Porno oder Liebe? Was ist der Jugend heute wichtiger?

Noch vor weniger als zwei Jahrzehnten galt Pornos zu schauen als leicht schmuddelig. Heute tolerieren viele Eltern den Konsum der Sex-Filme als normalen Entwicklungsschritt, den sie ganz offen mit ihren heranwachsenden Kindern besprechen. Doch welche Einstellung haben die Jugendlichen selbst dazu? Interessieren Pornos sie wirklich so sehr wie geglaubt oder ziehen sie die „Wahre Liebe“ den bewegten Nackedei-Bildern vor? Umfragen haben hierzu deutliche – und teilweise überraschende – Ergebnisse geliefert:

EIN KLARES „JA, ABER…“
Beide Geschlechter schätzen Porno-Filme wegen ihrer anregenden Wirkung. Doch während Jungen ausschließlich auf die Optik der handelnden Personen achten, phantasieren Mädchen sich in deren (vermuteten) Gefühle hinein. Mit anderen Worten: Männliche Befragte nehmen in Pornos vor allem körperliche Reize war; ihre weiblichen Pendants eher die Verbundenheit als Paar. Dementsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen, die Jungen oder Mädchen an „gute“ Sex-Filme stellen:

HANDELN CONTRA HANDLUNG
Den angehenden Herren der Schöpfung ist es so gut wie egal, ob die gezeigten Paare im Heu, im Wald oder im Bett „zur Sache“ kommen. Ein eventueller Wechsel des Schauplatzes ist für sie nur interessant, sofern sich die Konstellation oder die Kostümierung der ProtagonistInnen ändert. Junge Damen dagegen mögen es, wenn die sexuelle Handlung von einer ernsthaft erzählten Geschichte getragen wird. In ihren Augen müssen die pornografischen Szenen eine sinnvolle Ergänzung des Plots liefern. Doch selbst, wenn diese Rahmenbedingung stimmt, haben Zuschauerinnen immer noch etwas auszusetzen:

MEHR FRAUEN-POWER BITTE
Viele weibliche Jugendliche bezeichnen Pornos als sexistisch. Allerdings nicht wegen dem, WAS sie zeigen – sondern WIE es inszeniert ist. Am häufigsten kritisieren Mädchen die Dominanz des männlichen Parts, der als erster die Initiative ergreift und / oder von mehreren Partnerinnen gleichzeitig umgarnt wird. Eine solche Konstellation finden die meisten Zuschauerinnen unrealistisch und unzeitgemäß. Ginge es nach ihnen, würden sie ihren Geschlechtsgenossinnen mehr Mitsprache- und Entscheidungsrecht einräumen. Die weiblichen Filmfiguren sollten aktiver sein und ihren Sex-Partner selber wählen – egal, ob sich die Handlung unter freiem Himmel, in einem Nobel-Bordell oder vor historischem Hintergrund abspielt.

PASSIV CONTRA AKTIV
Schauen Mädchen und Jungen zusammen Pornos, gilt es bei der Auswahl also einiges zu beachten. In einem Punkt aber sind sich die Jugendlichen von heute erstaunlich einig: Sex-Filme zu schauen ist weder unanständig noch verboten – solange sie vornehmlich die Neugier befriedigen und bestenfalls Anlass bieten, offene Fragen zu klären. Als eher abstoßend bezeichnen männliche und weibliche Zuschauer die Vorstellung, dass sexuelles Erleben nur durch Pornos stattfindet – ein Jugendlicher die körperliche Liebe also ausschließlich durch Bilder oder Filme „erlebt“.

Womit die eingangs gestellten Fragen wohl beantwortet wären.

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