Entschieden: Piloten dürfen wieder allein im Cockpit sein

Zwei Jahre nach dem Germanwings-Absturz

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (kurz BDL) hat am vergangenen Freitag in Berlin entschieden, dass ab spätestens Juni Piloten wieder allein im Cockpit sein dürfen.

Trier / Berlin. In einem Interview mit dem Luftfahrt-Magazin aero.de begründete der BDL die Entscheidung wie folgt: „Die Evaluierung hat gezeigt, dass die Zwei-Personen-Regelung keinen Sicherheitsgewinn bringt“. Man befürchtet, dass durch die offene Tür häufiger die Möglichkeit besteht, dass unbefugte Personen sich Zutritt zum Cockpit verschaffen könnten.

Um Kritik vorzubeugen sichern die Fluggesellschaften zu, dass intensivere Untersuchungen von Piloten dazu führen sollen, dass eine Situation wie beim Absturz der Germanwings-Maschine im März 2015 sich nicht wiederholen kann, wo der Copilot den Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt hatte. Eine offene Tür zur Steuerzentrale der Flugzeuge wird sich aber auch ohne Zwei-Personen-Regel nicht verhindern lassen, da der Pilot das Cockpit auf dem Weg zur Toilette zwangsläufig verlassen muss.

In den USA existiert die Regel seit dem 11. September 2001 und ist seitens der Federal Aviation Administration (kurz FAA) zwingend vorgeschrieben. Das Problem der etwas länger geöffneten Cockpit-Tür lösen die Flugbegleiter in Übersee mit einem quer im Gang positionierten Flugzeug-Trolleys.

Im Gegensatz zu den deutschen Fluggesellschaften Lufthansa, Condor und Air Berlin, will der irische Billigflieger Ryanair auch weiterhin an der Regelung festhalten.

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