Regionalliga im Blick: Die Regionalliga Nord

Dritter Teil der 5vier Regionalligareihe, Fussball im hohen Norden

Von Jan Kowalski

Es geht langsam wieder los. Die Mannschaften sind auf den Trainingsplätzen und machen die ersten Übungen im neuen Jahr. Die Vereinsführungen suchen nach geeigneten Verstärkungen und die Fans warten gespannt auf die zweite Hälfte der Saison. Bis dahin bleibt noch ein bisschen Zeit, um sich in Fussballdeutschland umzuschauen. Dieses Mal im hohen Norden bei der Regionalliga Nord.

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Die Liga der Zwangsabstiege

Die nördlichste der vierthöchsten Spielklassen hatte letztes Jahr ein kurioses Problem. Der Abstiegskampf in der Regionalliga Nord war nicht wirklich spannend, weil in der laufende Saison erst der VfB Lübeck und später auch noch der FC Oberneuland zahlungsunfähig wurden und zwangsabsteigen mussten. An der Tabellenspitze setze sich schlussendlich Holstein Kiel durch und stieg in die dritte Liga auf. Doch auch in diesem Jahr schwebt das Angstgespenst Zwangsabstieg über der Liga im Norden. Diesesmal betrifft es den SV Wilhelmshaven, der nach Unregelmäßigkeiten bei einem Spielertransfer von der FIFA verurteilt wurde und zwangsabsteigen soll. Doch die Verantwortlichen des SV wollen das Urteil anfechten und so ist die Situation zur Winterpause weiterhin ungeklärt.

Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten, bietet die Regionalliga Nord einen sehr spannenden und ausgeglichenen Wettbewerb, wird von den Zuschauern aber nur bedingt beachtet. Im Durchschnitt schauen etwa 640 eine Regionalligapartie im Norden, wobei die Liga hier auch unter sechs Zweitvertretungen leidet, die kaum Besucher ins Stadion ziehen. An der Spitze der Zuschauertabelle stehen der  SV Meppen mit 2200 und der VfB Oldenburg mit etwa 1700 Besuchern pro Heimspiel. Die beiden Traditionsvereine sind auch die einzigen wirklichen Zuschauermagneten der 18-teiligen Liga. Der HSV II und Tabellenführer Wolfsburg II werden im Schnitt nur von etwa 200 Zuschauern unterstützt und stehen am Ende der Zuschauertabelle.

Ausgeglichene Liga und ein Spitzenkampf

Die Regionalliga Nord ist an der Tabellenspitze so eng besetzt, wie sonst nur die Regionalliga Südwest. Die ersten sechs Mannschaften trennen nach 19 Spielen nur fünf Punkte. Momentaner Wintertabellenführer ist die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg mit 38 Punkten. Verfolgt werden die jungen Wölfe von einem punktgleichen Dreigespann mit 36 Punkten aus Oldenburg, Goslar und Bremen II. Darauf folgen noch der SV Meppen und ETSV Weiche Flensburg mit jeweils 33 Punkten. Der torgefährlichste Spieler der Liga steht in den Reihen des VfB Oldenburg, Addy Waku Menga traf bisher 14 mal für sein Team. Verfolgt wird der Deutsch-Kongolese von Max Kremer (SV Meppen, 12 Tore) und Deniz Kadah, dessen Mannschaft nur im Mittelfeld der Tabelle zu finden ist,  trotz 12 Toren des Stürmers für die Zweitvertretung von Hannover 96.

Mit dem zweiten Team der Niedersachsen beginnt auch die große Abstiegszone der Regionalliga Nord. Denn Hannover II (Platz 10) und Victoria Hamburg auf dem letzten Platz trennen ebenfalls nur sechs Punkte. Darunter finden sich alle drei Aufsteiger der Oberligen und auch der TSV Havelse, der letzte Saison lange um den Aufstieg in die dritte Liga mitspielte. Wie an der Spitze ist auch im Tabellenkeller somit noch überhaupt nichts entschieden und jede Mannschaft könnte mit einem Sieg die letzten Ränge verlassen.

Zwischen diesen beiden Blöcken stehen im Mittelfeld mit Rehden, Gegner des FC Bayern in der ersten Pokalrunde dieses Jahr, Cloppenburg und Neumünster nur drei Mannschaften, die mit Aufstieg und Abstieg wohl wenig zu tun haben werden.

Spannung in der zweiten Saisonhälfte

Es wird sich also lohnen die nächsten Monate immer wieder auf die Regionalliga Nord zu blicken, denn hier wird sich wahrscheinlich Vieles erst am letzten Spieltag entscheiden. Die Liga bietet oben wie unten Spannung und der Vertreter aus dem Norden wird versuchen die Liga in der Relegation zu verlassen, schließlich haben einige Vereine Ambitionen in der dritten Liga zu spielen.

Um dies zu erreichen oder nicht den Gang in die fünfte Liga antreten zu müssen, investieren einige Vereine in der Winterpause nochmals in den Kader. Neben den zweiten Mannschaften der Bundesligavereinen, bei den traditionell viel Bewegung im Kader herrscht, will vor allem der TSV Havelse nochmals nachrüsten um der drohenden Abstiegsgefahr zu entgehen und den eigenen Ansprüchen etwas mehr gerecht zu werden.

Es bleibt abzuwarten wer der Vertreter in der Relegation wird und ob mit dem SV Wilhelmshaven mal wieder ein Verein zwangsabsteigen muss.

Nächste Woche geht es im letzten Teil  um die Regionalliga West.

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