Bilanz zur Pause – 5vier sprach mit Patrick Zöllner

Das Fazit für die Teams der Region in der Rheinlandliga fällt eher mau aus. Der SV Morbach, der FSV Trier-Tarforst und der TuS Mosella Schweich befinden sich im Abstiegskampf, nur die U23 von Eintracht Trier konnte bislang auf ganzer Linie überzeugen und geht auf dem dritten Tabellenplatz in die Winterpause. 

Optimisten würden sagen, in Tarforst bekommt man immer was geboten. Pessimisten hingegen, dass in Tarforst die einzige Konstante die Unkonstanz ist. Kein Team in der Rheinlandliga schwankt so sehr zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt wie der FSV Tarforst. Nach fünf Spieltagen war die Welt im Trierer Höhenstadtteil noch in Ordnung, gerade konnte man zwei Derbysiege feiern, gegen die U23 der Eintracht gewann man 4:2, Mosella Schweich wurde mit 1:0 nach Hause geschickt. Platz eins in der Rheinlandliga, zunächst war die Abstiegsangst aus der Vorsaison verflogen. Doch anschließend folgte ein beispielloser Absturz, den der FSV nun mächtig in die Bredouille bringt. Ex-Trainer Stefan Fries warnte schon, als der FSV noch auf dem Sonnenplatz der Liga stand. „Wir lassen hier die Kirche im Dorf, die Tabellenführung ist eine schöne Momentaufnahme. Unser primäres Ziel ist die 40-Punkte-Marke“, sagte er im August. Und seine Warnung sollte sich bewahrheiten.

Neuer Trainer in Tarforst: Patrick Zöllner (Foto: 5vier.de)

Denn der FSV gewann daraufhin nur noch ein Spiel. Stefan Fries legte sein Traineramt nieder und Michael Fuchs übernahm vorläufig. Nun wurde Patrick Zöllner, vorher in Diensten des SV Konz, als neuer Übungsleiter vorgestellt. „Wir haben zu oft Unentschieden gespielt“, meinte der Neu-Coach gegenüber 5vier. Auch die löchrige Abwehr sah Zöllner in der Hinrunde als Schwachpunkt, mit 42 Gegentoren stellt der FSV die schlechteste Defensivreihe hinter dem Schlusslicht Linz. „Aber es ist auch schwer, wenn man in der Viererkette ständig wechseln muss“, relativiert Zöllner, der auf die lange Verletztenliste der Tarforster hinweist. Mit Heitkötter, Haubrich und Fleck fiel fast eine komplette Viererkette über zwei Monate aus. „Mit diesen Problemen kenne ich mich aber aus“, lacht Zöllner. Der ehemalige Akteur von Eintracht Trier, dem FSV Salmrohr und Victoria Rosport musste schon in Konz das ein oder andere Abwehrloch stopfen. „Die Mannschaft ist besser als der Tabellenstand aussagt. Wir schauen aber trotzdem in der Winterpause nach Neuzugängen um den Kader breiter aufzustellen. Konkurrenz belebt das Geschäft, auch im Fußball.“

SVE: Die Jugend wurde erfolgreich integriert

Genau gegenläufig gestaltete sich die Saison der Trierer U23. Eher mäßig startete der Oberligaabsteiger in die Saison, doch dann stabilisierten sich die jungen Eintrachtler und sind nun zu einer echten Topadresse in der Rheinlandliga gereift. Als Wendepunkt kann man dabei den glückliche 1:2 Auswärtserfolg beim SV Morbach ansehen, nach dem wichtigen Sieg im Hunsrück kämpfte sich die „Zwote“ kontinuierlich in der Tabelle nach oben. Bemerkenswert: Alle Spieler, die aus der A-Jugend in den Seniorenbereich wechselten, konnten sich in der Rheinlandliga beweisen. Daniel Braun und Carsten Cordier sind fester Bestandteil der Viererkette geworden, Robin Strellen wechselt sich mit Philipp Basquit auf der Torwartposition ab und konnte sein Können mehrmals unter Beweis stellen. Meliani Saim und Kevin Arbeck (kam von der A-Jugend des FSV Salmrohr) standen zwar nicht immer in der Startelf, aber auch sie konnten bei ihren Einsätzen überzeugen.

Dabei setzt Trainer Herbert Herres ganz bewusst auf erfahrene Kräfte, um die junge Mannschaft zu stabilisieren. Überaus routiniert werden die Spiele angegangen, zuhause konnten man die Begegnungem gegen direkte Tabellennachbarn wie TuS RW-Koblenz oder Mülheim-Kärlich souverän für sich entscheiden. David Thieser, Alexandru Balota und Taner Weins bilden das erfahrenen Grundgerüst, dazu konnten sich die jungen Stammkräfte aus der letztjährigen Oberligasaison steigern. Besart Aliu erzielte schon sieben Saisontreffer, Erik Michels steht vor dem Sprung in den Regionalligakader der Eintracht. Direkt nach der Winterpause wartet auf die jungen Trierer der Tabellenführer Burgbrohl. In der Hinrunde konnte die U23 die Spvgg als einzige Mannschaft bezwingen.

Morbach schießt zu wenig Tore

Am meisten enttäuschte in der bisherigen Saison der SV Morbach. Die Hunsrücker belegen in der Tabelle lediglich Platz 13, in der Hinrunde rutschten sie sogar zwei Mal auf einen der regulären Abstiegsränge. Oft hatte 5vier einen enttäuschten Morbacher Trainer Dieter Müller am Telefon, der fast immer die Chancenverwertung bemängeln musste. Das Hauptproblem des SVM: Die Hunsrücker konnten die Abgänge in der Offensive noch nicht kompensieren, die personifizierte Torgefahr Eloy Campos verließ den Verein im Sommer. Sein Erstatzmann Florian Galle trifft zwar, jedoch fehlte der Neuzugang vom SC Idar-Oberstein über einen Monat verletzungsbedingt. Ohne Galle fehlte die Durchschlagskraft. Trainer Dieter Müller macht auch keinen Hehl daraus, in der Offensive nachlegen zu wollen.

Neben dem Sturmproblem gab es aber viele positive Ansätze. Die Spielanlage passt, der neue Trainer Dieter Müller führte ein Spielsystem ein, was konsequent umgesetzt wird. Auch die Abwehr steht sicher. Zwischen den zum Teil enttäuschenden Ergebnissen blitzte ein ums andere Mal die wahre Stärke des SVM auf. Mosella Schweich fertigte man mit 7:0 ab, Titelfavorit Karbach bezwang man in einer umkämpften Partie mit 2:1. Dennoch: die Saison des SV Morbach ist schwer einzuordnen. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Bekommen sie ihr Sturmproblem in den Griff, dann dürfte der Abstieg aber kein Thema mehr sein.

Schwere Saison für die Mosella

Erwartungsgemäß schwer tut sich Mosella Schweich in der Rheinlandliga. Immer Sommer verließen zwei Stammspieler den Verein, da sich die Mosella als klassischer Ausbildungsverein sieht, wurden die Lücken durch Spieler aus der eigenen Jugend gefüllt. Außederm übergab Hans Schneider das Traineramt im Sommer an Eric Schröder.

Schweich steht zur Winterpause auf Platz 17. Das Hauptproblem der Mosella: Gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf sprangen zu wenig Punkte raus. Besonders schmerzlich sind die zwei Heimniederlagen gegen die SG Kyllburg und die SG Neitersen. Mit diesen Punkte könnte die Mosella wesentlich komfortabler die Winterpause genießen. Dass es auch anders geht, zeigten die Schweicher gegen Rot-Weiß Koblenz und gleich zwei Mal gegen die Sportfreunde Eisbachtal.

Die größte Stärke der Mosella ist die mannschaftliche Geschlossenheit. In Schweich gab es in der Hinrunde keinen Spieler, der besonders hervorstach. Die Mannschaft jedoch zeigte große Nehmerqualitäten. Selbst nach der denkwürdigen 7:0-Niederlage gegen den SV Morbach ließ sich das Team nicht unterkriegen. Doch bis zum Klassenerhalt ist es noch ein langer Weg, insbesondere da die Anzahl durch die Oberligaabsteiger variabel ist. Schweich muss sich in der Rückrunde noch steigern, um die Klasse zu halten.

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