Regionalliga West: „Jetzt zeigt sich, wer hinter der Eintracht steht“

Wo geht der Weg von Eintracht Trier in den kommenden Wochen und Monaten hin? Nach der unglücklichen Heimniederlage gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach haben wir SVE-Vorstand Ernst Wilhelmi nach seiner Einschätzung der Lage gefragt.

5vier: Herr Wilhelmi, zwei Niederlagen in Folge, mindestens eine davon unnötig – wie sehr wurmt das?

Wilhelmi: Das ist natürlich nicht zufriedenstellend, wobei man sagen muss, dass wir gegen Gladbach eine Stunde lang gut gespielt haben. In Elversberg, das war natürlich nicht gut. Aber ärgerlich ist es schon nach diesen beiden Spielen ganz ohne Punkte da zu stehen.

Foto: „Wir haben einen Toptrainer und hervorragende Trainingsbedingungen“ – nun wünscht sich Ernst Wilhelmi mehr Unterstützung aus der Region.

5vier: Ist der Kräfteverschleiss für Sie der Hauptgrund für den Verlust der Tabellenführung?

Wilhelmi: Ja, denn unser Kader ist für die Belastung, praktisch jedes Spiel an die Leistungsgrenze zu gehen, zu klein. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass wir mit dem Ziel möglichst früh den Nichtabstieg zu schaffen in die Saison gegangen sind – und jetzt spielen wir oben mit. Das ist schon eine Riesenleistung, vor allem, wenn man sieht, dass wir nur mit einem Bruchteil an Etat auskommen müssen im Vergleich zu Mannschaften wie Münster und Lotte.

5vier: Etat ist das Stichwort. Was ist an Neuverpflichtungen denn noch drin, um eventuell bis zum Ende der Saison oben mitspielen zu können?

Wilhelmi: Wir können auf jeden Fall einen Ersatz für Tolgay Asma, der in dieser Saison wohl nicht mehr spielen kann, nachverpflichten. Alles weitere kann nur über zusätzliche Einnahmen laufen. Unser jetziger Etat ist ausgereizt.

5vier: Wie ist denn die konkrete Zielsetzung? Die Ausgangslage ist doch sehr gut, möchte der Verein nicht durch gezielte Verpflichtungen in der Winterpause versuchen, schon in dieser Saison aufzusteigen?

Wilhelmi: Diese Saison war ganz klar als Aufbausaison geplant. Dass es jetzt besser als gedacht läuft ist natürlich schön, aber um aufsteigen zu können, braucht der Verein Eintracht Trier einfach mehr Unterstützung.

5vier: Was meinen Sie konkret?

Wilhelmi: Wenn wir in dieser Saison die Chance auf einen möglichen Aufstieg wahren wollen, brauchen wir neben dem Ersatz für Asma noch ein bis zwei Verstärkungen in der Winterpause. Die können wir aber nur verpflichten, wenn uns die Region mehr unterstützt – sei es dadurch, ins Moselstadion zu unseren Heimspielen zu kommen oder als Sponsoren. Jetzt zeigt sich, wer hinter Eintracht Trier steht, wer uns helfen will, aus der Regionalliga rauszukommen.

5vier: Haben Sie bereits konkret neue Sponsoren im Auge?

Wilhelmi: Wir führen Gespräche mit neuen, aber auch unseren bestehenden Sponsoren. Klar ist, dass wir mit dem aktuellen Etat einfach keine realistische Chance haben, aus der Regionalliga rauszukommen. Dabei stimmen die Rahmenbedingungen ansonsten: Wir haben einen Toptrainer und hervorragende Trainingsbedingungen. Ausserdem eine hervorragende Jugendarbeit. Aber um in die dritte Liga aufzusteigen muss die Region die Kräfte bündeln und zeigen, dass Profifussball in Trier gewollt ist.

5vier.de bedankt sich bei Herrn Willhelmi für das Interview und wünscht dem SVE viel Erfolg im weiteren Saisonverlauf.

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