Regionalliga West: Die Lage der Liga – Spannung garantiert

Nach nun sechs ausgetragenen Spieltagen ist es für 5vier an der Zeit ein erstes Fazit zu ziehen. Eines lässt sich schon im Voraus festhalten: Dieses Jahr kann jeder jeden schlagen! Von der Spitze der Tabelle grüßt derweil Eintracht Trier, dicht gefolgt von einer reinen U21-Mannschaft des 1.FC Köln. Am anderen Ende der Tabelle tritt der vorhergesagte Fall ein: der SC Idar-Oberstein und die TuS Koblenz liefern sich ein zusammen mit dem SC Verl das Schneckenrennen um die „Rote Laterne“

Foto: {link url="http://www.fotolena.de/"}Anna Lena Bauer{/link}

Hängende Schultern und enttäuschte Gesichter. Beim 1:1 zwischen der TuS Koblenz und dem Wuppertaler SV hatten sich beide Mannschaften viel vorgenommen, am Ende sprang für beide Teams nur ein magerer Punkt heraus. Besonders für die ambitionierte Elf aus dem Bergischen Land ein erneuter Rückschlag in Sachen Aufstieg. Als haushoher Favorit war man in die Saison gestartet. Knappmann, Schlieter und Landers sind nur drei der prominenten Neuverpflichtungen die Präsident Friedhelm Runge an die Wupper gelotst hat. Zusammen mit dem neuen Trainer Karsten Hutwelker wollte man einen Neuanfang starten, in der letzten Saison spielte Wuppertal keine Rolle im Aufstiegsrennen, trotz teurem Kader. Nun stehen nach sechs Spieltagen nur sieben Punkte auf dem Punktekonto: Ein Sieg, vier Remis und eine Niederlage – zu wenig für den Traditionsklub. Wollte man nach dem 0:4 Heimsieg gegen die SV Elversberg den Bock nun endlich umstoßen, versäumten die Borussen gegen gut stehende Koblenzer erneut den Anschluss an die Spitzengruppe. Der einzige Lichtblick in der noch jungen Saison ist Neuzugang Christian Knappmann, der bullige Stürmer netzte bereits fünf Mal in das gegnerische Tor ein. Derweil geht Trainer Karsten Hutwelker auf Spurensuche, denn die derzeitigen Leistungen entsprechen laut eigener Aussage keineswegs den Möglichkeiten seiner Truppe. So stellte Hutwelker jüngst nach dem Remis in Koblenz die Torwartfrage. Dass der A-Jugendspieler Jan-Steffen Meier in seiner Mannschaft für Furore sorgt erfreut den jungen Coach zwar, jedoch spricht dies laut seinen Aussagen nicht für die erfahrene Regionalligaelf. Im nächsten Spiel müssen sich die Kicker aus der Stadt mit der Schwebebahn gegen den SC Verl beweisen.

Auf der anderen Seite der Partie stand die TuS aus Koblenz. Nach dem Zwangsabstieg im Sommer wartet der Verein vom Oberwerth immer noch auf den ersten Saisonsieg. Zuletzt erreichte man durch eine couragierte Leistung bei der Zweitvertretung des VfL Bochum ein 3:3 und schoss immerhin die ersten drei Saisontore. Gegen die favorisierten Wuppertaler gelang sogar die Führung, jedoch glich Christian Knappmann in der 53. Spielminute aus. Allmählich dürfte es bei dem Club und den Anhängern vom Deutschen Eck dämmern, diese Saison scheint schwieriger zu werden als gedacht. Geschuldet durch finanzielle Schwierigkeiten konnte die Kaderplanung erst spät abgeschlossen werden – durch viele Verletzungen gebeutelt wird händeringend ein zusätzlicher Stürmer gesucht. Kürzlich begann man mit dem Abbau von einer Tribüne auf der Gegengerade um die Miete zu sparen, für viele Anhänger ein schockierender Anblick. Verständlich, welcher Fan sieht schon gerne dabei zu wie ein Stück seines Vereins demontiert wird?

Deutlichen Aufwind spüren derzeit die Sportfreunde aus Lotte. Ebenfalls schleppend in Saison gestartet gelangen den Westfalen in den letzten zwei Saisonspielen gleich neun Tore, gleichzeitig kassierte man kein Gegentor. In Lotte hat der Erfolg einen Namen: Marcus Fischer. Der Rückkehrer von der SV Elversberg erzielte in den vergangenen drei Partien fünf Tore, eine beeindruckende Bilanz. Dabei stand der Saisonstart der Lotter unter keinem guten Stern. Nicht ganz überraschend zog sich der Großsponsor „Solartech“ zurück – ein herber Rückschlag für die sonst stets gut betuchten Sportfreunde. Trainer Maik Walpurgis blieb zwangsläufig nichts anderes übrig als zu sparen, ein Opfer der Sparmaßnahmen war unter anderen der auch in Trier gehandelte Christian Erwig. Die teuren Sebastian Stachnik und Ercan Aydogmus mussten sich ebenfalls neue Vereine suchen. Bislang bestätigt der Erfolg die Kurswende, die Lotter sind weiterhin ein Topfavorit für den Aufstieg.

Wie fast jede Saison gibt es auch dieses Jahr eine Überraschungsmannschaft: Die von Dirk Lottner trainierte zweite Mannschaft des 1.FC Köln ist eine reine U21-Truppe und überzeugt mit Spielfreude. Hatten die Experten eher die U23 des BVB auf dem Zettel, so überzeugten bisher nur die jungen Kölner. Im „kleinen Derby“ gegen den Nachbarn aus Leverkusen gelang am Freitag ein 1:0 Erfolg. In den nächsten beiden Spielen stehen für die Domstädter echte Härtests an: Zunächst tritt man Auswärts in Lotte an, ehe zuhause gegen Eintracht Trier die nächste Bewährungsprobe ansteht.

Die Protagonisten

Wer sich derzeit mit der Regionalliga West beschäftigt kommt um einen Name nicht herum: Terence Boyd. Der Stürmer der U23 von Borussia Dortmund erzielte in sechs Spielen sechs Tore, eine Quote die neidisch macht. Der Deutsch-Amerikaner kam vor der Saison von der Zweitvertretung von Hertha BSC Berlin. Zusätzlich bereitete er ein Tor vor, folglich war er bei zwölf Saisontreffern der Dortmunder an mehr als der Hälfte beteiligt.

Auch Ruhrnachbar Schalke hat einen treffsicheren Stürmer: Andreas Wiegel markierte wie Terence Boyd sechs Saisontreffer. Nach dem er in der letzten Saison kein einziges Mals traf scheint der Knoten bei dem 20-jährigen geplatzt.

Andererseits haben die Schalker einen klangvollen Namen verloren . Der wohl teuerste Regionalligaspieler der Geschichte, Albert Streit, spielt nicht mehr für die Knappen. Bei Felix Magath in Ungnade gefallen schmollte der erfahrene Bundesligaspieler in der Regionalliga und strich weiterhin ein fürstliches Gehalt ein. Durch einen bisher nicht bekanntgewordenen Vorfall kündigte der FC Schalke seinem ehemaligen Hoffnungsträger fristlos.

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