Rheinland-Liga: Viel Kampf und Krampf auf der Mehringer Lay – Foto-Galerie

Aus Mehring berichten
Andreas Gniffke
und Frank Ferring (Fotos)

Fußballerische Feinkost bekamen die zahlreichen Zuschauer im lange erwarteten Moselderby zwischen dem SV Mehring und Mosella Schweich beileibe nicht geboten. Letztendlich siegte Mehring in einem verbissen geführten Kampfspiel nicht unverdient mit 2:0.

Foto: Verbissener Kampf um jeden Ball – hier erwischt es den Mehringer Andreas Weber.

Viel wurde in den vergangenen Tagen über das Derby zwischen den großen Rivalen berichtet, das Spiel konnte diesen Erwartungen zu keinem Zeitpunkt gerecht werden. Von Beginn an agierten beide Mannschaften nervös und vorsichtig, bloß nicht verlieren schien die Devise zu sein. Nach acht Minuten deutete sich dann zum ersten Mal so etwas wie Torgefahr an, als nach einem groben Schnitzer vom Schweicher Kapitän Jochen Weber der agile Michael Fleck zum Abschluss kam, jedoch in Torwart Harald Emmerich seinen Meister fand. Ansonsten dominierten weiterhin viele Abspielfehler und zum Teil kapitale Fehlpässe das Geschehen. In der 25. Minute verhalf dann erneut ein individueller Fehler in der Schweicher Hintermannschaft dem Gastgeber zur Führung. Michael Fleck erkannte die Gelegenheit am schnellsten und passte auf den freistehenden Markus Kuhnen, der clever den Torwart ausspielte und überlegt ins leere Tor einschieben konnte – das 1:0 für die Gastgeber.

Bei den neutralen Zuschauern weckte dieser Treffer die Hoffnung, dass das Spiel nun etwas offener werden und die taktischen Vorgaben etwas in den Hintergrund treten könnten. Doch Schweich schaffte es in dieser Phase nicht, eine Reaktion auf das Gegentor zu zeigen. Im Spiel war viel zu wenig Bewegung, wodurch Anspielstationen fehlten und dem ballführenden Spieler häufig nur noch hilfloses Schulterzucken blieb. Kurz vor der Pause passierte dann doch noch etwas. Am linken Flügel wurde der starke Mehringer Andreas Weber rüde von den Beinen geholt. Der Schiedsrichter entschied jedoch auf Vorteil, und Michael Fleck nutzte die Verwirrung in der Schweicher Abwehr zum 2:0. Mit diesem Ergebnis verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Halbzeit, wobei der etwas konfuse Stadionsprecher die 2:0 Führung der Schweicher gegen den TuS Mehring (!) verkündete.

Die zweite Halbzeit begann mit wütenden Angriffen der Schweicher, denen es aber in dieser Phase nicht gelang, sich zwingende Chancen zu erarbeiten. Mehring zog sich weit zurück und versuchte über Konter Gefahr zu erzeugen. Einige Schweicher Anhänger schienen ihre Mannschaft bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Partie abgeschrieben zu haben, und so wurde eifrig über einen offenbar sehr gelungenen Auftritt Hansi Hinterseers debattiert. Die beste Phase ihrer Mannschaft sollte jedoch erst noch kommen. In einer insgesamt hart geführten Partie, die jedoch zu keinem Zeitpunkt die Grenzen überschritt, dauerte es immerhin bis zur 57. Minute, bis sich Schiedsrichter Heiko Kreutz aus Cochem zum ersten Mal genötigt sah, eine Verwarnung auszusprechen.

In der 63. Minute wechselte der Schweicher Trainer Hans Schneider den erst kurzfristig für den angeschlagenen Florian Beaudouin in die Startelf gerückten Andreas Kaufmann aus und brachte den ebenfalls angeschlagenen Nico Toppmöller. Dieser hätte dem Spiel unmittelbar nach seiner Einwechslung die entscheidende Wende geben können, als er freistehend vor dem Tor zum Abschluss kam, aber offenbar so überrascht war, dass er keinen Druck hinter den Ball bekam und ihn harmlos in die Arme des Torwarts schoss. Eine Minute später hatte Andreas Schneider die nächste gute Gelegenheit für die Schweicher, er scheiterte aber ebenfalls am fehlerlosen aber auch wenig geprüften Mehringer Torwart Heiko Witt. Wiederum nur eine Minute später hatten viele Zuschauer, sofern sie denn Anhänger der Mosella waren, den Torschrei bereits auf den Lippen, doch den Schuss von Tobias Rohr konnte ein Mehringer Abwehrspieler gerade noch so von der Linie kratzen. Der Gastgeber musste in dieser Phase der läuferisch starken Vorstellung in der ersten Halbzeit Tribut zollen, vor allem Michael Fleck wirkte ausgepumpt, so dass die wenigen Kontergelegenheiten allesamt keine Gefahr erzeugen konnten. Doch auch bei Schweich fehlte nach den drei verpatzten Gelegenheiten die letzte Entschlossenheit, und so plätscherte das Spiel in den letzten Minuten nahezu ereignislos vor sich hin.

Erst in der Nachspielzeit kam noch einmal so etwas wie Derbyatmosphäre auf, als sich die Gemüter auf und neben dem Platz noch einmal wegen einer Nebensächlichkeit unnötig erhitzten. Nach dem Abpfiff merkte man sowohl den Mehringer Spielern wie auch den Zuschauern die Erleichterung über die hart erkämpften drei Punkte sowie dem in diesem Moment vielleicht noch wichtigeren Derbysieg an. In der kommenden Woche kommt es nun zum Topspiel der Rheinlandliga, wenn der zumindest kurzfristige Tabellenführer aus Mehring in Salmrohr auf den Tabellennachbarn trifft.

Foto: Es war Derby-Zeit in Mehring – natürlich waren auch die Gemüter erhitzt.

STIMMEN:

Wolfgang Hoor (SV Mehring):

„Mit der ersten Halbzeit kann ich durchaus zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit stand für uns letztendlich nur die Verwaltung des Sieges im Vordergrund. Wir wollten hinten sicher stehen und durch Konter das entscheidende dritte Tor machen. Das ist uns nicht gelungen, daher bin ich mit der zweiten Hälfte nicht zufrieden. Ein Gegentor der Schweicher hätte uns so ganz sicher noch einmal in Gefahr gebracht. Das Spiel war für unsere Zuschauer sicher nicht das attraktivste, aber auch für sie ist es letztendlich am wichtigsten, dass wir gewonnen haben. Nun arbeiten wir auf das Spiel in Salmrohr hin, da wollen wir die Punkte ganz sicher auch nicht nur abliefern.“

Hans Schneider (Mosella Schweich)

„Die erste Halbzeit war nicht gut von uns, wir waren viel zu passiv und immer zu spät in den Zweikämpfen. Trotzdem haben wir eigentlich keine Torchance zugelassen und uns haben dann zwei individuelle Fehler das Genick gebrochen. Ein Klassesturmduo wie Fleck und Kuhnen nutzt das eiskalt aus. Unser Konzept war schon durch die Verletzung von Florian Beaudouin durcheinandergeworfen, das haben wir nicht kompensieren können. In der zweiten Hälfte kamen wir gut aus der Kabine und waren dann auch die bessere Mannschaft. Leider ist uns der Anschlusstreffer nicht gelungen, dann wäre es bestimmt noch einmal eng geworden, vor allem weil meine Mannschaft konditionell deutlich stärker war als Mehring. Auf volle Offensive wollte ich letztendlich auch nicht umschalten, da war mir die Gefahr zu groß, dass wir hinten raus eine richtige Packung bekommen. So haben wir uns nicht versteckt und haben streckenweise auch sehr gut mitgehalten. Nächste Woche gegen Bullay sind auch hoffentlich Kevin Seitz und Carsten Lamprecht einsatzfähig, dann sind wir gerade in der Offensive wieder deutlich besser aufgestellt.“

STATISTIK:

SV Mehring:

Witt, Schuh, Werhan, Schwarz (ab 71. Hermes), Fleck, Kuhnen (ab 71. Müller), Emmerich, Alt, Kohl, Weber (ab 80. Lorenz), Kön

TuS Mosella Schweich:

Emmrich, Weber (ab 80. Schäfer), Bickelmann, Pelzer, Regneri, Quary, Schneider, Casel, Keller, Rohr, Kaufmann (ab 63. Toppmöller)

TORE: 1:0 Kuhnen (25.), 2:0 Fleck (43.)

Schiedsrichter: Heiko Kreutz (Cochem)

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