Oberliga: Schwere Aufgabe für Salmrohr – „Toppi“ fällt wochenlang aus

Der FSV Salmrohr reist zum 1. FC Saarbrücken II, der SV Mehring erwartet Arminia Ludwigshafen

Von Florian Schlecht

Der zweite Spieltag in der Fußball-Oberliga: Während auf den FSV Salmrohr eine schwere Aufgabe beim 1. FC Saarbrücken II wartet, sucht der SV Mehring vor dem Heimspiel gegen Arminia Ludwigshafen die Idealbesetzung im Angriff. Denn Spielertrainer Dino Toppmöller fällt wegen eines Muskelbündelrisses gut sechs Wochen aus. Die Übersicht von 5vier. 

1. FC Saarbrücken II – FSV Salmrohr (Samstag, 15.30 Uhr)

Salmrohrs Trainer Patrick Klyk. Foto: 5vier.de
Patrick Klyk erwartet bei Saarbrücken II einige Drittliga-Profis in der Startelf.

Die Enttäuschung war spürbar nach dem 1:1 des FSV Salmrohr zum Oberliga-Auftakt gegen den SV Mehring. „Wir hatten so viele Möglichkeiten vor der Nase, haben den Gegner an die Wand gespielt und uns viele Chancen erarbeitet“, brauchte FSV-Trainer Patrick Klyk etwas, um den verpassten Sieg zu verdauen. An die Leistung will Salmrohr beim schweren Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken II anknüpfen. Auch wenn der Vizemeister diesmal sicher eine verhaltene Ausrichtung wählen dürfte. „Wir haben in dieser Woche am Defensivverhalten geschliffen. Wir wollen reagieren können – je nachdem, welche Mannschaft Saarbrücken auf den Platz stellt.“

Die Sorge von Klyk: Einige Profis könnten nach dem desaströsen Auftakt in der 3. Liga (1:2 gegen Wehen, 1:5 in Kiel) in die Reserve strafversetzt werden. „Dort brennt schon der Baum, vieles steht auf dem Prüfstand. Und die Saison ist noch zu jung, als dass ein Drittligaspieler nun eine schlechte Leistung in der U23 abrufen dürfte.“ So fordert der FSV-Trainer: „Wir müssen die taktische Disziplin beibehalten. Gegen Mehring haben wir uns in den letzten Minuten verhalten wie ein Hühnerhaufen, um unbedingt das Siegtor zu erzielen. Das darf uns nicht wieder passieren.“

Auch ansonsten ist Saarbrücken II nicht zu unterschätzen. Zwar hat die Mannschaft von Bernd Eichmann mit 14 Neuzugängen ein ganz neues Gesicht erhalten. Doch besonders mit Martin Forkel (34) haben die jungen Talente einen Führungsspieler in den eigenen Reihen, der Zweitliga-Erfahrung und Übersicht einbringt. „Ich bin gut mit Martin gut befreundet und weiß, wie er tickt. Er ist ein Chef, wie er der Mannschaft gefehlt hat.“ Zum Ligaauftakt gewannen die Saarländer mit 3:1 beim SV Rossbach/Verscheid.

Trotz der Schwere der Aufgabe spekuliert Salmrohr auf den ersten Saisonsieg. Allerdings fallen Patrick Klyk einige Spieler aus. Gustav Schulz (Patellasehnenprobleme) muss sich noch einige Wochen gedulden, bis er wieder mitwirken darf. Auf eine Operation will er aber vorläufig verzichten und gucken, ob die Beschwerden abklingen. Kapitän Daniel Schraps ist privat verhindert. Murat Adigüzel, der in seinem ersten Spiel überzeugte, war in den letzten Tagen krank und wird wahrscheinlich zunächst nur auf der Bank sitzen.

SV Mehring – Arminia Ludwigshafen (Sonntag, 15 Uhr)

Tommy und Dino Toppmöller
Die Toppmöller-Brüder: Dino (rechts) fällt wochenlang aus, Tommy könnte ihn ersetzen.

Stürmer-Not beim SV Mehring vor dem Heimspiel gegen Arminia Ludwigshafen: Die Verletzung, die sich Dino Toppmöller zum Auftakt in Salmrohr zuzog, hat sich als Muskelbündelriss im Oberschenkel herausgestellt. Drei Wochen Sportverbot wurden dem Spielertrainer verordnet. Rund sechs Wochen dürfte er dem Oberligisten insgesamt fehlen. „Das habe ich mir sicher nicht erhofft“, ist „Toppi“ geknickt.

Sein Ausfall verschlimmert so auch die Lage im Angriff, wo der Abgang von Achmed Boussi im Derby an allen Ecken und Enden zu bemerken war. Der Stürmer, mit dem sich Mehring nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte, fehlte als Initiator gefährlicher Angriffe und als Konterspieler für die nötige Entlastung. Ob eine Rückkehr doch noch im Raum steht? „Ich habe immer gesagt, dass ein Spieler wie Boussi uns gut zu Gesicht stehen würde“, so Toppmöller, der angesichts der Engpässe noch auf einen Neuzugang hofft. „Aber: Ich bin nicht in der Lage von Pep Guardiola, dass ich einfach mal einen Thiago Alcantara fordern kann.“

Das Vertrauen in der Offensive gilt nun Simon Monzel, dem angeschlagenen Marc Willems und Tommy Toppmöller, den aber auch eine Bänderdehnung im Sprunggelenk zurückgeworfen hat. „Ich kann nur für Geduld mit den Spielern plädieren. Simon hat lange in der Bezirksliga gespielt, Tommy vor zwei Jahren noch in der B-Liga – so wie Marc in der letzten Saison noch. Der Sprung in die Oberliga muss erst einmal bewältigt werden. Das traue ich den Jungs aber zu. Und alle leben davon, dass das Kollektiv funktioniert. Kein Spieler schnappt sich einfach mal den Ball, tanzt zehn Leute aus und schiebt dann noch zum Tor ein. Das ist unrealistisch.“ Dazu kommt Michael Fleck, der nach einer Woche Verletzung und einer Woche Urlaub allerdings noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist.

Was die Teamleistung in Salmrohr anging, sah Toppmöller noch Luft nach oben. „Besonders im taktischen und spielerischen Bereich.“ Lob gibt es vom Spielertrainer für die Moral. „Wir haben uns vom Gegner nicht zermürben lassen, sondern immer an unsere Chance geglaubt und in der zweiten Halbzeit richtig dagegen gehalten.“ Alles zusammen erhofft sich „Toppi“ im Heimspiel gegen Ludwigshafen, das er zu den Topfavoriten zählt.

Das Gerüst blieb der Arminia weitgehend erhalten, die im Einzugsgebiet um Mannheim und Worms regelmäßig starke Spieler an Land ziehen kann. Mit dem drittligaerfahrenen Chris Böcher (Wormatia Worms), Steffen Litzel (SC Hauenstein) und Christian Heil (TuS Mechtersheim) kamen so erneut drei echte Verstärkungen. Das Saisonziel hat Ludwigshafen mit einem Platz zwischen eins und fünf ausgegeben. „Wer so was sagt, der will auch aufsteigen“, sagt Toppmöller, der mit Mehring aber den ersten Sieg im Visier hat. „Dafür werden wir alles abrufen.“

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Kommentare (4)

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  1. Hans-Peter sagt:

    hätte, wenn und aber zählt in der Oberliga nicht. Dort wird schon richtiger Tempofußball gespielt, mit dem sich einige Mannschaften erst noch anfreunden müssen. Und wie sagte schon Sepp Herberger, ein Spiel dauert so lange bis der Schiri abpfeift.

  2. karl-peter sagt:

    Wie du siehst hat das kämpfen sich gelohnt.Unentschieden ist ok.War aber auch mehr drin.Zum Schluß hätte Mehring etwas ruhiger und cleverer spielen müssen,dann hätte es 2 Punkte mehr gegeben.

  3. Neuer Fan sagt:

    Oberliga-fußball ist kein Wunschkonzert. Und mit Ludwigshafen kommt eine Mannschaft, die
    Noch etwas aus der letztenSaison gutzumachen hat. Mit kämpfen bis zum umfallen, wird der SVM nicht bestehen können. Und das man nochmal soviel Sonne hat wie beim schmeichelhaften 1:1 in Salmrohr, wage ich zu bezweifeln!

  4. fan10 sagt:

    durch eine geschlossene mannschaftsleistung,das heist kämpfen bis zum umfallen kann gegen Ludwigshafen auch ein erfolg verbucht werden das hat die Mannschaft oft genug gezeigt.die fans stehen hinter euch-gruss fan10

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