Rheinlandliga: Die Saison 2010/11 im Rückblick – Teil 2

Im ersten Teil unseres Rheinlandliga-Rückblicks beleuchteten wir die Hinrunde des FSV Tarforst, der Mosella aus Schweich und des SV Mehring. Nun blicken wir auf den SV Dörbach, den SV Morbach und den unangefochtenen Meister FSV Salmrohr.

Hängende Köpfe in Dörbach: Nur magere zwölf Punkte sprangen in der Hinrunde heraus.

SV Dörbach: Eine Hinrunde zum Vergessen…

Bereits am ersten Spieltag kam es zu einem Klassiker, denn der SV Dörbach, in der vergangenen Saison nach einer fulminanten Rückrunde letztendlich souverän in der Liga geblieben, empfing den großen Lokalrivalen aus Salmrohr. Am Ende stand es 4:2 für Salmrohr, in einem Spiel, das für die Gastgeber denkbar ungünstig verlief. Zunächst konnte man einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand egalisieren, am Ende setzte sich doch die größere Routine durch und zwei Tore in der Schlussphase entschieden das Spiel für Salmrohr. Für Dörbach begannen nun turbulente Wochen und gegen die Spitzenteams aus Koblenz und Burgbrohl setzte es nur denkbar knappe Niederlagen, bis gegen Mayen der erste Sieg gefeiert werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt war man noch guter Dinge, dass vor allem die Hinrunde einen etwas glücklicheren Verlauf nehmen sollte als im Vorjahr. Doch weit gefehlt, denn auch die folgenden Spiele gegen Mülheim-Kärlich und Linz gingen verloren.

In der Hinrunde gab es nur wenig zu Lachen, wie hier bei Michael Blang im Spiel gegen Schweich.

Am 7. Spieltag feierte die Mannschaft von Harry Koch aber ein beeindruckendes Comeback, denn das Heimspiel gegen an diesem Nachmittag desolate Tarforster endete mit einem eindrucksvollen 6:1-Erfolg. Doch die Mannschaft konnte den Schwung nicht in die nächsten Spiele retten, die folgenden vier Begegnungen blieb man ohne Sieg, bis am 12. Spieltag ein furioser 11:0-Erfolg gegen den die Chaos versunkene Eintracht aus Lahnstein gefeiert werden konnte. Doch was danach folgte, brach der Mannschaft in der Endabrechnung das Genick. Bis zur Winterpause konnte kein Spiel mehr gewonnen werden und auch nach dem Schnee- und Terminchaos des eisigen Winters dauerte es bis zum 12. März, als Dörbach mit einem 5:0 über den VfB Linz den ersten Sieg seit fast fünf Monaten einfahren konnte. In der Hinrunde feierte man zwar zwei fulminante Siege über Tarforst und Lahnstein, insgesamt standen aber nur magere 12 Punkte auf der Habenseite. Im Vorjahr hatte man ebenfalls nur 13 Punkte gesammelt, konnte sich aber durch 27 Punkte in der Rückrunde retten. Doch sich darauf zu verlassen, schien eine gewagte Strategie zu sein…

SV Morbach: Bis zum Winter lief es rund für den Salmrohr-Schreck

Packende Duelle lieferten sich der SV Morbach und der FSV Salmrohr. In der Hinrunde behielten die Hunsrücker zweimal die Oberhand.

Die Saisoneröffnung ging für den SV Morbach daneben, denn im heimischen Stadion verlor man mit 1:2 gegen die Spvgg. Burgbrohl. Dann fand die Mannschaft von Trainer Thorsten Haubst aber in die Spur und gewann dreimal in Folge, vor allem dank Torjäger Eloy Campos, der die SG Mülheim-Kärlich beim 3:0-Heimsieg des SV mit einem Hattrick quasi im Alleingang erlegte. Dennoch blieb die erste Hälfte der Hinrunde ein stetiges Auf- und Ab. Zwei Heimniederlagen gegen Tarforst (1:3) und Engers (1:2) warfen die Hunsrücker erst einmal zurück. Es folgten Niederlagen in Karbach (1:2) und Kyllburg (0:2), zuhause konnte immerhin Dörbach mit 3:1 besiegt werden. Doch am 10. Spieltag begann die große Siegesserie des SV Morbach. Zuerst siegte man mit 6:0 über Lahnstein, in der Folge blieb der SV sechs Spiele in Folge ohne Punktverlust. Vor allem eine Woche im späten November werden alle Fans in guter Erinnerung behalten. An einem kalten Mittwochabend warf man zunächst den FSV Salmrohr durch ein aufregendes 2:1 nach Verlängerung aus dem Rheinlandpokal, Eloy Campos erzielte den entscheidenden Treffer Sekunden vor dem Abpfiff in der 120. Minute. Auch drei Tage später konnte man den Tabellenführer durch Tore von Jörg Jenke, Eloy Campos und Sascha Fuhr mit 3:2 besiegen. Der Abstand auf Platz eins konnte in wenigen Wochen deutlich reduziert werden und der ein oder andere träumte wohl bereits von einer Schwächephase des FSV und einer Aufstiegschance für Morbach. Auch beim Tabellennachbarn aus Koblenz gab man sich keine Blöße und erkämpfte ein torloses Remis, so dass am Ende einer turbulenten Hinrunde Tabellenplatz zwei verbucht werden konnte. In der Winterpause konnte Morbach dann zumindest noch zwei Titel einfahren: Zunächst gewann man in Schweich das hochklassig besetzte Hallenturnier um den Veltins Cup (zum Bericht) und das Website-Team des SV wurde von der 5vier-Redaktion für die beste Homepage der regionalen Rheinlandligisten ausgezeichnet (zum Bericht).

FSV Salmrohr: Souveräne Hinrunde des Klassenprimus

Trotz großem Verletzungspech dominierte Salmrohrs Torjäger Dino Toppmöller (rechts) die Liga.

Von Beginn an ließ der FSV Salmrohr kaum einen Zweifel an der eigenen Überlegenheit aufkommen. Tat sich die Mannschaft von Trainer-Urgestein Robert Jung zum Saisonauftakt in Dörbach beim 4:2-Erfolg noch etwas schwer, waren die folgenden Spiele eine eindrucksvolle Demonstration der Stärke. Eine schwächere Partie zeigten die Salmtaler dagegen am sechsten Spieltag, als man auf heimischem Platz gegen den SV Mehring ’nur‘ zu einem etwas glücklichen 2:2-Unentschieden kam. Auch im folgenden Spiel gegen die SG Bullay/Zell verspielte man wie gegen Mehring eine vermeintlich komfortable 2:0-Führung und hatte letztendlich Glück, dass die eigene Stärke bei Standardsituationen einen 4:3-Auswärtssieg rettete. Keine Chance hatte dagegen in der Folgewoche die Mosella aus Schweich, die sich, wie bereits im ersten Teil erwähnt, nach kuriosem Spielverlauf mit 5:0 geschlagen geben musste. Nach einem 3:1-Sieg in Engers konnte auch die starke Spvgg. Burgbrohl mit 2:0 besiegt werden (zum Spielbericht). Am 27. Oktober kam es dann auf dem Koblenzer Oberwerth zum Spitzenspiel gegen die U23 der TuS, doch das Spiel hielt nicht, was es versprach. Keine der beiden Mannschaften wollte verlieren und in einer von Taktik geprägten Partie trennten sich beide Teams folgerichtig 0:0, womit beide Trainer letztendlich zufrieden waren (zum Spielbericht). Auch ohne den verletzten Toptorjäger Dino Toppmöller festigte Salmrohr seine Spitzenposition durch drei 2:0-Siege in Folge. Am 16. Spieltag erwischte es die Truppe aber wie erwähnt doch noch. In einer schwarzen Woche musste man neben dem Aus im Rheinlandpokal in Morbach gegen den selben Gegner auch die erste Saisonniederlage einstecken. Zwar traf neben Tim Köhler auch Toppmöller wieder, doch Tore von Jörg Jenke, Eloy Campos und Sascha Fuhr besiegelten die Niederlage. Mit einem 4:2-Sieg im Heimspiel gegen den FC Karbach fand die Hinrunde aber einen versöhnlichen Abschluss und der FSV Salmrohr ging mit einem beruhigenden Vorsprung von zehn Punkten in die Winterpause.

Der Rest der Liga

Die SG Eintracht Lahnstein war im Laufe der Hinrunde nicht mehr im Stande, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen.

So recht konnte keine der übrigen Mannschaften mit dem Spitzenreiter aus Salmrohr Schritt halten und kein Team wies über die gesamte Hinrunde die nötige Konstanz auf. Neben Morbach konnte am ehesten noch die U23 aus Koblenz mithalten, doch je länger die Saison dauerte, desto größer war der personelle Aderlass, den die Mannschaft von Colin Bell zu verkraften hatte. Eine Verletzungsmisere bei den TuS-Profis führte dazu, dass zahlreiche Leistungsträger in die erste Mannschaft beordert wurden, doch der Nachwuchs schlug sich wacker. Ebenfalls in der „Verfolgergruppe“ hielt sich die Spvgg. Burgbrohl, die die Hinrunde auf Platz vier beendete. Doch die wirkliche Spannung spielte sich im Tabellenkeller ab. Die mageren zwölf Punkte des SV Dörbach wurden noch von der SG Ellscheid und Eintracht Lahnstein unterboten, wobei Letztere sich den Titel des Chaosvereins der Saison sicherten. Kurz vor Ende der Wechselfrist kehrten zahlreiche Leistungsträger dem Verein den Rücken und Lahnstein stand von einem Tag auf den anderen nahezu ohne konkurrenzfähige Truppe da. Zwar sicherte Trainer Akin Kilic dem Verein zunächst zu, weiter als Trainer zu arbeiten, doch Anfang September legte auch er entnervt sein Amt nieder. Die undankbare Aufgabe übernahmen nun Michael Enkirch und Ingo Karst und es folgten eine Vielzahl hoher Niederlagen, wobei der Tiefpunkt erst in der Rückrunde erreicht werden sollte. Neben Lahnstein, Ellscheid und Dörbach kämpften bereits in der Hinrunde noch die SG Bullay/Zell, die zweite Mannschaft aus Wirges und der VfB Linz erbittert um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt, wobei ja bis zum Schluss unklar blieb, wieviele Mannschaften tatsächlich den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten würden.

Im dritten Teil unseres Rückblicks starten wir am kommenden Montag dann in die spannende Rückrunde der Rheinlandliga 2010/2011!

Die Hinrundentabelle

Platz Verein Spiele Tore Punkte
1. FSV Salmrohr 17 47:14 44
2. SV Morbach 17 34:19 34
3. TuS Koblenz II 16 31:10 32
4. Spvgg Burgbrohl 16 36:21 31
5. FSV Trier-Tarforst 16 28:24 29
6. SV Mehring 17 37:22 26
7. SG Kyllburg 16 28:24 26
8. SG 2000 Mülheim-Kärlich 16 27:24 24
9. FV Engers 16 28:23 23
10. FC Karbach 17 32:33 23
11. TuS Mayen 17 21:27 22
12. TuS Mosella Schweich 17 22:31 19
13. SG Bullay/Zell 16 26:30 15
14. Spvgg. EGC Wirges II 16 24:32 15
15. VfB Linz 16 21:35 15
16. SV Dörbach 17 35:41 12
17. SG Ellscheid 16 13:27 11
18. SG Eintracht Lahnstein 17 14:67 7

Anmerkung: Die fehlenden Begegnungen wurden aufgrund der schlechten Witterung erst im Laufe der Rückrunde nachgeholt.

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