Regionale Industrie auf Wachstumskurs

Energiewende droht die Unternehmen zu überfordern, warnt die IHK Trier

Für die regionale Industrie steht die Wachstumsampel derzeit auf grün. Das meldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier in ihrem neu erschienenen Bericht „Industriestandort Region Trier“.

Trotz des Rückschlags wegen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 konnten die hiesigen Industrieunternehmen ihren Umsatz von 2006 bis 2012 um 23 Prozent steigern. Die Ausfuhren legten um ein Viertel zu. Gleichzeitig wirkte das produzierende Gewerbe als Beschäftigungsmotor: Um elf Prozent stieg die Zahl der regionalen Industriebeschäftigten im genannten Zeitraum.

In der Region Trier arbeiten aktuell 36 000 Menschen in mehr als 300 Industrieunternehmen, meldet die IHK unter Verweis auf Daten des Statistischen Landesamts. Diese Betriebe erzielten 2012 einen Umsatz von 9,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 2,6 Milliarden Euro auf den Export. Die Bruttowertschöpfung des hiesigen produzierenden Gewerbes lag bei 3,5 Milliarden Euro – ein knappes Drittel der Gesamtbruttowertschöpfung in der Region.

Die Verbrauchsgüterproduzenten bilden mit einem Umsatzanteil von 52 Prozent den Schwerpunkt der regionalen Industriestruktur. Hierzu gehören insbesondere die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, angefangen von der Getränkeproduktion über die Tabakverarbeitung bis hin zu Molkereien und fleischverarbeitenden Unternehmen. Da diese Unternehmen ihre Produkte oft zum Großteil auf dem Heimatmarkt absetzen, weist das verarbeitende Gewerbe in der Region Trier eine vergleichsweise geringe durchschnittliche Exportquote auf – trotz seiner Grenzlage. Dies hat nach Auskunft der IHK mit dazu beigetragen, dass die regionale Wirtschaft die Probleme der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise vergleichsweise gut gemeistert hat.

Die IHK fordert in ihrem Industriereport Verbesserungen bei wichtigen Standortfaktoren ein. „Die Energiewende droht die Industrieunternehmen zu überfordern, und auch im Infrastrukturbereich zehren wir von der Substanz. Hier muss umgesteuert werden, sonst gefährden wir ohne Not unseren Industriestandort“, erklärt IHK-Geschäftsführer Matthias Schmitt.

Eine weitere Herausforderung für die Industriebetriebe seien fehlende Fachkräfte. Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer: „Neben der Aus- und Weiterbildung werden wir unseren Mitgliedsbetrieben bei der Fachkräftesicherung noch stärker mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir bauen unser Informationsangebot derzeit gezielt aus, unter anderem im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements.“

Der aktuelle IHK-Industriereport kann unter www.ihk-trier.de eingesehen oder direkt bei der IHK Trier angefordert werden.

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