Rheinland-Liga: Torfestival in Dörbach, Salmrohr weiter Tabellenführer

Der siebte Spieltag in der Verbandsliga Rheinland bot großes Spektakel. Im Spitzenspiel freute sich die zweite Mannschaft der TuS aus Koblenz bereits am Freitag über einen Auswärtssieg in Mehring und übernahm kurzfristig sogar die Tabellenführung. Die holte sich der FSV Salmrohr durch einen knappen 4:3 Auswärtssieg in Zell jedoch am Samstag wieder zurück. Jäh gestoppt wurde die Erfolgsserie des FSV Trier-Tarforst, der sich gegen Dörbach mit 6:1 geschlagen geben musste. Für die Mannschaft von Harry Koch stellte der zweite Saisonsieg das dringend erwartete Erfolgserlebnis dar. Nach zwei Niederlagen freut sich Mosella Schweich über einen Punktgewinn in Engers. Morbach muss sich in Karbach knapp geschlagen geben.

Foto: Klare Niederlage in Dörbach: Dirk Fengler kam mit seinem FSV Trier-Tarforst mit 6:1 unter die Räder.

SV Mehring – TuS Koblenz II 0:2

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SG Bullay-Zell – FSV Salmrohr 3:4

Ein hochklassiges Verbandsligaspiel erlebten die Zuschauer am Samstag auf dem Zeller Kunstrasenplatz. Der alte und neue Tabellenführer aus Salmrohr kam besser in die Partie und setzte die Gastgeber von Beginn an unter Druck. Die spielerische Überlegenheit erbrachte dann auch eine verdiente 2:0 Führung nach knapp 20 Minuten durch Tore von Dino Toppmöller und Andreas Hesslein. Danach kam die SG Zell-Bullay/Alf besser ins Spiel und schaffte noch vor der Pause den Ausgleich. Nach einer Stunde drehte Yannick Bach das Spiel mit seinem Treffer zum 3:2, die Mannschaft von Trainer Jörg Bach schaffte es jedoch nicht, die Führung über die Zeit zu bringen. Salmrohr war vor allem bei Standards brandgefährlich und schaffte nach dem Ausgleich durch Toppmöller kurz vor Schluss sogar noch den Siegtreffer durch Rodalec Souza. „Letztendlich haben uns die Standards das Genick gebrochen, da war Salmrohr wirklich extrem stark“ bilanzierte Bach, der von seinem Team trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle vor dem Spiel Punkte gefordert hatte. „In den ersten zwanzig Minuten haben wir letztendlich den Sieg verschenkt, auch wenn wir danach wieder gut ins Spiel gefunden haben.“ Für das kommende Wochenende ist das Spiel der SG Bullay-Zell in Koblenz angesetzt. Ob es auch tatsächlich stattfinden kann, entscheidet sich Anfang der Woche. Ursprünglich sollte das Spiel am Samstag ausgetragen werden, da findet in Koblenz aber bereits das Drittligaspiel gegen die Offenbacher Kicker statt. Salmrohr empfängt am Samstag Mosella Schweich.

SV Dörbach – FSV Trier-Tarforst 6:1

„Prognose: Der Druck ist für Dörbach zu groß und Tarforst kommt zu einem ungefährdeten Auswärtssieg.“ – Selten lag der Redakteur bei seinen Prognosen und Tipps so klar daneben wie in diesem Fall. Mit dem klaren Heimerfolg beendete die Mannschaft von Harry Koch gleich zwei Serien. Zum einen die schon fast unheimlich anmutende Erfolgsserie des FSV Tarforst, der zuletzt fünf Spiele in Folge nicht verloren hatte. Zum anderen die eigene Pechsträhne mit nur einem Sieg aus sechs Spielen.

Der Dörbacher Trainer war nach dem Spiel entsprechend zufrieden mit der Leistung seiner ersatzgeschwächten Mannschaft: „Ich habe immerhin elf Leute auf den Platz gebracht und die haben ihre Sache sehr gut gemacht. Tarforst hat uns womöglich etwas unterschätzt.“ Dennoch sah es lange nicht nach einem klaren Sieg der Dörbacher aus, die das Spiel zwar in der ersten Halbzeit dominierten, die zwischenzeitliche 1:0 Führung jedoch selbst wieder zunichte machten. Beide Tore zum 1:1 Halbzeitstand waren Eigentore. In der 43. Minute verletzte sich der Tarforster Torwart Markus Schwind, der sich einen offenen Fingerbruch zuzog und auch den Nagel verlor. Mit diesem Schockmoment ging es in die Kabine. Mit der ersten Halbzeit war der Tarforster Trainer Dirk Fengler auch durchaus zufrieden: „In den ersten zwanzig Minuten war Dörbach klar stärker, danach haben wir aber besser ins Spiel gefunden. Den Gegner haben wir ganz sicher nicht unterschätzt.“ Nach der Pause wurde der Favorit aus Tarforst von Dörbach geradezu an die Wand gespielt, neben den fünf Toren zum 6:1 Endstand ergaben sich noch mehrere hundertprozentige Torgelegenheiten. Dass diese ausgelassen wurden, störte Koch dann doch etwas: „Das Ergebnis hätte durchaus noch höher ausfallen können oder sogar müssen. Meine Jungs haben die Vorgaben vor allem in der zweiten Halbzeit perfekt ausgeführt und einfachen, direkten Fußball konsequent über die Flügel gespielt. So stelle ich mir das vor. Das 6:1 gibt zwar auch nur drei Punkte, war aber sehr wichtig für die Moral meiner Mannschaft.“ Weniger zufrieden war verständlicherweise Dirk Fengler: „Uns ist es in der zweiten Hälfte nicht gelungen Ruhe ins Spiel zu bekommen. Nach dem Doppelschlag zum 3:1 haben wir uns zum Teil wirklich naiv angestellt und am Ende ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Wir haben durch individuelle Fehler den Gegner geradezu zum Toreschießen eingeladen. Man darf aber nicht vergessen, dass wir eine junge Mannschaft haben, der ihr Hurrastil eben auch manchmal zum Verhängnis wird. Wir haben eine wirklich schwache Halbzeit gespielt, aber schon sehr viele gute Spiele gemacht. Das passiert und ist völlig normal.“ Torschützen für Dörbach waren Florian Weirich (56.), Florian Schröder (61. und 80.), Clemens Goepel (64.) sowie Michael Blang (70.). Der SV Dörbach spielt nächste Woche in Morbach, Tarforst tritt zuhause gegen den Tabellennachbarn aus Kyllburg an.

FV 07 Engers – TuS Mosella Schweich 1:1

Nach zwei Niederlagen in Folge und einem schweren Auswärtsspiel in Salmrohr vor der Brust, war die Mosella aus Schweich schon fast darauf angewiesen, am Engerser Wasserturm etwas mitzunehmen. Und das sollte letztendlich auch gelingen, die Moselaner entführten immerhin einen Punkt und Trainer Hans Schneider war damit letztendlich auch zufrieden.  „Wir sind mit der Vorgabe nach Engers gefahren, dass wir auf keinen Fall verlieren wollten“ bilanziert Schneider. In der ersten Hälfte dominierte jedoch der Gastgeber das Spiel, Schweich stand tief und Engers kam zu zwei sehr guten Torchancen. Zunächst konnten sich die Schweicher bei Torwart Harald Emmrich bedanken, wenig später rettete der Außenpfosten, als sich die Schweicher Abwehr auf ein vermeintliches Abseitssignal des Linienrichters verließen und die Arbeit einstellten, während das Spiel weiterlief. Zur zweiten Hälfte stellte Hans Schneider um und rückte den langen Nico Toppmöller von der rechten Seite ins Zentrum. Außerdem war Schweich nun deutlich offensiver ausgerichtet, was Schneider als gelungenen Schachzug interpretierte: „Ich habe die ganze Mannschaft um sechs/sieben Meter nach vorne verschoben, das hat unserem Spiel insgesamt sehr gut getan, denn vorher haben die Stürmer doch sehr in der Luft gehangen.“ Schweich kam nun auch zu Torchancen, dennoch war es der FV Engers, der in der 55. Minute etwas glücklich zur Führung kam. Ein langer Ball in die Spitze konnte von der Schweicher Abwehr nicht geklärt werden. Letztendlich überlistete ein Platzfehler den Verteidiger, der den wild verspringenden Ball nicht berechnen konnte und Michael Kley die sich ergebende Torchance in der 55. Minute zum 1:0 verwertete. „Der Platz war in einem absolut katastrophalen Zustand“, ärgerte sich der Schweicher Trainer. „Der war schon vor Jahren schlecht und ist mittlerweile bei schlechtem Wetter nahezu unbespielbar. In der zweiten Hälfte haben wir es dann aber besser geschafft, unser Spiel auf die Bedingungen einzustellen.“ Der Gast reagierte wütend auf den unglücklichen Rückstand und lief prompt in einen gefährlichen Konter der Gastgeber, die jedoch nicht zum wahrscheinlich vorentscheidenden 2:0 vollenden konnten. Die taktischen Umstellungen Schneiders trugen aber schnell Früchte. Nico Toppmöller verlängerte in der 60. Minute wie geplant einen langen Ball gefährlich in die Spitze, Florian Beaudouin legte auf Andreas Schneider ab, der seinerseits wieder Beaudouin anspielte, der zum verdienten Ausgleich abschließen konnte. In der Folge beruhigte sich das Spiel wieder, beide Mannschaften hatten aber noch Chancen, den Siegtreffer zu erzielen. So blieb es beim leistungsgerechten 1:1 Unentschieden. „Für die Moral meiner Truppe war der Punkt sehr wichtig“, resümiert Schneider. „Nach den zwei Niederlagen und vor den schweren Spielen gegen Salmrohr und Koblenz wäre es schon bitter gewesen. Letztendlich hat uns auch der 4:0 Pokalerfolg gegen Ralingen gut getan, da haben wir richtig guten Fußball gespielt. Wir sind bis jetzt schon auf einige etablierte Mannschaften in der Liga getroffen und haben eigentlich immer ganz gut ausgesehen. Von daher ist mir für diese Saison auch nicht Bange. Letztendlich müssen wir unsere Punkte vor allem zuhause holen und das werden wir auch machen, da bin ich von überzeugt.“

FC Karbach – SV Morbach 2:1

Ohne Punkte und mit der dritten Niederlage in Folge im Gepäck kehrte der SV Morbach aus Karbach zurück. Die von Thorsten Haubst trainierte Mannschaft schaffte es in einer schwachen Partie auf schwierigen Platzverhältnissen über die gesamten 90 Minuten zu selten, die Abwehr des Gastgebers entscheidend unter Druck zu setzen. Schmerzhaft vermisst wurde der aus beruflichen Gründen verhinderte Torjäger Eloy Campos, der mit bislang fünf Toren und zwei Vorlagen unverzichtbar für die Offensive der Hunsrücker zu sein scheint. Karbach begann überlegen und hatte auch die ersten Torgelegenheiten. Nach einer kurzen Orientierungsphase kam Morbach zwar besser ins Spiel, biss sich aber an der Karbacher Defensive die Zähne aus. Dennoch erarbeitete man sich ein deutliches Chancenplus, gute Torgelegenheiten wurden aber vergeben oder vom starken Karbacher Torhüter pariert. So ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabine. Zunächst änderte sich wenig an der optischen Überlegenheit des SV Morbach, bis in der 52. Minute Sven Jakobs die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung der Gastgeber erzielte. Der Gast wirkte verunsichert und Karbach wurde nun stärker. Erneut Jakobs nutzte die kurzzeitige Unsicherheit in der Morbacher Mannschaft und erzielte in der 61. Minute die 2:0-Führung, die in der Folge klug verwaltet wurde. Michael Haubst sah die Wurzel des Übels vor allem in individuellen Fehlern in der Defensive seiner Mannschaft: „Das geht ja schon seit Wochen so. Wir machen in den entscheidenden Momenten dumme Fehler und bringen uns so um den Lohn unserer Arbeit. Wir waren über 90 Minuten mindestens gleichwertig, aber wenn der Gegner zwei Tore macht, wir aber nur eins, dann ist der Sieg natürlich letztendlich verdient.“ Morbach rannte in der Folge an, kam aber nur zu wenigen guten Chancen. Ein Kopfballtor von David Thieser in der 92. Minute kam zu spät, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Morbach steht nach den drei Niederlagen nun bereits gehörig unter Druck, drei Punkte in der kommenden Woche im Heimspiel gegen Dörbach sind fast schon Pflicht. „Wir müssen das Spiel einfach gewinnen“, gibt Haubst als klare Devise für das Spiel aus. „Dörbach hat dieses Wochenende natürlich gehörig Selbstvertrauen getankt, sechs Tore muss man gegen Tarforst erst einmal schiessen. Aber wir spielen zu Hause und wollen unsere Niederlagenserie auf jeden Fall beenden.“

WEITERE ERGEBNISSE

SG Kyllburg – VfB Linz  4:1

Spvgg. EGC Wirges II – TuS Mayen 1:2

SG Eintracht Lahnstein – SG 2000 Mülheim-Kärlich 3:2

SG Ellscheid – Spvgg Burgbrohl 0:2

Foto: Anna Lena Bauer

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