FSV verzweifelt an zweikampfstarken Zweibrückern

von Stephen Weber

Bittere Niederlage. Der FSV Salmrohr vergab vor 1605 Zuschauern den Big Point um den Meistertitel. Gegen Tabellenführer Zweibrücken unterlag die Elf von Trainer Patrick Klyk mit 0:2 (0:0) und sah sich dabei über weite Strecken mit einer kompakten Defensive konfrontiert, wodurch sie keinen Zugriff auf die Partie fand.

Robin Mertinitz im Laufduell (Foto: Stephen Weber)

Die Enttäuschung war nach dem Abpfiff allerorts greifbar. Zu groß war der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften an diesem Tag, um von einer unglücklichen Niederlage zu sprechen. Trainer Klyk fand nach Spielende dementsprechend deutliche Worte: „Ich bin heute saumäßig enttäuscht. Wir werden die Runde jetzt aber nicht abhaken und weiter alles geben, weil wir wissen, dass im Fußball alles möglich ist.“

Tolle Zuschauer-Kulisse. Die Sitzplatz-Tribüne im Hintergrund war erstmals in dieser Saison vollbesetzt. (Foto: Stephen Weber)

Dem Gastgeber von der Salm war von Beginn an in vielen Spielsituationen die Nervosität deutlich anzusehen. Unnötige Stockfehler, viele verlorene Zweikämpfe und selten gelungene Angriffskombinationen standen nach nach 90 Minuten auf dem Arbeitspapier. Trotzdem war es ein von beiden Parteien schnell geführter Schlagabtausch, bei dem Salmrohr zur ersten Gelegenheit des Tages kam – doch die Direktabnahme von Johannes Kühne im gegnerischen Strafraum verfehlte das Ziel knapp (3.).

Im Anschluss versuchten beide Klubs, spielerisch zu weiteren Möglichkeiten zu gelangen, aber die jeweiligen Verteidigungsreihen meisterten ihre Aufgaben ordentlich und erstickten Aufbauversuche frühzeitig im Keim. Vor allem der SVN trat bissig auf, gewann in der eigenen Hälfte beinah jeden Zweikampf und unterband jeglichen offensiven Sprühregen des Kontrahenten souverän. Lediglich in der 44. Minute durchbrach der FSV im ersten Spielabschnitt mal den gegnerischen Riegel, als Kühne nach einer Hereingabe von Gustav Schulz im Strafraum höher als jeder andere sprang und den Ball wuchtig auf das gegnerische Tor lenkte. Allerdings konnte SVN-Keeper Thorsten Hodel diese Einschusschance glanzvoll parieren.

FSV-Coach Patrick Klyk war über weite Strecken unzufrieden mit der Darbietung seiner Mannschaft (Foto: Stephen Weber)

Fehlende Aggresivität

Die zweite Halbzeit begann und das 1:0 für die Gäste fiel, als noch nicht mal alle Zuschauer auf ihren Plätzen saßen. Abwehrspieler Kühne vertändelte einen Ball in der eigenen Hälfte an Zweibrückens Stürmer Irvin Raul Parra, der über die linke Flanke auf das gegnerische Gehäuse stürmte und aus spitzem Winkel zur 1:0-Führung abschloss (46.). Ernüchterung im Salmtal. Klyk meinte zu dem Aussetzer seines Verteidigers: „Das Spiel wurde heute durch einen Fehler von uns entschieden. Das ist sehr ärgerlich.“

Danach waren die Hausherren zwar weiter bemüht, doch gegen die beste Defensive der Oberliga war an diesem Mittag kein Durchdringen. Ein Fallrückzieher von Daniel Schraps (66.) und zwei Möglichkeiten von Matondo Makiadi (78., 85.) sollten die einzigen nennenswerten Gelegenheiten bleiben. Zuvor vergab noch Zweibrückens Athanasios Noutsos aus 40 Meter eine gute Chance, als er sah, dass Salmrohrs Schlussmann Sebastian Grub zu weit vor seinem Kasten stand und einfach mal frech abzog. Aber der Schuss segelte bloß an das Aluminium (82.). Klyk bemängelte auf der anschließenden Pressekonferenz fehlende Aggressivität bei seinen Schützlingen: „Die Niederlage nehme ich heute auch teilweise auf meine Kappe, da ich es wohl nicht geschafft habe, meine Aggressivität auf meine Spieler zu übertragen, die das dann im Spiel umsetzen. Wir waren heute nicht in der Lage, unser Spiel aufzuziehen.“

Den finalen Höhepunkt setzte schlussendlich der eingewechselte Mark Gamber in der 89. Minute mit dem 2:0 für Zweibrücken. Nach einem weitem Ball drang der frische Mann in den Sechzehner ein und schloss trocken mit einem Gewaltschuss unter die Latte erfolgreich ab. Sein Coach Peter Rubeck war im Gegensatz zu seinem Gegenüber angetan vom Auftritt seines Teams: „In der ersten Halbzeit haben sich die Mannschaften noch gegenseitig neutralisiert, aber durch die Entwicklung im zweiten Abschnitt haben wir das Duell verdient gewonnen. Wir sind unserem Ziel nun einen Schritt näher gekommen, aber entschieden ist in Sachen Meisterschaft und Aufstieg noch lange nichts.“ Der SVN Zweibrücken rangiert nun mit sechs Punkten Vorsprung bei einem Spiel mehr auf Tabellenposition eins vor dem FSV Salmrohr.

Statistik

FSV Salmrohr: Grub – Petersch (84. Mehrfeld), Kühne, Hohns, Fischer (64. Makiadi) – Schraps, Schulz – Mertinitz, Adrian, Mees – Baier

SVN Zweibrücken: Hodel – Steis, Meisenheimer, Backmann, Herchenhahn – Kirchen (73. Maul), Gries, Noutsos (85. Paulus), Kupper – Parra (76. Gamber) – Haas

Tore:
0:1 Irvin Raul Parra (46.)
0:2 Mark Gamber (89.)

Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler)
Zuschauer: 1605

 

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Kommentare (1)

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  1. FSV-Fan sagt:

    Das war schwach, habe meinen Augen nicht getraut
    wie verunsichert die Elf war, keiner der Führungsspieler
    hat Verantwortung übernommen, der Sturm ein laues
    Lüftchen, unerklärliche Fehler im Zweikampf und Spiel-
    Aufbau. Noch ist nichts verloren, es geht bis zum letzten
    Spieltag, glaubt an euch und zeigt am Mittwoch die
    Richtige Reaktion. Ihr habt so eine geile Saison gespielt,
    Das sollte belohnt werden. Let’s go FSV, jetzt erst recht.

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