TV-Livespiele mit Beteiligung von Eintracht Trier?

Von Oliver Maywurm und Florian Schlecht

Der Fernsehsender Sport1 plant die Ausweitung seines TV-Programms um Livespiele aus den deutschen Fußball-Regionalligen. Sprecher Michael Röhrig bestätigte entsprechende Meldungen gegenüber 5vier. Zu Details wollte er sich aber nicht äußern.

Ist in der Rückrunde schon Live-Fußball aus der Regionalliga Südwest zu sehen? Medienberichte deuten darauf hin.

Der Montagabend hat sich bei Sport1 seit Jahren fest für das Spitzenspiel der 2. Bundesliga bewährt. Tatsächlich lief dort auch in dieser Woche an dem Tag Fußball, wenn die Fernbedienung den richtigen Sender erwischte. Beinahe ein Novum war es jedoch, dass die Sportfreunde Lotte und Fortuna Köln live zu sehen waren. In der Regionalliga West war es immerhin schon das fünfte Spiel der laufenden Saison, das der Sportsender aus München in die deutschen Wohnzimmer übertrug. Und es soll nicht das letzte sein. Im Gegenteil. Nach einem Bericht in der „Siegener Zeitung“ wurde den Viertligisten aus Nordrhein-Westfalen zuletzt offeriert, dass Sport1 sein Programm um Livespiele aus allen fünf Regionalligen ausweiten wolle. Dies wäre auch für Eintracht Trier interessant, das Fernsehpräsenz wie so viele Klubs bislang bitter vermisst. Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi und Geschäftsführer Dirk Jacobs wussten am Montag noch nichts von konkreten Plänen des Privatsenders. Allerdings gibt es am Donnerstag in Walldorf bei Heidelberg eine Managertagung mit den Vereinsvertretern aus der Regionalliga Südwest.

Sport1-Sprecher Michael Röhrig bestätigte im Gespräch mit 5vier, dass der Kanal tatsächlich plane, „verstärkt Regionalligaspiele“ übertragen zu wollen. Im Westen machte am 24. September 2012 die Begegnung zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Köln den Anfang. „Durchschnittlich 340.000 Zuschauer“, sagt Röhrig, hätten dabei zugesehen. „Das ist sehr ordentlich“, findet er. „Es zeigt, dass die TV-Zuschauer die Regionalliga annehmen.“ Zu Details wollte sich der Sprecher jedoch nicht äußern. Ansetzungen des Senders gebe es noch nicht. „Die Termine für die Rückrunde stehen ja noch gar nicht fest.“ Ausschlaggebend für die Entscheidung zu einem Livespiel sei die sportliche Attraktivität. Die Tabelle ist also ein wichtiges Kriterium. Mischt dann noch ein bekannter Verein mit Geschichte mit, erhöhe das als Zusatznutzen die Chancen einer Übertragung. So sagte das auch Sport1-Fußballchef Stefan Thumm gegenüber Quotenmeter.de: „Bei der Spielauswahl wird dabei die aktuelle sportliche Relevanz als Hauptkriterium in die Überlegungen mit einbezogen. Auch Partien mit Traditionsvereinen sind für das fußballbegeisterte Publikum auf Sport1 interessant.“

 „Das wäre eine tolle Sache“

Im DFB-Pokal wie gegen den Hamburger SV ist Trier auch als Regionalligist häufiger im TV zu sehen gewesen. Foto: Anna Lena Grasmück

„Es ist aber noch nichts spruchreif“, sagt Röhrig und hält sich bedeckt zu entsprechenden Medienberichten, die weiter gehen. Die „Siegener Zeitung“ hat schon detailliert Pläne geschildert. So sei in naher Zukunft ein Regionalliga-Live-Spiel an jedem Dienstag ab 20 Uhr geplant. Dies wären nach Berechnung des Blattes bis zu 25 Live-Spiele pro Spielzeit. Prominente Co-Kommentatoren sollten mit zu den Begegnungen reisen. Amüsant aus Trierer Sicht ist dabei, dass die Zeitung als Beispiel Ex-Trainer Mario Basler aufführt.

Zukunftsmusik? Bereits zur Rückrunde soll es jedenfalls Übertragungen geben. Auch aus der Regionalliga Südwest, wo sich mit Eintracht Trier, Hessen Kassel, Waldhof Mannheim und der TuS Koblenz einige Traditionsvereine in der Spitzengruppe tummeln. „Wir führen interne Gespräche und sind natürlich stark an einer Ausweitung der TV-Präsenz interessiert“, sagt Sascha Döther, der Geschäftsführer der Südwest-Staffel. Livespiele auf Sport1? „Das wäre eine tolle Sache“, findet er.

Hermann Korfmacher, der Präsident des Westdeutschen Fußballverbandes, wirkte derweil in einem Gespräch mit der „WAZ“ Befürchtungen entgegen, dass Vereine sich mit einer Eigenbeteiligung einbringen müssten, um ins Fernsehen zu kommen. Geld zu verdienen sei mit den Übertragungen aber auch nur langfristig möglich, räumt er ein. „Die Klubs dürften keine Leistungen erwarten, sie müssten aber auch keine erbringen“, wird er in der Online-Ausgabe der Zeitung auf „Der Westen“ zitiert.

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Kommentare (1)

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  1. Hans Schwarz sagt:

    Möchte mich als gebürtiger Trierer der seit 28 Jahren in
    Duisburg lebt recht herzlich bedanken!!!
    Endlich kann ich meine Eintracht auch mal wieder beim
    Spiel ( wenn auch nur als Video ) zuschauen.
    Sehr klasse auch das Videos von kleineren Vereinen
    gezeigt werden.
    Da werden Erinnerungen wach.
    Gruß an alle die mich noch kennen
    Blacky

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