Rheinland-Liga: Die "Fünf" steht – Gegensätze in der Eifel und an der Mosel

Der 5. Spieltag in der Verbandsliga Rheinland ist Geschichte. Nachdem in Mehring nach dem 2:0-Derbysieg gegen die Mosella kurzfristig die Tabellenführung bejubelt werden konnte, schlug der FSV aus Salmrohr heute zurück und besiegte die gastgebende SG Ellscheid mit 3:0. Den Anschluss an das Spitzenfeld hat der SV Morbach mit einer 1:3-Niederlage gegen das Überraschungsteam aus Tarforst verpasst. Ganz anders die Situation in Bullay und Dörbach – während die SG Bullay/Zell zwar noch weiter auf den ersten Saisonsieg wartet (1:1 in Engers), haben sie zumindest noch nicht den Anschluss ans Mittelfeld verloren. Auf dem besten Weg hierzu ist der SV Dörbach, der sein Heimspiel gegen Mülheim-Kärlich mit 0:2 verlor.

Foto: Der SV Dörbach gerät immer mehr ins Straucheln – im Heimspiel gegen die SG 2000 aus Mülheim-Kärlich mussten sich die Männer von Harry Koch erneut geschlagen geben.

SV MEHRING – TUS MOSELLA SCHWEICH 2:0 (1:0)

SV DÖRBACH – SG 2000 MÜLHEIM-KÄRLICH 0:2 (0:1)

Der Stachel saß tief bei den Spielern des SV Dörbach – ebenso wie beim Trainerteam nach der bitteren 0:2-Niederlage ihrer Mannschaft gegen die SG 2000 Mülheim-Kärlich, die ihrerseits mit drei Punkten in die Partie gegangen war. „Naja, war nicht so prickelnd.“, konstatierte Co-Trainer Harry Marbach nach dem Spiel zerknirscht. Nach der Begegnung ist es einzig die Punkteausbeute der Heimelf, die alles andere als rosig ist: aus den ersten fünf Spielen konnten nur drei Punkte von fünfzehn möglichen eingeholt werden – erneut wird eine schwere Saison für die Eifeler eingeläutet. Anders die Gäste aus der AKW-Stadt, die mit ihrem zweiten Sieg in Folge nach drei Auftaktniederlagen in Serie sowohl sich selbst als auch ihrem Trainer Marco Wagner ob des aktuellen gesicherten Mittelfeldplatzes eine gehörige Portion Erleichterung verschafft haben.

Dabei begann die Partie mit einem Paukenschlag – der Ball war sichtbar im Netz der Gäste, die Heimelf dreht jubelnd ab. Doch Schiedsrichter Ingo Kreutz samt Trainergespann geben den Treffer nicht – warum weiß keiner. „Was soll ich dazu sagen?“, regte sich Marbach nach der Begegnung über die Leistung der Unparteiischen auf. „Ein klareres Tor gibt es gar nicht – das Netz hatte ja schon gezappelt“. Phantom-Tor, nur umgekehrt. Nach wie vor 0:0. Eine halbe Stunde sollte dieses Ergebnis am Waldrand halten – doch dann war es geschehen. Albert Wall nutzte eine Unaufmerksamkeit im Dörbacher Defensivverbund eiskalt aus und ließ Torwart Andreas Ringelstein im Kasten der Hausherren keine Abwehrchance – das 0:1, gleichbedeutend mit dem Pausenstand. Frischer Wind sollte die Wende bringen. Jonas Grigo, Marc Schmitz und Christoph Thies kamen neu ins Spiel – allein, es sollte nicht wirklich gelingen. Im Gegenteil – fünf Minuten vor dem Ende sorgte der erst kurz zuvor eingewechselte Steffen Pistono für die endgültige Entscheidung auf dem Kunstrasen und für Totenstille unter den 110 anwesenden Zuschauern. Marbach weiter: „In der zweiten Hälfte konnten wir wirklich gar nichts mehr entgegensetzen. Das zweite Gegentor war eine 6-gegen-2 Situation für uns, da darf niemals ein Treffer daraus resultieren. Jetzt müssen wir in der nächsten Trainingswoche unsere Jungs wieder ein bißchen aufbauen, die waren komplett am Boden. Gegen Mülheim hatten wir uns echt was ausgerechnet.“

FV 07 ENGERS – SG BULLAY/ZELL 1:1 (0:0)

Fünfter Anlauf – und noch immer kein Sieg. „Sicherlich ist das ein bißchen ärgerlich“, gestand Jörg Bach, Trainer der Mosel-SG, nach der Begegnung am Wasserturm ein, „aber unsere Personaldecke ist momentan mal wieder hauchdünn – ich kann einfach nicht auf meine potentielle erste Elf zurückgreifen!“ In der Tat – neben Neuzugang Peter Ibald fällt nun unter anderem auch Dini Hajdari längerfristig aus. „Seine alte Verletzung ist bei einem Spiel von der zweiten Mannschaft neu aufgebrochen – ich habe ihn jetzt bis zur kompletten Genesung erst einmal aus dem Spielbetrieb rausgenommen, das hat sonst keinen Zweck.“ Hajdari muss nun eine Kernspintomographie über sich ergehen lassen, ehe eine genaue Diagnose gestellt werden kann. „Wir gehen davon aus, dass die Verletzung nie richtig behandelt wurde – man muss aber auch sagen, dass Dini durch etwas Übereifer auch dazu beigetragen hat, dass er nun ausfällt.“

So war klar – die Partie stand unter keinem guten Stern für die Gäste. Nachdem der Schiedsrichter beide Mannschaften torlos in die Kabine zur Halbzeit geschickt hatte, war es des Trainers Sohn, Yannick Bach, der in der 70. Minute per Kopf im Anschluss an eine Standardsituation das 0:1 erzielen konnte und seine Mannschaft nahe an den ersten Dreier der Saison brachte. Doch ein Fehler im Aufbauspiel durch Özgür Akin nur drei Minuten später machte diese Hoffnungen zunichte – der folgende Konter über die rechte Abwehrseite konnte sauber ausgespielt werden. Torwart Daniel Konrath hatte keine Chance – 1:1, der Endstand am Wasserturm. Für die SG besonders bitter: Stürmer Daniel Feiden verletzte sich kurz vor dem Spielende schwer – Verdacht auf Kreuzbandriss.

„Trotzdem. Ich bin klar zufrieden. Dass wir nun nach fünf Spielen noch keinen Sieg haben, hat ja seine Gründe.“, deutet Bach im Gespräch einmal mehr die Dünne des ihm zur Verfügung stehenden Kaders an. „Aber wenn man sieht, dass wir alle drei Auswärtsspiele nicht verloren haben, lässt sich ein positiver Trend durchaus fest machen!“

SV MORBACH – FSV TRIER-TARFORST 1:3 (0:2)

„Alles in allem ist das für uns ganz gut gelaufen!“, fasste Gästetrainer Dirk Fengler die 90 vergangenen Minuten treffend zusammen. Mit dem vierten Sieg im fünften Spiel kann sich der Aufsteiger aus dem Trierer Höhenstadtteil im oberen Tabellendrittel festsetzen und avanciert mit diesem Sieg im Hochwald endgültig zum Überraschungsteam der Verbandsliga.

Die Gäste, sie überließen dem SVM zunächst den Spielaufbau und lauerten auf Kontermöglichkeiten, die sich auch schpn früh ergeben sollten. Wie in der 13. Minute, als Patrick Kasel einen im Mittelfeld gewonnenen Ball auf Sven Simon weiterleiten konnte. Sein Flachpass in den Strafraum war eigentlich für Tobias Spruck gedacht, doch André Petry kam ihm zuvor und beförderte die Kugel am verdutzt dreinblickenden Torhüter Kevin Greweling vorbei ins eigene Netz. Das saß – und die Rot-Blauen aus Tarforst setzten weiter nach. Mit Erfolg, denn nur fünf Minuten später stand es schon 0:2, als Tobias Spruck doch noch zu seinem Torerfolg kam und nach erneuter Vorlage von Sven Simon den Ball unter die Latte zimmerte. Der Situation vorausgegangen war ein Ballverlust der Hochwälder im eigenen Sechzehnmeterraum, was Trainer Thorsten Haubst auf die Palme brachte: „Sowas geht gar nicht, da muss ich mit meinen Spielern hart ins Gericht gehen. So kannst Du gegen keine Mannschaft spielen – und in der Rheinland-Liga wird sowas direkt bestraft!“. Bis zur Halbzeit tat sich nicht mehr viel, und so gingen die Mannschaften mit einem 0:2 in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel zunächst ein etwas anderes Bild. Morbach kam etwas besser ins Spiel und spielte sich durch Eloy Campos zwei Chancen heraus, die jedoch ungenutzt blieben. Es sollte bis zur 71. Minute dauern, ehe die Zuschauer im Alfons-Jakobs-Stadion den nächsten Treffer zu sehen bekamen – und dieses Mal für die Hausherren. Nach einem Foul an Campos verwandelte David Thieser den fälligen Strafstoss souverän. Doch wer dachte, dies würde für frischen Schwung sorgen, sah sich getäuscht – Tarforst antwortete prompt und erhöhte nur zwei Minuten später auf den Endstand zum 1:3 – der am heutigen Tag überragende Sven Simon konnte sich im Eins-zu-Eins-Duell mit Greweling durchsetzen und den Schlusspunkt unter die Partie setzen.

„Tarforst hatte vier richtig gute Torchancen, davon haben sie drei Dinger reingemacht. Nach der Pause kamen wir besser rein, sind aber nicht mit der letzten Konsequenz an den Tag gegangen wie benötigt.“, so ein sichtlich angefressener Morbacher Übungsleiter weiter. Sein Fazit: „Wenn man drei mal pennt, kann man nicht gewinnen!“

SG ELLSCHEID – FSV SALMROHR 0:3 (0:1)

Der Spitzenreiter lässt sich nicht lumpen. Nachdem kurzfristig der SV Mehring über Nacht als Tabellenführer vom Sonnenplatz der Liga grüßte, ist dieser Nimbus nun wieder einige Kilometer weiter in die Eifel gewandert. Das Ergebnis war standesgemäß, doch das Zustandekommen war ein härteres Stück Arbeit als zunächst angenommen, was auch der sportliche Leiter des FSV, Friedhelm Rach, nach der Begegnung klarstellte: „Wirklich großes Lob an die SG Ellscheid, die haben echt super gekämpft. Sicher hat man gemerkt, dass sie spielerisch nicht ganz mit uns mithalten können, aber das haben sie durch ihren großen Einsatz wettgemacht – und hatten auch zwanzig Minuten mehr vom Spiel als wir.“

Es war einmal mehr Dino Toppmöller, der die Gäste um Trainer Robert Jung in Führung brachte. Nach schöner Vorarbeit von Tobias Baier konnte er in der 15. Minute zum 0:1 einnetzen – gleichbedeutend mit dem Halbzeitstand. Erst in den letzten zwanzig Minuten sorgte der Spitzenreiter dann für klarere Verhältnisse. Nach einer Einzelleistung von Rodalec Souza war es Markus Bauer, der auf 0:2 erhöhte (69.), ehe der starke Tobias Baier in der 74. Minute aus fünfzehn Metern volley den Endstand perfekt machte. Im Anschluss hätte Dino Toppmöller noch auf 0:4 erhöhen müssen, doch er scheiterte freistehend aus spitzem Winkel, da ein Ellscheider Innenverteidiger noch auf der Linie klären konnte.

„Im Moment passt fast alles“, zieht Rach aus den ersten fünf Spielen eine positive Bilanz. „Wenn jetzt noch unsere Langzeitverletzten Alexander Adrian und Christian Adams wieder fit werden, sind wir noch unberechenbarer. Beide werden in den nächsten zwei, drei Wochen wieder mit dabei sein.“

ERGEBNISSE 5. Spieltag Verbandsliga Rheinland
TABELLE 5. Spieltag Verbandsliga Rheinland

Foto: Anna Lena Bauer

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