Mehring befürchtet „Toppi“-Ausfall, Salmrohr will nachlegen

Von Florian Schlecht

In der Fußball-Oberliga kann der SV Mehring Punkte für den Klassenerhalt sammeln – und dem FSV Salmrohr im Aufstiegskampf wahre Schützenhilfe leisten. Allerdings beklagt Trainer Jung vor dem Heimspiel gegen Tabellenführer Zweibrücken einige Ausfälle. So hat Dino Toppmöller einen Bänderanriss im Fuß. Salmrohr spielt derweil bei der SV Elversberg II.

SV Elversberg II – FSV Salmrohr (Sonntag, 14 Uhr)

FSV Salmrohr gegen SG Betzdorf

Das Geduldsspiel gegen Betzdorf gewann Salmrohr. Nun geht es nach Elversberg. Foto: T. Franken

Was für ein Auftakt für den FSV Salmrohr in das Fußballjahr 2013. Der 3:1-Sieg gegen die SG Betzdorf war für die Mannschaft ein Start nach Maß, weil sie in einem Geduldsspiel den längeren Atem hatte. Durch den Patzer von Tabellenführer Zweibrücken ist obendrauf der Rückstand auf den ersten Platz auf lediglich zwei Zähler geschrumpft. Die Regionalliga-Träume reifen so langsam. Friedhelm Rach fordert aber, dass bei der SV Elversberg II nun nachgelegt werden muss (Sonntag, 14 Uhr, Kunstrasenplatz an der Lindenstraße). „Sonst hat das alles nichts genutzt“, sagt der Sportliche Leiter eindringlich.

Entschuldigungen lässt er nicht gelten, auch wenn es anstrengende Tage in Salmrohr sind, die Improvisation erfordern. Trainer Patrick Klyk setzte eine Grippe außer Gefecht. Daniel Schraps, Alexander Adrian und Torwarttrainer Karlheinz Kieren leiteten so die Einheiten. „Sie haben genügend Erfahrung, das war kein Problem.“ Auch die anstehenden beiden „Englischen Wochen“ mit dem Nachholspiel in der Liga beim 1. FC Saarbrücken II und dem Rheinlandpokal-Achtelfinale in Karbach stören Rach nicht. „Unser Kader ist verhältnismäßig groß“, sieht er das Team für die Aufgaben gewappnet, wobei er beim Auftritt in Elversberg mit einem „jungen, ehrgeizigen Gegner“ rechnet. Ein gutes Pflaster war die Regionalliga-Reserve zuletzt nicht für Salmrohr. Im Hinspiel gab es nur ein 1:1. „Wenn sie ins Rollen kommen, sind sie brandgefährlich. Das müssen wir unterbinden, in der Abwehr gut stehen und unsere Qualität nach vorne ausspielen.“

Ob der Meisterschaftsaspirant dabei auf Robin Mertinitz zurückgreifen kann, wird sich erst am Wochenende entscheiden. Den Offensivspieler plagten erste Anzeichen einer Erkältung. Andreas Hesslein fällt ebenso aus wie Markus Schottes, der erneut einen verletzungsbedingten Rückschlag erlitt. Er musste nach einem Testspiel der B-Garnitur gegen die TuS Reinsfeld (15:0) mit einem dicken Fuß zum Arzt. „Das sieht nicht so gut aus“, so Rach.

SV Mehring – SVN Zweibrücken (Sonntag, 15 Uhr)

Robert Jung bastelt an einer Überraschung gegen den Tabellenführer. (Foto: S. Schwarz)

Eigentlich war der SV Mehring auf einem guten Weg. Robert Jung lobte nach dem 1:1 beim 1. FC Saarbrücken die kollektive Aggressivität und das Defensivverhalten, was im Abstiegskampf wichtige Tugenden sind. Doch vor dem schweren Heimspiel gegen den SVN Zweibrücken (Sonntag, 15 Uhr) muss der Trainer einige Hiobsbotschaften im Personal verdauen. So wird Torjäger Dino Toppmöller mit hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen. „Zwei Bänder im Fuß sind angerissen“, stöhnt Jung. Drei Wochen Sportverbot wurden dem Angreifer vom Arzt empfohlen. Toppmöller hofft dagegen, schon wieder früher starten zu können. Für die Mannschaft wäre das wichtig. Zuletzt trat Mehring mit einer jungen Besetzung an, sieben Spieler aus der Anfangself waren noch keine 22 Jahre alt. Dazu wird Christoph Eifel aus beruflichen Gründen sicher für drei Spiele fehlen, Neuzugang Isaac Ageman ist noch gesperrt. Auch die Einsätze von Sebastian Ting (Fersenprellung) und Sven Kohlei (grippaler Infekt) sind noch fraglich.

Bittere Nachrichten für Jung, der das Team nach dem Erfolgserlebnis in Saarbrücken umstellen muss. Alternativen zu Dino Toppmöller in der Spitze sind sein Bruder Tommy als Strafraumstürmer oder der schnelle Ahmet Boussi. „Die Situation ist misslich. Vielleicht ist es gut, jetzt gegen den Ersten zu spielen und nicht gegen einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt“, sagt Jung, der jedoch nicht hoffnungslos in das Kräftemessen mit Schwergewicht der Liga geht. „Wenn wir als Mannschaft auftreten, kaum Chancen zulassen und über Konter gefährlich sind, ist was möglich. Das ist unser Konzept.“

Zu unterbinden ist dann noch die Kopfballstärke von Zweibrücken, was ohne Toppmöller und Eifel kein leichtes Unterfangen ist. Der Tabellenführer reist mit einigen Hünen an. Der 1,91-Meter-Verteidiger Andreas Backmann gehörte bei der SV Elversberg und dem FSV Oggersheim sogar mal zu den besten Regionalliga-Abräumern. Mit 14 Gegentreffern in 19 Spielen bietet der Spitzenreiter die beste Abwehr auf. In der Offensive wurde im Winter noch einmal mit Torjäger Andreas Haas (30) nachgerüstet, der vom Ligakonkurrenten SC Halberg-Brebach zum Aufstiegsanwärter wechselte.

Besondere Vorfreude hegt Jung auf das Spiel, weil er Peter Rubeck begegnet. Immerhin gilt der 68-Jährige als Mentor des Trainers aus Zweibrücken und steht im engen Kontakt mit ihm. „Wir telefonieren immer noch fünf Mal in der Woche. Nur in diesen Tagen klingelte das Handy nicht“, lacht Jung. „Er wird gegen mich bestimmt besonders ehrgeizig sein. Hinterher werden wir aber sicher ein Bier zusammen trinken.“ Dazwischen liegen dann 90 Minuten, in denen Mehring unerwartete Punkte gegen den Abstieg sammeln will – und so gleichzeitig auch dem Lokalrivalen FSV Salmrohr Schützenhilfe im Aufstiegsrennen leisten kann. Denn unbesiegbar ist Zweibrücken nicht. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende, als der amtierende Spitzenreiter gegen Schlusslicht Köllerbach unerwartet mit 1:2 verlor. Vielleicht ist das auch für gebeutelte Mehringer ein kleiner Hoffnungsschimmer.

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Kommentare (1)

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  1. Outsider sagt:

    Starke Neueinkäufe- richtig gut eingekauft.
    Toppmöller kann nicht, Bradasch fast die ganze Saison noch nicht. Aber dafür spielt man seit der Winterpause ohne innenverteidiger. Clever gemacht SVM!

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