„Toppis“ Pläne und Klyks Weckruf – Vorschau

Von Florian Schlecht

In der Fußball-Oberliga steht Tabellenführer FSV Salmrohr vor einer Pflichtaufgabe bei den Sportfreunden Köllerbach. Trainer Patrick Klyk nimmt das Schlusslicht nicht auf die leichte Schulter. Der SV Mehring will nach der Vertragsverlängerung von Dino Toppmöller mit Arminia Ludwigshafen erneut einem Spitzenteam wichtige Punkte abknöpfen. Die Philosophie für die Zukunft steht bereits fest.

Sportfreunde Köllerbach – FSV Salmrohr (Samstag, 15.30 Uhr)

„Wachrüttler zur richtigen Zeit“. FSV-Trainer Patrick Klyk. Foto: Sebastian Schwarz

Vor der Kür kommt die Pflicht beim FSV Salmrohr, der in der kommenden Woche zunächst im Pokal-Viertelfinale bei der SG Neitersen und dann zum Spitzenspiel gegen den SVN Zweibrücken antritt.

Zuvor geht es am Wochenende aber zu den Sportfreunden Köllerbach, was auf dem Papier eine mehr als lösbare Aufgabe ist: Salmrohr ist Tabellenführer, Köllerbach das abgeschlagene Schlusslicht. Salmrohr hat die letzten neun Spiele gewonnen, Köllerbach hat fünf Partien in Folge verloren. Salmrohr hat 74 Tore geschossen, Köllerbach hat 74 Gegentreffer kassiert. „Jeder guckt auf die Tabelle und sagt, dass wir das wohl hinkriegen werden“, erliegt Patrick Klyk jedoch nicht der Verführung, den Sieg schon fest einzurechnen.

Viel mehr warnte der FSV-Trainer nach dem jüngsten 3:1-Sieg gegen den FK Pirmasens vor einem „Schlendrian“ und forderte mehr Konzentration ein. „Wir haben eine große Chance in diesem Jahr. Und wenn ich merke, dass wir nachlassen, gehe ich auch darauf ein. Ich will die Jungs nur zum richtigen Zeitpunkt wachrütteln.“ Köllerbach will Klyk nicht an dem letzten Platz messen. „Die haben gute Spieler auf jeder Position und dürften nicht so weit unten stehen. Aber wenn man erst einmal in einen solchen Kreislauf reinkommt, ist es ganz schwer.“ Besonders David Bakthadze genießt seit Jahren einen Ruf als gefährlicher Torjäger. Doch für den Spielertrainer ist die Saison gelaufen. Er zog sich bei der 3:4-Niederlage bei Borussia Neunkirchen einen Syndemosebandriss zu, der seine dritte Verletzung innerhalb von nur einem Jahr ist.

Doch auch so ist Klyk gewarnt, dass seine Mannschaft nicht ähnlich peinlich ausrutscht wie Titelrivale SVN Zweibrücken im Februar bei der 1:2-Heimpleite gegen Köllerbach. Bei der Startelf sieht der Trainer keinen Grund, wesentliche Veränderungen vorzunehmen. Zuversichtlich ist der Trainer, dass auch Robin Mertinitz („Er war ein paar Tage krank“) und Daniel Schraps („Er hat im Training was abgekriegt“) von Beginn an auflaufen können.

SV Mehring – Arminia Ludwigshafen (Sonntag, 15 Uhr)

Dino Toppmöller fühlt sich wohl in der Trainerrolle, die ich auch sein Vater Klaus (im Hintergrund) ausfüllte. Foto: Sebastian Schwarz

Wenn es zuletzt Heimspiele gegen Spitzenteams gab, fühlte sich der SV Mehring in der Außenseiterrolle mehr als wohl. So wurde Borussia Neunkirchen mit 2:0 besiegt. Und Tabellenführer SVN Zweibrücken kam auf der Lay nicht über ein 0:0 hinaus. Die Erfolgserlebnisse nimmt Trainer Dino Toppmöller vor dem Duell mit dem Tabellenfünften Arminia Ludwigshafen zum Anlass, erneut eine Überraschung zu beschwören. „Ich will gar nicht den Gedanken aufkommen lassen, was für ein schweres Spiel das wird. Wir wissen genau, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können“, sagt „Toppi“ forsch.

Ludwigshafen stellt mit 50 Treffern eins der torgefährlichsten Teams der Liga und kann als Halbfinalist des Südwest-Pokals sogar noch vom Einzug in den DFB-Pokal träumen. Das Mittel, mit dem Toppmöller einen Coup schaffen will: „Wir werden versuchen, den Gegner niederzukämpfen und uns an die taktischen Vorgaben zu halten. Vorne müssen wir dann die Qualität ausspielen, die wir mit Ahmet Boussi, Michael Fleck und Sebastian Ting haben.“

Personell plagen Toppmöller jedoch einige Probleme. Er selber wird wegen eines gebrochenen Zehs ausfallen und erst zum Saisonende wieder eingreifen können. Das gilt ebenso für Erwin Bradasch (Muskelverletzung) und Tommy Toppmöller (Bänderriss im Knöchel). Max Meyer (Wadenprellung) und Yannick Müller (Innenband-Teilanriss im Knie) drohen gegen Ludwigshafen ebenfalls zu fehlen. So steht Simon Monzel im Aufgebot, der seine Beförderung mit starken Auftritten bei der Bezirksliga-Reserve rechtfertigte.

Am Dienstag nahm Toppmöller seine Spieler dazu in die Pflicht, damit diese für das große Ziel vom Klassenerhalt weitere Prozente aus sich rauskitzeln. Nachdem die Konkurrenz im Tabellenkeller punkten konnte, beträgt der Rückstand auf den wahrscheinlich sicher rettenden 14. Platz sechs Zähler. „Wir haben jetzt noch acht Spiele und bestimmt 21 Trainingseinheiten. Da gilt es, immer da zu sein, damit wir erfolgreich sind.“

Auch für die neue Saison will sich „Toppi“ ein umfassendes Bild machen. Denn der Trainer und sein Assistent Bradasch haben ihre Verträge in Mehring ligenunabhängig bis 2014 verlängert (5vier berichtete). „Das ist nur eine Formalie. Es macht einen Riesenspaß mit der Truppe“, freut er sich auf die Zukunft und hat schon ein klares Konzept vor Augen. „Unsere Philosophie ist es, mit jungen Leuten aus der Region und drei, vier Erfahrenen zu spielen. Wir wollen einen Großteil der Mannschaft behalten. Jeder hat in den nächsten Wochen die Chance, sich zu empfehlen und zu zeigen, ob er ein Teamplayer ist.“

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