Oberliga: Schwerer Schlag für Salmrohr – Meeth und Rach treten zurück

Präsident hört auf - Sponsoring wird nach Angaben des Klubs fortgeführt - Als Begründung führt Meeth strukturelle Grenzen an

Es ist eine Personalentscheidung mit Sprengkraft: Präsident Helmut Meeth hat seine Ämter beim Fußball-Oberligisten FSV Salmrohr niedergelegt. Mit ihm hört auch Sportchef Friedhelm Rach auf. Wo der zukünftige Weg des Klubs hinführen wird, soll sich bei einer Mitgliederversammlung im Januar entscheiden.

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Hört auf: Helmut Meeth ist nicht mehr Präsident des FSV Salmrohr.

Nimmt der FSV Salmrohr Abschied von höherklassigen Gefilden für lange, lange Zeit? Die Pressemeldung, die am Mittwoch um 16.10 Uhr von dem Fußball-Oberligisten verschickt wurde, hat jedenfalls eine gehörige Sprengkraft. Der wichtigste Inhalt: Präsident Helmut Meeth und Sportchef Friedhelm Rach haben ihre Ämter beim Verein niedergelegt. Wie die Zukunft des ehemaligen Zweitligisten sich nun gestaltet, ist die große Frage. Auch wenn das Sponsoring von Meeth, der nicht nur Vorstandschef, sondern zugleich Hauptgeldgeber war, zunächst laut Angaben des Klubs fortgesetzt werde.

„Dieser Schritt ist uns schwer gefallen“, wird der Wittlicher Unternehmer zitiert. „Wie jeder weiß, der die Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren beobachtet hat, haben Friedhelm Rach und ich sehr viel Zeit und Engagement in den Club investiert und waren immer mit Herzblut bei der Sache.“ Meeth leitet die Geschicke des Traditionsvereins seit 2007. In den Reihen des Präsidiums sei der Rücktritt bereits im Juli besprochen worden. Um die Kaderplanungen nicht zu beeinflussen und den Übergang der Verantwortlichkeiten reibungslos zu gestalten, sei die Winterpause als Übergabetermin vereinbart worden.

Die Rücktrittsgründe bleiben unklar. Allerdings sagt Meeth: „Wir haben in den vergangenen Jahren versucht, im Umfeld des FSV einiges zu bewegen. An vielen Stellen ist uns das sicherlich auch gelungen. Leider sind wir aber zunehmend an strukturelle Grenzen gestoßen, die unter den gegebenen Voraussetzungen einfach nicht in einem sinnvollen Verhältnis von Aufwand und Ertrag zu überwinden sind.“ So war der Klub im Sommer nach 5vier-Informationen durchaus negativ überrascht von den hohen Anforderungen, die mit einem Aufstieg in die Regionalliga Südwest verbunden gewesen wären – obwohl es nicht einen einzigen Cent an TV-Geldern gibt und wahre Zuschauerfluten dort die Seltenheit sind.

Positiv hob Meeth hervor: „Die letzten sechs Jahre beim FSV Salmrohr waren durchaus eine erfolgreiche Zeit mit vielen positiven Veränderungen und Fortschritten. Auch wenn wir an meinem Ziel, mit dem FSV Salmrohr in die Regionalliga aufzusteigen, in der vergangenen Spielzeit leider ganz knapp vorbeigeschrammt sind. Stolz sein kann man mit Sicherheit auch auf die Jugendarbeit: mehr als 120 Jugendliche in sieben Mann-schaften von den Bambinis über die F-Junioren bis hin zu C-, B- und A-Junioren in kreislichen wie überkreislichen Wettbewerben. Für die kommenden Jahre wurden mit dem Jugendleiter Olaf Wagner hier die Weichen gestellt, dass eine durchgehende Heranführung des Nachwuchses von den Kleinsten bis zu den A-Junioren gewährleistet ist. Ebenfalls positiv ist die Mitgliederentwicklung: Derzeit gibt es beim FSV 412 Mitglieder.“

Die Mitglieder des FSV müssten sich nun die Frage stellen, wie sie den Verein in den nächsten Jahren aufstellen, was sie perspektivisch erreichen wollen und wie dies umgesetzt werden könne, so Meeth.

Wie der weitere Weg aussieht, könnte sich bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden. Im November wurde diese noch nach offiziellen Angaben „aus organisatorischen Gründen“ verschoben. Für den 17. Januar 2014 ist nun die Neuwahl des Gesamtvorstands anberaumt. Bis dahin werden der 2. Vorsitzende Christian Rauen und der erste Geschäftsführer Thomas Kröffges kommissarisch die Aufgaben von Präsidium und Vorstand übernehmen. (fs/red)

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