einheiten noch am Torabschluss gearbeitet. „Wir müssen in den ersten 30 Minuten nicht Weltmeister werden. Was ich aber sehen will, ist der unbedingte Siegeswille in den Augen meiner Spieler“, findet Klyk klare Worte. „Ich will, dass die Mannschaft kapiert, was für eine Chance wir da in diesem Jahr haben. Dazu muss sich jeder hinterfragen und alles für den Erfolg beitragen. Nur so entsteht eine Gemeinschaft, die schwer zu schlagen ist.“

Auf Andreas Hesslein (Operation am Fuß) und Sebastian Schäfer (Meniskusverletzung) muss er dabei allerdings noch einige Wochen verzichten. Von einer Grippe angeschlagen sind Alexander Adrian und Pascal Meschak. Bei Johannes Kühne (Zerrung im Oberschenkel) wird das letzte Training Aufschluss darüber geben, ob er spielen kann. Als Nachholtermin für das ausgefallene Rheinlandpokal-Achtelfinale beim FC Karbach ist Dienstag, der 5. März (19.30 Uhr) vorgesehen. Die Auslosung für das weiterführende Viertelfinale ist bereits am 28. Februar in Bitburg.

1. FC Saarbrücken II – SV Mehring (Sonntag, 14.30 Uhr)

Robert Jung verfährt nach der Huub-Stevens-Taktik. Foto: Sebastian Schwarz

Robert Jung vertraut auf das Motto, das Huub Stevens als Schalke-Trainer 1997 zum UEFA-Cup-Sieg führte. „Die Null muss stehen“, fordert der Coach des abstiegsgefährdeten SV Mehring vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken II. Und 90 Minuten ohne Gegentreffer wären ein Novum in der Oberliga-Historie des Vereins. Die Null – sie stand in der Defensive bislang in keinem einzigen Spiel. So plant Jung in Saarbrücken eine etwas verhaltenere Grundausrichtung als beim 1:2-Rückschlag gegen die Sportfreunde Köllerbach.

Denn die Drittliga-Reserve ist ein anderes Kaliber als das Schlusslicht und kann frech aufspielen. Sie befindet sich im sicheren Mittelfeld, jenseits von Aufstiegshoffnungen und Abstiegsängsten. Mit dem 36-jährigen Michael Petry hat sie im Angriff einen torgefährlichen Oldie, der schon auf sieben Saisontreffer kommt. Dazu befürchtet der Trainer Abstellungen aus dem Profikader. „Wir müssen sie in ihrem Spiel aus dem Rhythmus bringen“, fordert Jung und kündigt eine forsche Aufstellung mit sieben Kräften unter 22 Jahren an. „Das ist für den Verein eine Basis für die Zukunft.“ Dino Toppmöller (32) ist so noch der einzige Routinier in der Anfangself.

Viel wird in Saarbrücken auch davon abhängen, ob die Mannschaft aus der Köllerbach-Pleite ihre Lehren gezogen hat. Schlechte Chancenverwertung, eine Verkettung von Unkonzentriertheiten und Fehlpässen, Probleme in der Kompaktheit, fehlende Aggressivität von einigen Spielern – das war die Mängelliste bei der Analyse am Dienstag. Zwei personelle Veränderungen kündigt Jung an, ohne ins Detail gehen zu wollen. „Das sollen die Spieler und der Gegner nicht aus dem Internet erfahren.“ Weiter fehlen wird ihm Neuzugang Isaac Ageman, der noch drei Spiele gesperrt ist. Erwin Bradasch wird nach einer Angina voraussichtlich zunächst auf der Bank sitzen. Johannes Palm scheidet aus dem Kader nach Aussage von Jung verletzungsbedingt aus.

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