Politisches Forum mit den Spitzenkandidaten

CDU, SPD, FDP und AfD

Am zweiten September lud der Trierische Volksfreund die Spitzenkandidaten, „deren Parteien eine realistische Chance“ auf den Einzug in den Bundestag haben, zum politischen Forum auf den Hauptmarkt ein. Die Kandidaten Andreas Steier (CDU), Katarina Barley (SPD), Adrian Assenmacher (FDP) und Erwin Ludwig (AfD) stellten sich vor Ort regionalen und überregionalen Fragen, während die Kandidaten der Linken und vom Bündnis 90/ die Grünen nicht anwesend waren.

Marcus Hormes und Harald Jansen moderierten den Auftritt. Mit der Vorstellung wurden die Kandidaten nach zwei Gründen gefragt, warum sie in den Bundestag einziehen sollten. Assenmacher stellte den liberalen und korrektiven Charakter seiner Partei heraus, Barley berief sich auf die Themen, die sie in ihrem Amt als Ministerin schon betreut und ihre erzielten Erfolge. Ludwig nannte die Abschaffung des Euros und die „Wiederherstellung einer Rechtsstaatlichkeit“, Steier setzt auf regionalen Einsatz und berufliche Erfahrung im technischen Bereich.

Mit dem regionalen Thema „Moselaufstieg“ startete die erste politische Runde, die politische Konfrontation blieb angesichts ähnlicher Meinungen, auch zum Thema Betreuungsgeld, aber erst aus.

Beim Thema „Flüchtlinge“ kam es zu einer brisanteren Situation. Es ging um Unterschiede Asyl und Einwanderung betreffend. Der AfD-Politiker Ludwig hatte sich mit der Aussage, dass die Obergrenze null sein müsse, beim Großteil der Beteiligten unbeliebt gemacht. Als Frau Barley sich zum Thema äußerte, gab es ein Intermezzo mit Rufen und Trillerpfeife des Kandidaten der NPD, Safet Babic. Die umstehenden Menschen reagierten wenig erfreut über den Gast und machten ihrem Unmut auch verbal Luft, während Frau Barley es sich nicht nehmen ließ, einen Monolog zu halten, um der NPD nicht zuzugestehen, sie zum Schweigen gebracht zu haben, auch wenn die Verantwortlichen ihren Zeitplan einhalten und den anderen Kandidaten ihre Redezeit ermöglichen wollten. Steier erklärte im Zuge dieser Debatte, die Chance der Zuwanderung nutzen zu wollen, um den deutschen Fachkräftemangel zu entschärfen.

Barley erhielt nach der Störung erneut die Möglichkeit, sich zu äußern und rügte die europäische Gemeinschaft und insbesondere Frau Merkel für die fehlende Hilfe für die Mittelmeer-Staaten, vor allem auch vor dem akuten Kontakt mit der Flüchtlingswelle.

Assenmacher antwortete souverän und vernünftig und lehnte, wie SPD und CDU auch, eine Obergrenze ab. Er pocht ebenfalls auf ein starkes, regulierendes Einwanderungsgesetz.

Weiter ging es mit der zweiten Leserfragerunde. Die Fragen betrafen die fehlende Ermahnung durch Politiker, auch in wirtschaftlich/politisch sicheren Zeiten den Konsum zu mäßigen und vorzusorgen. Auch hier gab es einen Konsens zwischen den Kandidaten der AfD, der CDU und der FDP, die alle auf Investitionen setzen. Frau Barley hingegen rügte die jetzige Regierung, insbesondere Herrn Schäuble, und betonte, dass Deutschland sozial gerechter werden müsse, da es nicht jedem gut ginge.

Die letzten beiden Leserfragen nahmen Bezug auf die Bekämpfung des Klimawandels, den Diesel-Skandal und dahingehend neue Antriebsmöglichkeiten wie Elektroauto und Brennstoffzelle. Wieder fand das Publikum Einigkeit dazu, dass der Diesel ein tolles Produkt sei und die Autoindustrie in der Bringschuld stünde. Der Klimawandel wäre sehr komplex und es wäre in diesem und im Bereich Mobilität wichtig, unterschiedliche Ansätze zu fördern.

Zum Abschluss wurde eine Einschätzung zum Namen der/des zukünftigen Kanzlerin/Kanzlers erfragt, wobei Frau Barley natürlich für Martin Schulz votierte, Herr Steier und Herr Assenmacher für Frau Merkel und der AfD-Kandidat Ludwig die Frage nicht beantwortete.

Insgesamt wirkte Frau Barley angriffslustig und dominant, konnte dabei mit Argumenten überzeugen. Assenmacher wirkte sehr gelassen und souverän und konnte nachvollziehbare und klare Antworten liefern. Steiers Auftritt war unaufgeregt mit erkennbarer regionaler Bindung, welche für die angestrebte Position unumgänglich scheint, während Ludwig wohl in der Debatte wohl am Schlechtesten wegkam, da seine Argumentation teils große Lücken aufzeigte und einige Punkte radikal waren.

Die vollständige Podiumsdiskussion zum Nachhören gibt es hier.

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