Rheinlandliga: Die U23 etabliert sich oben – Zusammenfassung

Durch den Sieg über die SG Neitersen konnte sich die U23 des SVE im oberen Tabellendrittel etablieren und muss vorerst nicht mehr nach unten schielen. Für den SV Morbach hingegen wird es brenzlig.

Eintracht Trier U23 – SG Neitersen 3:0 (0:0) 

Im Vorfeld der Rheinlandligapartie gegen die SG Neitersen sprach SVE-Coach Herbert Herres von einem Geduldsspiel gegen das Kellerkind aus dem Westerwald. Und seine Prognose traf eins zu eins zu. Die Rollen waren auf dem Kunstrasen im Moselstadion klar verteilt. Die Gäste zogen sich weit zurück und überließen den Moselstädtern den Spielaufbau. Selbst der einzige Stürmer, Marco Scholz, zog sich bei Trierer Ballbesitz weit in die eigene Hälfte zurück. Neitersen rührte erfolgreich Beton an, denn die U23 der Eintracht konnte mit den passiven Gegner zunächst nicht viel anfangen. Alle Räume wurden von den Gästen konsequent durch geschicktes Verschieben zugestellt, die sonst so spielfreudige Offensivabteilung der SVE-Nachwuchskicker fand einfach nicht zu ihrem Spielfluss. Bis zum Halbzeitpfiff sprang nur eine nennswerte Torchance für die Hausherren heraus, als ein strammer Schuss von Christopher Spang nur vor die Füße von Burak Sözen geklärt werden konnte. Die Großchance setzte die Leihgabe aus dem Profikader der Eintracht jedoch neben das Tor. „Unsere erste Halbzeit war nicht die Beste“, monierte auch Herbert Herres nach Schlusspfiff. Die Leistung glich sich dem trüben und nebligen Wetter an.

Gleich nach Wiederanpfiff stellte sich seine Mannschaft aber besser an. Burak Sözen ebnete den Weg durch eine hellwache Balleroberung. Nach einem harschen Stellungsfehler in der Gästeabwehr erlief sich der Deutsch-Türke einen langen Ball von Carsten Cordier, den er trocken ins linke Eck schob. Nun war die anfängliche Blockade der „Zwoten“ gelöst, Eintracht Trier II Mosella SchweichNeitersen ließ nun einen Tick offensiver spielen. Freiräume, die sich den Trierer nun boten, steigerten spürbar die Qualität der Rheinlandligapartie. In der 52. Minute war Besart Aliu mit einem Kopfball an die Latte ganz nah dran am 2:0, ein paar Minuten später scheitere der agile Burak Sözen mit einen Distanzschuss aus 16 Metern an Gästetorhüter Jan Humberg. Zehn Minuten vor Schluss erzielte Tim Hartmann den schönsten Treffer des Tages. Auf der rechten Außenbahn forderte Hartmann die SG-Abwehr mit einem Sololauf heraus. Seinen Gegenspieler ließ er bei seinem 30-Meter-Lauf wie ein Straßenhütchen stehen und schloss gewohnt nervenstark ab. Den letzten Treffer notierte erneut Burak Sözen. Er staubte einen Schuss von Christopher Spang ab, der durch eine schöne Einzelleistung die Defensive der Westerwälder narrte.

„Unter dem Strich ein hochverdienter Sieg“, freute sich Herbert Herres nach dem Spiel. „In der zweiten Halbzeit sind wir viel energischer aufgetreten. Gegen so einen Gegner muss man geduldig sein. Und das waren wir heute“. Gegen den offensiv harmlosen Gegner ließ auch die Trierer Hintermannschaft nichts anbrennen. Nur eine richtige Torchance hatten die Westerwälder, als ein Freistoß des eingewechselten Mario Marth gefährlich in den Strafraum kam. Durch den Sieg konnten sich die jungen Trierer im oberen Tabellendrittel festsetzen.

FSV Trier-Tarforst – Spvvg. Burgbrohl 0:1 (0:0)

Gegen den einsamen Tabellenführer waren die Tarforster ganz nah an einem Punktgewinn dran. Erst in der 86. Minuten gingen die Rheinländer durch Pawel Klos in Führung. Ein Gegentreffer, der durch einen maßgenauen 60-Meter-Pass eingeleitet wurde. Abgefälscht landete der Ball dann im Gehäuse von Steffen Deuster. „Der Ausgleich war ganz bitter“, resümierte der FSV-Interimscoach Michael Fuchs niedergeschlagen. Davor sahen die Zuschauer auf dem Tarforster Kunstrasen eine hochklassige Rheinlandligapartie mit leidenschaftlich geführten Zweikämpfen. „ Das Spiel war über die 90 Minute sehr intensiv, ohne aber unfair zu werden“, berichtete Michael Fuchs.

Aber auch Tarforst spielte mit. „Das Spiel ging rauf und runter mit Chancen auf beiden Seiten. Unsere Einstellung hat heute gestimmt, mit einem Quäntchen Glück hätten wir heute auch Punkte geholt.“ Dabei war der späte Gegentreffer der Schönheitsfehler. „Ohne den hätte unsere Taktik heute gestimmt“, bilanzierte Michael Fuchs und schob anerkennend nach: „Man hat heute gesehen, warum Burgbrohl so weit oben steht. Sie haben eine wirklich hohen Druck aufgebaut und das über die vollen 90 Minuten.“ Schon am Dienstag geht es für den FSV Tarforst weiter. Dann wartet im Rheinlandpokal mit der SG Ellscheid ein Tabellennachbar aus der Rheinlandliga. In der Tabelle trennen die beiden Rivalen nur zwei Punkte.

 SV Morbach – SG Malberg 0:1 (0:1)

Erstmals in dieser Saison war der Morbacher Trainer Dieter Müller enttäuscht vom Auftreten seiner Mannschaft: „In der ersten Halbzeit hat mich meine Mannschaft enttäuscht. Wir haben eine grottenschlechte Halbzeit gespielt, ohne Kreativität und Durchschlagskraft. Das hat mir gar nicht gefallen.“ Dem Gegner, den Müller ausdrücklich für die disziplinierte Leistung in der ersten Spielhälfte lobte, spielte ein früher Führungstreffer in die Karten (31.). Ein langer Freistoß von Justin Keeler wurde ein Mix aus Torschuss und Flanke, schließlich senkte er sich ins Tor. Erst nach der Halbzeit wurden die Hunsrücker wacher und präsentierten sich von ihrer besseren Seite. „ Im zweiten Abschnitt haben wir unsere Sache dann wesentlich besser gemacht. Die Mannschaft war viel präsenter und erspielte sich viele Torchancen.“ Gleich mehrere Gelegenheiten zum Ausgleich blieben ungenutzt, das alte Problem der Morbacher, die mangelnde Chancenvertung, war wieder da. Zuerst schoss Sebastian Stüber den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten, eine Chance von Andre Thom wurde in letzter Sekunde von einem Malberger von der Linie gekratzt. Auch Marius Müllers vergab vor dem Tor der Westerwälder.

„Aus den vielen Torgelegenheiten haben wir zu wenig gemacht, das müssen wir uns ankreiden“, bemängelte Müller. Durch die Niederlage gerät der SV Morbach wieder gefährlich in die Nähe der Abstiegsränge. Nach dem furiosen 7:0-Sieg über Mosella Schweich schienen die Hunsrücker schon aus dem Gröbsten raus zu sein, nun trennen die Hunsrücker nur wenige Punkte vor dem 17. Tabellenplatz. „Bis zum Winter, vielleicht auch ein paar Wochen darüber hinaus, müssen wir uns auf Abstiegskampf einstellen“, warnt der Coach vom SVM. „Aber wir fangen nicht an zu jammern.“ Am kommenden Mittwoch trifft Morbach im Rheinlandpokal auf den wiedererstarkten TuS Mayen. In der Rheinlandliga trennten sich die beiden Mannschaften Ende August in einer hektischen Partie 3:3.

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln