Ratlos an der Mosel – Eintracht Trier bleibt 2014 ohne Sieg

Nur zwei Punkte aus drei Partien zum Start

Von Niklas Stilz

Wieder hat es nicht gereicht. Wieder nur ein Punkt. Und das gegen Tabellenschlusslicht SC Pfullendorf. „Wenn man nicht mal gegen die gewinnt, dann kann man den Aufstieg vergessen“, hört man immer wieder von Seiten der Fans. Doch der Pfullendorfer Punktgewinn war keinesfalls Zufall – sondern Resultat einer taktisch starken Leistung des Teams aus Baden-Württemberg und einer ebenso ideenlosen Vorstellung des SVE.

Eintracht Trier - SC Pfullendorf

Auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Den Start in das Jahr 2014 haben die Mannen um Alon Abelski ordentlich verpatzt.

Zwei Tage sind vergangen seit dem erneuten Punktverlust in der Regionalliga Südwest. Für Trainer und Spieler der Eintracht ein bisschen Zeit, den Kopf frei, und das Ergebnis aus den Knochen zu bekommen. Ganz gelungen ist das jedoch nicht, wie Mittelfeldspieler Lars Bender zugibt: „Wir sind schon noch alle enttäuscht. Rückblickend fühlt es sich immer noch an wie eine hohe Niederlage.“ Lange Zeit zum Trauern hat das Team jedoch nicht. Und geht es nach Kapitän Fouad Brighache, richtet sich der Blick schon wieder nach vorne: „Wir sind absolut nicht zufrieden, aber wir können das einordnen. Inzwischen sind wir schon voll konzentriert auf das Spiel gegen Koblenz.“ Die Fans dürfte das freuen, immerhin geht es als Nächstes zum für den gesamten Verein enorm wichtigen Derby bei der TuS. „Verlieren verboten“ heißt es dann beim schwierigen Auswärtsspiel im Oberwerth am kommenden Sonntag. Aber der Reihe nach.

Rückblick: Die Eintracht spielt am Freitagabend gegen den Tabellenletzten aus Pfullendorf bis zur 67.Minute auf ein Tor – und fängt sich dann selbst eins. Als Thomas Weller den Freistoß von der Strafraumgrenze in den rechten Knick des Trierer Gehäuses zirkelt, ist der Schock in den Gesichtern der SVE-Kicker sichtbar. Während die Gäste den Treffer bejubeln, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen, holt Trainer Roland Seitz sich gleich drei Spieler zur Einwechslung von der Bank. Doch auch Sylvano Comvalius, Fahrudin Kuduzovic und Kushtrim Lushtaku können das Spiel nicht mehr drehen, lediglich der Ausgleichstreffer gelingt Christoph Anton noch.

Eintracht Trier - SC Pfullendorf

„Es fühlt sich immer noch an wie eine hohe Niederlage“ – Eintrachts Lars Bender hat den Punktverlust gegen Pfullendorf noch nicht überwünden.

Die Szenen nach dem Spiel sind bezeichnend, sichtlich enttäuscht machen sich einige auf den direkten Weg in die Kabine, andere suchen noch das Gespräch mit den Fans. Doch auch die sind nicht zum Spaßen aufgelegt und so kommt es zum hitzigen Wortgefecht zwischen Vize-Kapitän Steven Kröner und den aufgebrachten Zuschauern, an dessen Ende Kröner schimpfend das Weite sucht. „Es ist ganz normal, dass im Fußball die Emotionen auch mal hochkochen. Wir machen da jetzt keine große Sache draus“, wiegelt Kapitän „Fou“ Brighache ab. Trotzdem ist die Reaktion der Fans ein Warnschuss für die schwächelnden Moselkicker, für die es den verpatzten Start jetzt aufzuarbeiten gilt.

Zwischen Frust und Analyse

Denn auch wenn die spielerische Komponente durchaus ordentlich ist, gelingt es derzeit nicht, die immer wieder gute Ausgangslage in Zählbares zu verwandeln. Schon vor dem Spiel bemängelte Trainer Roland Seitz die zahlreichen individuellen Fehler, die gegen Zweibrücken und Kaiserslautern II wichtige Punkte gekostet haben. Was folgte, war erneut einer dieser Schnitzer, der in der Konsequenz das 0:1 zur Folge hatte. Für Fouad Brighache sind jedoch nicht die Fehler selbst das Problem, sondern die mangelnde Reaktionsfähigkeit der Mannschaft: „Natürlich sind die Fehler ärgerlich. Aber schlimmer ist eigentlich, dass wir aktuell nicht in der Lage sind, das zu kompensieren. Es ist ja nicht nur ein Spieler, der patzt. Das geht reihum. Wir müssen uns dagegen lehnen und Fehler ausmerzen“, analysiert der 31-Jährige die vergangenen Partien. Und auch Teamkollege Bender ergänzt: „Wenn gegen Zweibrücken der Elfmeter rein geht, dann starten wir mit einem Sieg und es kommt vielleicht alles ganz anders. Oder wenn gegen Pfullendorf deren Freistoß nicht passt, gewinnen wir 1:0 und alle sind zufrieden. So sieht das auch einfach unglücklich aus.“

Eintracht Trier - Frankfurt II

Eintracht-Kapitän Fouad Brighache: „Wir haben uns wieder mal selbst ein Bein gestellt! Gegen Koblenz wollen wir das Derby jetzt gewinnen.“

Unglücklich. Das Wort trifft die derzeitige Situation an der Mosel wohl am besten. So richtig erklären, woran es letztlich liegt, kann keiner. Die Partie gegen das Tabellenschlusslicht aus Südbaden vom Freitagabend scheint dabei beispielhaft zu sein. „Wir hatten einen klaren Plan für das Spiel. Wir wollten sie laufen lassen, was auch geklappt hat. Am Ende waren sie stehend K.O., wenn nicht das dumme Gegentor fällt, dann gewinnen wir“, hadert Brighache. Ein Einstellungsproblem, wie es Teile der Fans der Mannschaft unterstellten, sieht Außenspieler Bender aber nicht: „Wir können uns da nichts vorwerfen. Die Spiele gegen Teams wie Pfullendorf sind fast am schwierigsten, das wissen wir.“

Pfullendorf im Hinterkopf, Koblenz vor der Brust

Schwierig wird auch das anstehende Derby in Koblenz. Die TuS, selbst mit nur einem Punkt noch schlechter aus der Winterpause gestartet als der SVE, wird im heimischen Oberwerth versuchen, die Hinspielniederlage wettzumachen und schon mal eine Duftmarke in Richtung Pokalviertelfinale am zweiten April zu setzen. Grund genug also für die Spieler der Eintracht hochmotiviert in das vielleicht schon entscheidende Duell gegen den Erzrivalen zu gehen. Kapitän „Fou“ erwartet ebenfalls konzentrierte Gastgeber: „Wir haben daheim gewonnen, dementsprechend möchte die TuS sich jetzt sicher revanchieren. Außerdem müssen sie punkten. Trotzdem gehe ich zuversichtlich in die Partie, wir werden alles geben.“ Dem gebürtigen Koblenzer und Ex-TuS-Profi Lars Bender geht es vor allem um die wichtigen drei Zähler: „Egal wo wir spielen, wir wollen uns endlich mal wieder selbst belohnen. Wir werden alles versuchen, um zu gewinnen.“

Die Erklärungen sind rar, die Ansagen deutlich. Die Eintracht steht vor einer entscheidenden Saisonphase. Gewinnt man in Koblenz und anschließend gegen Worms, entspannt sich die Lage an der Mosel wieder deutlich. Denn man darf auch nicht vergessen: Trotz des schwachen Starts in das Jahr 2014 stehen die Blau-Schwarz-Weißen auf Rang vier der Tabelle. Der Rückstand auf Rang zwei ist zwar beachtlich, verloren aber noch nichts…

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Kommentare (1)

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  1. Ronni sagt:

    Und die Niederlage gegen TUS Koblenz hat daran leider nix geändert. Hoffe das sich das Blatt bald wendet, denn für übermorgen hab ich Tickets für Stadion 🙂

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