Oberliga: Punkteteilung im Nordsaarland – Riedl mit dabei – Stimmen

Aus Hasborn berichtet
Andreas Maldener (Text und Foto)

Punkteteilung im Nordsaarland! Lange Zeit führte die U23 von Eintracht Trier gegen den SV Hasborn in einer von beiden Mannschaften offen geführten Partie, musste kurz vor Ende  dann aber doch noch den Treffer zum 1:1-Unentschieden hinnehmen. Durch den Punktgewinn hat das Team von Trainer-Duo Frank Thieltges und Bernhard Weis nach zehn gespielten Begegnungen neun Punkte auf der Habenseite, der echte Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller gelang damit nicht.

Foto: Der Schein trügt. Die Trierer (hier Daniel Petersch) waren gegen die Hasborner (Peter Lauer) keinesfalls immer einen Schritt zu spät.

Nur knapp 250 Zuschauer wollten das Spiel der Rot-Weißen vom Schaumberg gegen die Nachwuchskicker von der Mosel sehen, Minuskulisse im Waldstadion. Schon vor dem Spiel wurde gemutmaßt in Hasborn, wie viele Spieler aus dem Profikader der Eintracht den Weg ins Saarland mit antreten würden. Es war lediglich Julian Bidon, der abgestellt wurde für das Spiel der „Zweiten“, es schien sich nicht bis ins nördliche Saarland herumgesprochen zu haben, dass die Eintracht an diesem Abend selbst ein Pflichtspiel in der Regionalliga West bestreiten muss, Trainer Roland Seitz brauchte seine Jungs.

Ein Name fiel letzten Endes aber doch auf: Thomas Riedl. „Der hat doch damals im Derby bei den Sechzigern […], […] und in Lautern war er auch.“, hörte man die Zuschauer sagen. Genau richtig, Thomas Riedl stand wenige Stunden nach seiner Freigabe durch den Österreichischen Fußballverband erstmals im Trikot der Eintracht schon gleich in der Startformation, wenn auch nur in der der U23. Dort soll der 34-jährige, der eigentlich für den Regionalligakader geplant ist, nach seiner langen Pause die nötige Spielpraxis sammeln.

Und Riedl machte seine Sache sehr gut, im Mittelfeldzentrum war er stets anspielbereit, laufstark und mit dem Blick für seine Mitspieler. Mit einer solchen Leistung wird es nicht allzu lange dauern, bis Riedl der „großen“ Eintracht helfen wird.

Doch heute half er den kleinen Moselanern in einer Partie, die lange brauchte, um wirklich Fahrt aufzunehmen. Erst nach knapp 20 Minuten die erste richtige Torchance für die Eintracht, Christoph Anton spielt Julian Bidon wunderbar frei, doch Bidon verspringt die Kugel etwas, trotzdem sucht er den Abschluss, verfehlt das Tor nur knapp. Von diesem Zeitpunkt an erarbeitete sich Trier dank disziplinierter Arbeit im Mittelfeld knapp zehn Minuten lang die besseren Tormöglichkeiten, ehe der heimische Rot-Weiß stärker wurde und in den 15 verbleibenden Minuten bis zum Halbzeitpfiff das Spiel in den Griff bekam. Zuerst scheitert Jan Stutz per Kopf (31.), in der 42. Minute wird eine Flanke von Stutz abgefälscht und verfehlt den langen Pfosten nur um wenige Zentimeter, Philipp Basquit im Eintracht-Tor wäre chancenlos gewesen.

Pünktlich beendete Schiedsrichter Manuel Biesemann aus Wadern eine erste Hälfte, die äußerst ausgeglichen war und von der Eintracht sehr diszipliniert und ohne Hektik geführt wurde. Die Tore mussten also in der zweiten Halbzeit fallen.

Und das taten sie auch. Nur Sekunden nach Wideranpfiff die 1:0-Führung für die U23 der Eintracht: Ein langer Ball aus der Abwehr der Moselstädter, die Hasborner Abwehr kann den Ball in Persona André Dewes nicht klären. Den Querschläger nutzt Jan Brandscheid aus, schnappt sich das Leder und ist in seinen noch jungen Jahren vor dem Tor von Jörg Henkes schon so abgezockt wie Altmeister Nico Patschinski. Lässig schiebt er den Ball ins lange Eck, die Führung für die Eintracht in der 46. Spielminute, Hasborn schien mental noch in den Kabinengängen zu sein, die eiskalte Dusche folgte sogleich.

Nur zwei Minuten später hätte der SVE sogar auf 2:0 erhöhen können, doch Julian Bidons Schuss aus halblinker Position kann Jörg Henkes toll parieren. Der „Rot-Weiß“, wie er hier in Hasborn kurz und knapp genannt wird, brauchte eine Viertelstunde, um sich von dem Schock zu erholen. Erst dann legte die Mannschaft von Gerd Warken, der für die Eintracht nach seiner Trainer-Tätigkeit in Homburg auch kein Unbekannter ist, einen Zahn zu und kam wieder zurück ins Spiel. In der 64. Minute die erste Riesenchance zum Ausgleich, Ex-Eintrachtler Heiko Weber dringt nach einem klasse Solo in den Strafraum ein, umkurvt dabei drei Trierer Abwehrspieler, ehe er aus knapp sechs Metern draufhält. Doch Philipp Basquit im Tor steht goldrichtig und kann den Schuss mit einer Glanzparade zum Eckball parieren. Es entwickelte sich nun ein völlig offenes Spiel, in dem sowohl der Ausbau der Führung für die Eintracht als auch der Ausgleichstreffer drin gewesen wären. Hasborn drängte auf das Tor der Gäste, die Eintracht konnte sich nur noch durch Konter befreien. Einer dieser vielen Konter hätte dann auch eigentlich die 2:0-Führung bedeuten müssen. Alleine zwei Mal scheiterte Jan Brandscheid an Jörg Henkes und seinen Vorderleuten: In der 79. Minute läuft er dem zu langsamen André Dewes davon, umläuft Keeper Henkes, doch sein halbhoher Schuss wird von Pascal Petry per Fallrückzieher geklärt. Nur vier Minuten später dann Brandscheid zum Zweiten: Nach einem toll gefahrenen Konter legt Julian Bidon den Ball wunderbar auf Brandscheid, der die nächste Großchance vergibt.

Häufig rächt sich Nachlässigkeit im Umgang mit Tormöglichkeiten, und so sollte es auch heute sein. Die 84. Spielminute: Nach einem brandgefährlichen Eckball von Jan Stutz, die schon zuvor für Unruhe in der SVE-Abwehr sorgten, kann Torwart Basquit den Ball nicht richtig klären, das Leder fällt vor die Füße von Manuel Schirra, der aus sechs Metern nur noch Einschieben muss. Der Ausgleich für Hasborn nach einer Phase, in der die Eintracht durchaus das Spiel schon hätte entscheiden könne, wenn nicht sogar müssen.

Im Anschluss an den Ausgleichstreffer hatte Hasborn sogar kurz vor Ende des Spiels noch die Chance, den Siegtreffer zu erzielen, doch Dominik Engel scheitert am toll aufgelegten Pascal Basquit. Der Siegtreffer wäre jedoch auch für keine der beiden Mannschaften wirklich verdient gewesen, zu ausgeglichen war das Spiel.

 

Die Stimmen zum Spiel:

 

Frank Thieltges (Trainer U23 Eintracht Trier):“Wir sind schon zufrieden, ich denke wir dürfen letzten Endes hier hochverdient einen Punkt mit nach Hause nehmen. Die Jungs kriegen von uns auch keine Vorwürfe, sie sind mitten in ihrer Entwicklung, da ist das ganz normal. Wenn das ein anderer wäre, wie zum Beispiel Michael Petri bei den Hasbornern, dem würde ich das schon vorwerfen. Aber unsere Jungs sind 19 Jahre alt, das gehört zur Entwicklung dazu. Thomas Riedl hat natürlich Qualität und Potential, er ist heute natürlich aufgefallen und ich war wirklich zufrieden mit ihm.“

Thomas Riedl (erstes Pflichtspiel im Trikot der Eintracht):“Es war für mich das erste Spiel nach vier Monaten Pause, man sieht zwar, dass ich noch nicht bei 100 Prozent bin, aber ich denke, dass es für die Zeit, die ich im Training bin, ganz gut geklappt hat. Für mich war es heute auf jeden Fall ein wichtiger Test. Die Freigabe hat jetzt drei Wochen gedauert, das hätte alles viel schneller gehen können. Natürlich will man immer direkt spielen, aber das ist nun mal leider Gottes so. Es sind einfach internationale Wechsel, das dauert dann manchmal. Ich will schauen dass ich jetzt noch ein oder zwei Spiele hier in der U23 machen kann. Spiele bringen einen einfach immer weiter als das Training. Für mich ist das ne super Sache und ich denke, dass ich dann auch bereit bin, der Eintracht oben zu helfen.“

Statistik:

SV Hasborn: Henkes – Haubert, Engel, Petry, Dewes – Weber, Stutz, Schirra (ab 86. Greco), Hero (ab 53. Feid) – Lauer, Petri

Eintracht Trier: Basquit – Löber (verletzungsbedingt ab 72. Meyer), Petersch, Bradasch, Fuhs – Ting, Schottes, Riedl, Brandscheid (ab 86. Alsina) – Anton (ab 78. Michels), Bidon

Zuschauer: 250

Schiedsrichter: Manuel Biesemann (Wadern)

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Kommentare (1)

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  1. dreschi 2010 sagt:

    1 punkt für die zwote auswärts ist doch ok…und wichtige spielpraxis für thomas riedl….

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